WM 2022: Die Schweiz hat die erste Viertelfinal-Teilnahme seit 1954 im Visier

05.12.2022 01:04

WM 2022: Die Schweiz hat die erste Viertelfinal-Teilnahme seit 1954 im Visier

Das Schweizer Männer-Nationalteam kann am Dienstag erstmals seit 1954 wieder in die Top 8 an einer WM vorstossen. Am FIFA World Cup 2022 hat die Mannschaft von Murat Yakin gegen Portugal im Lusail Stadium die Möglichkeit, ein Stück Schweizer Fussball-Geschichte zu schreiben.

Aufeinandertreffen zwischen der Schweiz und der Nummer 9 der FIFA-Weltrangliste in Wettbewerbspartien gehörten in den letzten Jahren irgendwie zum «Programm». Seit 2016 gab es dieses Duell fünf Mal, zweimal setzte sich dabei die Schweiz durch. Das Kräftemessen in der Qualifikation für die WM 2018 im September 2016 war Portugals erster Auftritt nach dem Gewinn des EM-Titels, wobei die Schweiz im ausverkauften St.-Jakob-Park in Basel dank Toren von Breel Embolo und Admir Mehmedi 2:0 gewann. Zuletzt siegte die SFV-Auswahl am 12. Juni 2022, eine Woche nach einer 0:4-Niederlage im Hinspiel in Lissabon, im Rahmen der UEFA Nations League in Genf durch einen Kopfball-Treffer von Haris Seferovic nach 56 Sekunden 1:0.

Diese Statistiken werden am Dienstagabend im grössten Stadion der WM in Katar freilich nichts mehr zählen. Aber das Gefühl zu wissen, wie man gegen Portugal bestehen (und sich durchsetzen) kann, hat durchaus eine Bedeutung. «Man kennt sich gegenseitig in- und auswendig», urteilte Remo Freuler am Tag nach dem Vorstoss in den WM-Achtelfinal.  «Manchmal haben wir gegen sie gut ausgesehen, manchmal weniger", sagte derweil Xherdan Shaqiri mit einer Portion Schalk.

Die Zuversicht, dass diesmal nicht das Zweitere eintreffen wird, zieht der Basler vor allem auch daraus, wie das Team gegen Serbien trotz des zwischenzeitlichen Rückstands ruhig geblieben sei. Es sei für ihn ein Zeichen der Reife und Beleg für die Entwicklung, die das Nationalteam in den letzten Jahren durchgemacht habe. «Wenn wir alle über unser Limit gehen und einen guten Tag erwischen, können wir sie schlagen.»

Alle Mann an Bord

Nach dem aufwühlenden letzten Gruppenspiel gegen Serbien konnte Trainer Yakin im Training am Sonntag wieder (fast) auf das komplette Kader zählen. Die zuletzt kranken Goalies Yann Sommer und Philipp Köhn sowie Nico Elvedi standen wieder auf dem Rasen, dafür blieb Fabian Schär wegen einer Erkältung vorsichtshalber im Hotel. Am Montag hatte Yakin wieder alle Akteure zur Verfügung. «Ich habe die Qual der Wahl und werde noch einmal darüber schlafen.»

Was ist also vom fünften Schweizer Achtelfinal an einer Endrunde in Serie zu erwarten? «Es ist eine einmalige Chance, das ist klar», sagte Yakin. «Wir haben die grosse Chance, Geschichte zu schreiben, und möchten der Schweiz noch ein weiteres Spiel schenken. Aber welche Bedeutung die Partie hat, müssen wir ausblenden. Entscheidend wird sein, dass wir mit dem nötigen Mut und Selbstvertrauen ins Spiel gehen, cool bleiben und mit Freude Fussball spielen.»

Für Breel Embolo ist klar: «Wir sind Aussenseiter. Portugal ist grösser als die Schweiz. Aber wir wissen, dass wir etwas reissen können. Sonst wären wir abgereist. Wir brauchen ein grosses Spiel, müssen Umschaltphasen nützen und unsere Defensivarbeit erledigen», sagte der zweifache WM-Torschütze, der betonte, dass nun gewissermassen ein neues Turnier beginnen würde. «Die Qualifikation und die Gruppenphase waren ein harter Weg. Davon können wir uns aber nichts kaufen. Jedes Team hat das höchstmögliche Ziel.»

Die letzten Schweizer Achtelfinals an WM/EM:

Jahr

Turnier/Land

Ort

Gegner

Resultat

Torschütze(n)

2021

EURO

Bukarest

Frankreich

3:3 n.V.; 5:4 i.P.

Seferovic (2), Gavranovic

2018

WM Russland

St. Petersburg

Schweden

0:1

 

2016

EURO Frankreich

St-Etienne

Polen

1:1 n.V; 4:5 i.P.

Shaqiri

2014

WM Brasilien

São Paulo

Argentinien

0:1 n.V.

 

2006

WM Deutschland

Köln

Ukraine

0:0 n.V.; 0:3 i.P.

 

1994

WM USA

Washington

Spanien

0:3

 


SFV