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Admir Mehmedi tritt aus dem Männer-Nationalteam zurück

  • 16.07.2021

Admir Mehmedi hat nach 76 Länderspielen, 4188 Spielminuten und nur einer Gelben Karte entschieden, den Rücktritt aus dem Schweizer Männer-Nationalteam zu geben. Der 30-jährige Offensivspieler bestritt für die SFV-Auswahl mit der WM 2014 sowie der UEFA EURO 2016 und 2020 drei grosse Turniere.

Mit Mehmedi tritt einer der charismatischsten Figuren aus der «Nati» zurück. Die Meinung des vielsprachigen Familienvaters hatte Gewicht. Er wird sich künftig auf seinen Club VfL Wolfsburg konzentrieren, wo er noch einen Vertrag bis 2022 hat, und dabei auch Zeit für seine wachsende Familie haben. «Dieser Entscheid ist nach reiflicher Überlegung entstanden. Mein Wunsch war es immer, den Zeitpunkt des Abschieds selber bestimmen zu können. Zuletzt hatten mich Verletzungen ausgebremst», begründet Mehmedi seinen Schritt.

«Aufgrund dieser gesamten Situation bin ich zum Schluss gekommen, dass es der richtige Moment ist, meine Nationalmannschaftskarriere zu beenden. Die EURO war ein wunderschöner und würdiger Schlusspunkt. Ich bin dankbar und stolz, dass ich so viele Jahre und zuletzt auch dieses tolle Turnier im Kreise der Nati erleben durfte.»

Nationaltrainer Vladimir Petkovic bedauert Mehmedis Rücktritt: «Admir hat mir seinen Entscheid in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Ich kann seine Beweggründe verstehen und nachvollziehen. Er hat mit seinem Spiel, seiner Persönlichkeit und mit seiner hochprofessionellen Art viel zur Entwicklung und den Erfolgen unserer Nati beigetragen. Dafür verdient er grossen Dank und Respekt.»

Mehmedi hat im Schweizer Nationalteam seine Spuren hinterlassen. Er hatte gegen einen „Grossen“ des Weltfussballs debütiert – wie der aktuelle Captain Granit Xhaka beim 2:2 am 4. Juni 2011 im Wembley gegen England – und bestritt auch sein letztes Länderspiel gegen eine Topmannschaft. Beim Penaltysieg im Achtelfinal der UEFA EURO 2020 gegen Frankreich verwandelte der nach 87 Minuten eingewechselte Mehmedi den fünften Schweizer Penalty souverän. An der am Sonntag zu Ende gegangenen EM wurde er zweimal als Einwechselspieler eingesetzt.

Auch bei den vorherigen Endrunden-Turnieren trat Mehmedi immer wieder als Torschütze in wichtigen Spielen in Erscheinung. An der WM 2014 in Brasilien erzielte er als „Joker“ im ersten Gruppenspiel gegen Ecuador (2:1) per Kopf den Ausgleich zum 1:1 und kam fortan in allen Schweizer Partien zum Einsatz. Durch sein Tor zum 1:1 in der Vorrunde der UEFA EURO 2016 in Frankreich gegen Rumänien (1:1) avancierte er zum ersten Schweizer Spieler, der an einer WM und einer EM traf.

Neben den 76 Länderspielen für das A-Nationalteam bestritt Mehmedi je eine U-17- und eine U-19-EM-Endrunde. Dazu gehörte er im Sommer 2011 unter Trainer Pierluigi Tami bei der U-21, die in Dänemark bis ins Endspiel vorstiess, zu den Stammkräften. Mit seinem Weitschuss-Tor in der Verlängerung des Halbfinals gegen Tschechien sorgte er für den Finaleinzug und die damit verbundene erstmalige Olympia-Teilnahme des Schweizer Fussball-Teams nach 84 Jahren. 2012 erzielte er am Olympia-Turnier in London im Startspiel gegen Gabun den frühen Schweizer Führungstreffer.

(SFV)

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