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Rahel Kiwic - Der lange Weg zurück

  • 23.02.2021

Fast 17 Monate nach ihrem Kreuzbandriss im EM-Qualifikationsspiel in Litauen steht Rahel Kiwic am Dienstagabend im zweiten Länderspiel gegen Frankreich (Kick-off: 21:10 Uhr) in Metz vor dem Comeback im Nationalteam.

71 Länderspiele (11 Tore) und je eine WM- und EM-Teilnahme umfasst das Palmarès der Innenverteidigerin, die von 2014 bis 2020 für Duisburg und Turbine Potsdam in der deutschen Bundesliga spielte.

Im letzten Sommer war für Kiwic der Zeitpunkt gekommen, um nach Hause zurückzukehren. Das Comeback auf dem Platz verzögerte sich aber. "Es ging nicht so schnell vorwärts, wie ich erhofft hatte", sagt Kiwic. "Es war nicht einfach, geduldig zu bleiben." Auch die coronabedingten Restriktionen im Herbst und Winter schlugen ihr mehr aufs Gemüt als im Frühjahr, als sie den ersten Teil der Rehabilitation noch in Berlin verbrachte. Obwohl wieder zuhause in Zürich, war es nur bedingt möglich, Freunde und Familie zu treffen.

"Seit ich aber wieder auf dem Platz und durch das Knie nicht mehr einschränkt bin, geht es schneller bergauf."

Ein zweites Standbein

Ein Grund für Kiwics Rückkehr in die Schweiz war auch, sich neben dem Fussball ein zweites berufliches Standbein aufzubauen. Im Sommer absolvierte sie ein Praktikum beim "Athletes Network", an dem sie inzwischen Teilhaberin ist. Das Start-Up, das unter anderen vom ehemaligen Schweizer Fussball-Internationalen Beni Huggel und dem Eishockey-Profi Severin Blindenbacher gegründet wurde, will Sportlern helfen, diesen nach der Karriere den Übergang in den Berufsalltag zu erleichtern.

Kiwic ist in den Bereichen Kommunikation und Event-Organisation sowie bei der Analyse von Studien tätig. "Es ist mega cool und macht Spass", sagt die 30-Jährige aus dem Zürcher Limmattal. Ihre neue Aufgabe erlaubt ihr auch die nötige Flexibilität, die Pflichten als Fussballerin vollumfänglich wahrzunehmen. Im Sommer will Kiwic, die in Urdorf das Gymnasium abgeschlossen hat, eine postmaturitäre Wirtschaftsausbildung an der Kaderschule Zürich beginnen.

Priorität hat aber weiterhin der Fussball. "Dieser darf nicht darunter leiden", sagt Kiwic. Vier Partien hat sie seit ihrer Rückkehr für den FCZ bestritten, nun hofft sie auf einen ersten Einsatz im Nationalteam, wenn die Schweiz am Dienstag in Metz ihr zweites Testspiel gegen Frankreich absolviert. Ein Duell gegen die Weltnummer 3 sei natürlich eine andere Hausnummer als die Schweizer Liga, sagt Kiwic. "Wenn ich Spielzeit erhalten sollte, werde ich mein Bestes geben, um mich ins Team zurück zu kämpfen."

EM in England als grosses Ziel

Die EM in England, die wegen der Corona-Pandemie erst im Sommer 2022 stattfindet, ist das grosse Ziel von Kiwic, die bereits an der WM 2015 in Kanada und an der EM 2017 in den Niederlanden dabei war. Dass das Turnier in England stattfinde, findet sie "doppelt so geil". Die englische FA hat in den letzten Jahren viel in den Frauenfussball investiert, die Women's Super League gilt inzwischen als die stärkste Liga der Welt.

Zu einer zweiten Schweizer EM-Teilnahme fehlt aber noch der letzte Schritt. Entweder mit der direkten Qualifikation am Mittwochabend, wenn Italien gegen Israel die EM-Qualifikation nicht mit dem besseren Torverhältnis als die Schweiz abschliesst, oder dann im April aus eigener Kraft über die Playoff-Spiele.

Das Spiel am Dienstagabend, um 21:10 Uhr gegen Frankreich ist live auf srf.ch/sport zu sehen.

Ramona Bachmann zum zweiten Länderspiel gegen Frankreich

(Keystone-SDA/SFV)

 

 

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