Aargauischer Fussballverband

"Ein Nein wäre fatal"

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der SV Würenlos hat ein Platzproblem. Die heutige „Übernutzung“ der Sportanlage Ländli bereitet den Verantwortlichen bereits seit Jahren Bauchschmerzen. Aus ihrer Sicht sind rasche Korrekturen zwingend, weshalb eine neue Anlage im Tägerhard an der Grenze zu Wettingen erbaut werden soll.

Am 28. September entscheidet nun die Würenloser Bevölkerung über einen Projektierungskredit von 160'000 Franken. Am 12. Juni wurden die 160'000 Franken von der Gemeindeversammlung gutgeheissen, woraufhin die SVP und die FDP das Referendum ergriffen. Sowohl die Finanzkommission als auch der Gemeinderat Würenlos sind gegen den Projektierungskredit.

Im Interview mit dem AFV spricht der Präsident des SV Würenlos, Edgar Gut, über die absolute Notwendigkeit einer neuen Anlage für den Verein, die möglichen Folgen einer Ablehnung und den Durchhaltewillen der SVW-Vereinsfunktionäre.

Herr Gut, was antworten Sie einem Auswärtigen, wenn er Sie nach der Situation rund um den SV Würenlos und dessen aktuellen Sportanlage Ländli fragt?
Edgar Gut: Es herrscht eine absolute Übernutzung. In vier Etappen wurde unsere Sportanlage „geschnitten“. Im Jahr 1999, als der Kindergarten daneben gebaut wurde, hatte man eine zweite Sportanlage geplant, was aber auch nicht zum Tragen gekommen ist. Danach wurden die Schulanlagen darauf gebaut und nun nutzt der Rugbyverein Würenlos die Plätze auch noch, was sein gutes Recht ist. Nur ist dieser Rugbyverein mit drei Mannschaften einer der grössten der Schweiz, der jeden zweiten Sonntag bis um 18 Uhr die Anlage belegt, wodurch wir keine Meisterschaftsspiele austragen können. Konkret haben wir einen „richtigen“ Fussballplatz und daneben noch einen kleineren Trainingsplatz, was definitiv zu wenig ist. Wir zählten einmal 22 Mannschaften, welche wir nach und nach aufgrund der unbefriedigenden Platzsituation auf 17 reduzieren mussten.

Also wurden Spieler gezwungen, mit dem Fussballspielen aufzuhören?
Ja, ich mache ein konkretes Beispiel: Früher hatten wir vier E-Junioren-Mannschaften, mittlerweile sind es noch zwei, welche je 18 beziehungsweise 19 Spieler im Kader haben, von denen an den Spielen jeweils bis zu sieben zu Hause bleiben müssen. Auch haben wir Wartelisten im Juniorenfussball, das heisst, dass ein Kind zuerst aufhören muss, damit ein neues anfangen kann.

Die Gemeinde Würenlos ist ziemlich verschuldet. Können Sie die Zweifler am Projekt verstehen?
Klar ist die Gemeinde Würenlos stark verschuldet, da man in den letzten Jahren einen Betrag von 15 bis 20 Millionen investiert hat. Im 1999 wäre das Geld für eine Sportanlage eigentlich vorhanden gewesen, es wurde lediglich anderweitig eingesetzt. Die heutige Verschuldung sehe ich nicht so dramatisch. Mit einer Steuererhöhung um beispielsweise 5 Prozent würde man der Realisierung unseres Projekts schon sehr nahe kommen. Meines Erachtens ist die Umsetzung des Projektes nicht ein Problem des Könnens, sondern des Wollens. Ich bin überzeugt, dass im Rahmen des Projektierungskredites auch die Finanzierung geregelt werden kann.

Welche Massnahmen sind nun bis zum 28. September noch geplant, um die Unentschlossenen zu überzeugen?
Zum einen werden wir weiterhin mit Leserbriefen von prominenten Vereinsmitgliedern wie beispielsweise Nationalspieler Silvan Widmer oder Ex-Spitzenschiedsrichter Urs Meier operieren. Zum anderen versuchen wir, Politiker zu motivieren, uns zu unterstützen. Des Weiteren operieren wir mit Ständen der Juniorenabteilung, wie etwa dieses Wochenende vor dem Coop und der Post.

Was würde eine Ablehnung des Kredits für den Verein bedeuten? Könnte dem Verein bei einem Nein gar das Aus drohen?
Ein Nein wäre fatal. Wenn wir bei einer Ablehnung wieder vier, fünf Jahren verlieren würden, dann glaube ich, dass jene Leute, die seit 1999 für eine neue Sportanlage kämpfen, resignieren würden. Ob wir dann jene Funktionäre noch dazu bewegen können, noch mehrere Jahre durchzuhalten – da setze ich ein dickes Fragezeichen.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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