Aargauischer Fussballverband

Kecke Aufsteiger

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der Auftakt in die 2. Liga vergangene Woche hatte es in sich. Dabei sorgten vor allem die Aufsteiger für Furore: Insbesondere Othmarsingen überraschte, indem es beim hochfavorisierten FC Wettingen gleich mit 3:0 als Sieger vom Platz gehen konnte. Doch auch Menzo Reinach im Kickoff-Spiel in Gontenschwil (2:2) sowie Kölliken mit dem Ausgleich kurz vor Schluss in Fislisbach (3:3) vermochten zu überzeugen. Einzig der vierte Aufsteiger Spreitenbach musste sich in Suhr knapp mit 1:2 geschlagen geben, wobei man den entscheidenden Gegentreffer erst kurz vor Schluss kassierte.

Die Ergebnisse in der ersten Runde sollten keinesfalls überbewertet werden – und doch machen sie Eindruck. Die Ausganslage für einen Aufsteiger beim Saisonstart ist aber auch dankbar: Selber hat man erst mal nichts zu verlieren, es werden meist keine Punkte erwartet. Auf der anderen Seite steht ein Gegner, dessen Knie womöglich schon beim Einlaufen zittern, aus Angst, sich gegen den vermeintlichen „Underdog“ zu blamieren. Läuft es für den Favoriten zu Beginn dann auch nicht wie gewünscht, macht es die Sache nicht einfacher. Nach dem Führungstor von Othmarsingen in Wettingen nach einer halben Stunde schien sich das Altenburg-Team zusehends zu verkrampfen, während die Brust des keck aufspielenden Aufsteigers gleichzeitig breiter und breiter wurde.

Wie ein unerwartet guter Start einen Aufsteiger beflügeln kann, zeigte sich vergangene Saison am Beispiel des FC Fislisbach: Nachdem es im Kickoff-Spiel in Gontenschwil die (erwartete) Niederlage abgesetzt hatte, reihte der damalige Aufsteiger fünf (!) Siege in Serie aneinander und grüsste nach sechs Spieltagen unangefochten von der Spitze. So gut gestartet und in den Fokus des Interesses gerückt, präsentierten sich die Esp-Kicker in der Folge zwar nicht mehr ganz so unbeschwert wie noch zu Beginn, schlossen jedoch die Saison trotzdem auf dem achtbaren 7. Rang ab und kamen zu keiner Zeit auch nur in die Nähe der Abstiegszone.

Wozu ein Aufsteiger im Extremfall fähig ist, demonstrierte in der Saison 1997/1998 der 1. FC Kaiserslautern in der deutschen Bundesliga. Von Otto Rehagel gecoacht, verzauberten die „roten Teufel“ mit dem heutigen Wohlen-Trainer Ciriaco Sforza ganz Fussball-Deutschland und nach sechs Siegen aus den ersten sieben Saisonspielen liessen sie sich nicht mehr stoppen und holten am Ende sensationell den Meistertitel (https://www.youtube.com/watch?v=HNoJb5rdk-g

Aber auch der Aargau hat seinen "FCK": Vor genau 10 Jahren in der Saison 2003/2004 schaffte es der FC Niedergösgen als 2.-Liga-Aufsteiger, mit ganzen elf Punkten Vorsprung die Spielzeit auf Rang 1 abzuschliessen. Wann dieses Kunstück wohl dem nächsten Aufsteiger gelingen wird?

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

Josef Schmölzer

19.08.2014

Kecke Aufsteiger

27.05.2014

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