Aargauischer Fussballverband

Respekt - Ein Ostergeschenk für uns alle

von Johannes von Mandach*

Hart geführte Zweikämpfe, Emotionen, Tore: Der gestrige Cupfinal zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel hielt, was er versprach und liess kaum Wünsche offen. Doch in Mitten der Zürcher Feierlichkeiten geriet eine der schönsten Aktionen fast in Vergessenheit.

Noch bevor Captain Philipp Koch als Erster die Hand an die beliebte Trophäe legen durfte, wurde das Schiedsrichterquartett rund um Patrick Graf für seine Leistung geehrt. Dieses Vorgehen hat am Cupfinaltag Tradition und wird seit Jahren zelebriert, ist aber trotzdem etwas ganz Spezielles. Denn es ist eines der einzigen Male, bei dem ein Spielleiter positiv in den Fokus rückt und ihm – unabhängig von den getroffenen Entscheidungen - für seinen Einsatz zu Gunsten des Fussballs gedankt wird.

Leider erfolgen solche Handlungen viel zu selten, lieber wird nach dem Spiel diskutiert, geflucht und ausgeteilt. Lasst uns doch nach den erholsamen Ostertagen unsere Haltung gegenüber den Schiedsrichtern generell überdenken. Nehmen wir uns den Cupfinal als Vorbild und bemühen wir uns zukünftig, die Männer in Schwarz wieder verstärkt zu respektieren. Versuchen wir die Entscheidungen, auch wenn sie wie im Falle von Givoanni Sio umstritten sind, wieder vermehrt zu akzeptieren. Und probieren wir unseren Schiedsrichtern wieder öfters für ihr Engagement zu danken, denn wir dürfen nicht vergessen: Sie sind und bleiben ein unersetzlicher Teil des Spiels. 

Ebenfalls zu Bedenken gillt es, dass ein erhöhter Respekt gegenüber den Schiedsrichtern auch deren Leistungen fördern würde. Somit würden wir nicht nur ihnen einen Gefallen tun, sondern uns allen auch.

*Johannes von Mandach ist Schiedsrichter der 2. Liga interregional, wohnhaft in Bötzberg, Maturand und arbeitet als freier Journalist bei der Aargauer Zeitung.

 

 

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

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