Aargauischer Fussballverband

Der Schönwetter-Fussballer

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Endlich wieder Regionalfussball! Am vergangenen Wochenende hatte das lange Warten endlich ein Ende: Während Streller, Gavranovic, Costanzo und Co in der hiesigen Super League bereits seit fast zwei Monaten dem runden Leder wieder hinterherjagen, stieg am Samstag auch der Aargauer Amateurfussballer in der 2. Liga regional wieder in die Hosen.

Wie hat sich dieser – nennen wir ihn Urs – geschüttelt, als er am 1. Februar mit einem immer noch leicht sichtbaren Festtags-Bäuchlein in der warmen Stube den Super-League-Stars zuguckte, wie diese sich zum Rückrundenstart bei eisiger Kälte duellierten. Froh ist er in diesen Tagen, muss er sich dieser Qual nur zweimal die Woche im Training stellen. Nun ja, vielleicht hat er zuweilen am Dienstag spontan etwas Halsschmerzen. Seinen Stammplatz hat er ja sowieso auf sicher.

Glücklicherweise beginnt ja die Amateurmeisterschaft erst Ende März, just drei Tage nach dem offiziellen Frühlingsanfang, denkt sich Urs und genehmigt sich noch einen Kafi Lutz, während er beobachtet, wie im TV die Super-League-Fussballer weiter keuchend ihre Standfestigkeit auf dem glitschigen Rasen suchen. „Ende März ist noch so weit weg“, murmelt Urs und lässt sich noch etwas tiefer in seine Couch fallen.

Knapp zwei Monate später, zwei Tage vor dem Rückrundenstart, lacht sein Herz. Das Thermometer zeigt 20 Grad, die Vögel zwitschern und der Platzwart hat den Rasen für das Abschlusstraining nochmals perfekt gemäht. Urs liebt den Geruch von frisch gemähtem Gras. Das lässt seine Vorfreude auf Samstag noch grösser werden, wenn’s endlich wieder losgeht.

Samstag. Urs wacht auf, räkelt sich, schaut zum Fenster raus und zuckt zusammen. Platzregen, Nebel. Wohl nur ein Sommergewitter, denkt er sich und kuschelt sich nochmals in die Decke ein – Spielbeginn ist ja schliesslich erst um 18 Uhr. Doch auch um die Mittagszeit hat sich das Wetter nicht gebessert, verschlafen tritt Urs auf den Balkon, wo ihn fast der Schlag trifft. Die Temperatur gleicht jener beim Trainingsauftakt Mitte Januar, es regnet weiter wie aus Kübeln.

Zähneknirschend und dick eingepackt begibt sich Urs zur Besammlung, klatscht mürrisch seine Kollegen ab und wendet sich sogleich an den Trainer. Er habe im Abschlusstraining eine leichte Zerrung davongetragen und würde deshalb zuerst lieber auf der Ersatzbank Platz nehmen. An der Niederlage seiner Mannschaft kann er auch nach seiner Einwechslung in der 60. Minute nichts mehr ändern. Unter der Dusche ereilt ihn dann noch ein quälender „Kuhnagel“. Petrus, bist du eigentlich kein Fussballfan?!

Ganz so schlimm wie um unseren Urs stand es um die Aargauer Amateurfussballer natürlich nicht. Trotz des schlechten Wetters mussten bei den Aktiven lediglich fünf Partien abgesagt werden, vier davon in der 5. und eine in der 4. Liga. Bei schwierigen Bedingungen lieferten sich die Teams teils packende Duelle und lassen auf einen hochspannenden Aargauer Fussballfrühling mit hoffentlich freundlicherem Wetter hoffen.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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19.08.2014

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27.05.2014

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