Aargauischer Fussballverband

Giuseppe Aversa (FC Oftringen)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
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Geschlagene 9 Runden musste sich der FC Oftringen gedulden, ehe endlich die ersten Punkte der Saison eingefahren werden konnten. Ist der 5:2-Erfolg vom Samstag über den FC Niederwil, welchem man sogleich auch die rote Laterne übergab, nun der vielzitierte Befreiungsschlag? Ein erleichterter Cheftrainer Giuseppe Aversa stellte sich nach dem langersehnten Sieg seiner Elf den «drei ???».

1. Giuseppe Aversa, wie gross wurde die Nervosität im Umfeld des FC Oftringen, als nach 8 Runden noch immer keine Punkte zu Buche standen?
Persönlich wird man automatisch nervös, wenn man in eine solche Situation schlittert und weit und breit, auch im Vergleich zu anderen regionalen 2. Ligen, punktemässig die schlechteste Mannschaft überhaupt ist. Ich möchte aber an dieser Stelle betonen, dass der Verein stets Ruhe bewahrt und keinerlei Druck auf meine Mannschaft und mich ausgeübt hat. Wir wollen weiterhin unserer Philosophie treu bleiben und vor allem mit eigenen Junioren ohne finanzielle Risiken arbeiten. Ein Abstieg in die 3. Liga wäre für den Verein keinesfalls ein Weltuntergang, auch wenn wir ihn selbstverständlich mit allen Mitteln verhindern wollen. Wir sind historisch betrachtet schon seit jeher eine «Liftmannschaft» - das Ziel muss aber lauten, dies zu ändern und uns in der 2. Liga AFV hinweg zu etablieren.

2. Beginnt man da als Trainer auch, an sich selber zu zweifeln?
Man versucht sicherlich, neue Impulse zu setzen. Meine Mannschaft hat sich im Vergleich zu jener, die in der vergangenen Rückrunde stattliche 22 Punkte geholt hatte, personell nur minim verändert. Aktuell fehlen uns leider langfristig 4 Stammkräfte der letzten Saison, das spüren wir schon. Weiter leidet bei einer solchen Negativserie, wie wir sie erlebt haben, vor allem der mentale Bereich. Meine Herausforderung als Trainer ist, meine Mannschaft mental so aufzupäppeln, dass sie wieder an sich und ans Gewinnen glauben. Dafür habe ich in den letzten Wochen auch das Training etwas angepasst und mehr kognitive, mentale Elemente einfliessen lassen.

3. Die Erleichterung nach dem Sieg über Niederwil dürfte gross gewesen sein. Bläst der FC Oftringen nun zur Aufholjagd? Der Rückstand aufs rettende Ufer beträgt erst 7 Punkte.
Die Erleichterung war in der Tat riesig. Auch die Mannschaft betonte mehrfach, wie «geil» es sei, endlich mal wieder gewonnen zu haben. Für uns stehen nun bis zur Winterpause 4 extrem wichtige Partien an, wobei wir mit Gränichen und Suhr auf 2 Gegner aus der oberen Tabellenhälfte und mit Othmarsingen und Sarmenstorf auf 2 direkte Konkurrenten im Abstiegskampf treffen werden. Gerade gegen Othmarsingen und Sarmenstorf müssen wir zwingend punkten. Eigentlich bräuchten wir nach der Hinrunde insgesamt 15 Punkte auf dem Konto, womit wir alle 4 verbleibenden Spiele gewinnen müssten. Denn darauf verlassen, dass wir wie letzte Saison in der Rückrunde 22 Punkte holen, können wir uns nicht.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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