Aargauischer Fussballverband

Christian Jäggi (FC Fislisbach)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

5 Spiele, 9 Punkte – der FC Fislisbach ist nach zwischenzeitlicher Mini-Baisse bemerkenswert in die Saison gestartet. Am letzten Spieltag landete der Aufsteiger mit dem 2:1-Sieg beim Favoriten aus Suhr sogar ein veritabler Coup. Seit dieser Spielzeit an der Seitenlinie der Esp-Equipe steht Christian Jäggi, der im Sommer Pascal Brühwiler nach fast 4 Jahren abgelöst hatte. Der 38-Jährige trainierte in der Vergangenheit mehrheitlich Frauen- und Mädchenteams im Spitzenfussball (u.a. Basel und GC) – auch zu diesem «Tapetenwechsel» gab Jäggi im Rahmen der «drei ???» Auskunft.

1. Christian Jäggi, der FC Fislisbach ist das erste Männerteam seit über 7 Jahren, das Sie trainieren. Was sind neben der Anatomie die Hauptunterschiede zwischen Männern und Frauen auf dem Fussballplatz?
Bei meinen Stationen im Leistungssport nahmen die Spielerinnen die ganze Sache bedeutend ernster und gingen diese viel konzentrierter an als im Breitensport, wo ich mich nun bewege. Dort wird während den Trainings deutlich mehr herumgealbert, vor den Spielen gehen die Jungs am Freitagabend auch mal in den Ausgang, nach den Trainings gönnt man sich Pommes Frites und ein Bierchen. Ich trainierte in der Vergangenheit einige Nationalspielerinnen, die sich mit eisernem Willen und höchster Disziplin stets weiterentwickeln wollten. Weiter möchten meine Spieler am Abend im Training etwas abschalten und der Spass steht primär im Vordergrund, nachdem sie den ganzen Tag gearbeitet haben. Selbstverständlich möchten auch sie von den Übungseinheiten profitieren, aber in einer völlig anderen Dimension als dies im Spitzenfussball der Fall ist. Ich möchte aber betonen, dass mich Sportchef Thomas Muntwyler in unseren Gesprächen vor der Vertragsunterzeichnung mehrmals auf diese Umstände und Unterschiede hingewiesen hat. So war ich mir von Anfang an bewusst, worauf ich mich einlassen werde und dass der Fussball bei den meisten nicht wirklich an erster Stelle steht (schmunzelt).

2. 2:1 in Suhr, 2:4 im Cup beim Drittligisten Neuenhof, 3:1 gegen Gränichen, 0:5 gegen Schönenwerd-Niedergösgen, 3:0 gegen Othmarsingen, 2:4 in Gontenschwil… Wie erklären Sie sich die Leistungsschwankungen und die Inkonstanz Ihrer Mannschaft?
Das ist schwierig und die Frage nach dem «warum» stellt sich wohl jeder Trainer nach einer Niederlage. Man weiss ja eigentlich, zu was die eigene Mannschaft fähig wäre und so suche ich jeweils die Gründe in erster Linie bei mir. Hätte ich anders aufstellen können? Hätte ich eine andere Taktik wählen müssen? Es ist mir wichtig, dass ich allen Spielern die Möglichkeit gebe, sich in einem Ernstkampf zu zeigen, was natürlich stets die eine oder andere Rochade zur Folge hat. Bis sich die neue Formation jeweils findet, braucht es teilweise seine Zeit und dann kann es bereits zu spät sein, wenn man nach 20 Minuten 0:2 zurückliegt. Fussball ist oft eine mentale Angelegenheit; wenn man nicht von der 1. Minute an bereit ist, läuft man ins offene Messer, wie es uns beispielsweise gegen Schönenwerd-Niedergösgen widerfahren ist.

3. Mit 9 Punkten aus 5 Spielen dürften Sie mit dem Saisonstart aber durchaus zufrieden sein. Wo geht die Reise des FC Fislisbach in dieser Spielzeit noch hin?
Aus den ersten 5 Spielen hatten wir 8 Punkte budgetiert, wir liegen also sogar leicht über unseren Erwartungen. Als Aufsteiger ist das natürlich eine höchst erfreuliche Bilanz, wir stehen lediglich 4 Punkte hinter Leader Mutschellen. Der Blick auf die Tabelle motiviert meine Jungs noch mehr, zumal uns die Experten Anfangs Saison ja auf den letzten Platz getippt hatten. Das Schönste ist aber, dass wir in unserer Entwicklung erst ganz am Anfang stehen: Wir sind zwar noch immer ziemlich weit weg von dem, was ich mir vorstelle und haben taktisch noch deutlich Luft nach oben. Wenn wir unseren Weg jedoch unbeirrt weitergehen, dann werden wir bestimmt noch für die eine oder andere positive Überraschung in der laufenden Saison sorgen können. Wegweisend werden die nächsten zwei, drei Spiele sein; sie entscheiden darüber, ob wir uns eher gegen oben oder gegen unten orientieren können beziehungsweise müssen.

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18.09.2019

Hans Reimann (FC Frick)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Es läuft beim FC Frick, und zwar so richtig! Sowohl das „1a“, das vergangenen Saison aus der 2. Liga AFV abgestiegen war, wie auch das „1b“, im Sommer aufgestiegen aus der 4. Liga, belegen in ihren 3.-Liga-Gruppen den 1. Rang. Eine wohl historische Momentaufnahme! Ein spürbar stolzer Hans Reimann, Vereinspräsident seit Anfang 2019, gab ihm Rahmen der „drei ???“ Auskunft zum Höhenflug seines FC Frick.

1. Hans Reimann, der Blick auf die beiden 3.-Liga-Tabellen dürfte Ihnen momentan helle Freude bereiten, oder?
Das tut der Fricker Seele vor allem nach dem Abstieg der 1. Mannschaft aus der 2. Liga AFV vergangene Saison natürlich enorm gut. Dass gleich beide Mannschaften so gut aus den Startlöchern kommen, konnte man nicht erwarten. Natürlich ist es unser Anspruch, dass das 1a den direkten Wiederaufstieg bewerkstelligen kann. Beim 1b geht es aber eigentlich primär mal darum, dass es so viele Punkte wie möglich sammelt und nichts mit dem Abstieg zu tun hat.

2. Wie erklären Sie sich den momentanen Höhenflug beider Teams?
Das 1a ist trotz Abstieg bis auf Durim Ibrahimi, der im Sommer zu den Eagles Aarau wechselte, grossmehrheitlich zusammengeblieben. Auch unser 1b ist eine eingespielte Truppe, die sich seit vielen Jahren bestens kennt, einige gingen sogar bereits zusammen zur Schule. Zudem hat das Team dank dem neuen Trainerduo, das im vergangenen Winter übernommen hatte, noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Ein weiterer Faktor ist aus meiner Sicht bestimmt auch unsere Top-Infrastruktur, die sich stetig verbessert; wir verfügen über einen Kunstrasen, einen wunderbaren Hauptplatz und bekommen, wenn alles nach Plan läuft, Anfang März 2020 ein neues, schmuckes Clubhaus. An dessen Errichtung beteiligen sich viele Spieler unserer Aktiv-Mannschaften ehrenamtlich und sie merken, dass bei uns in Frick etwas entsteht. Dieser Fakt scheint zu beflügeln und man spürt förmlich, dass die täglich sichtbaren Veränderungen eine Euphorie im gesamten Verein auslösen.

3. Würde sich an der momentanen Tabellensituation bis zum Schluss nichts mehr ändern, wäre laut Reglement nur eine Mannschaft aufstiegsberechtigt. Haben Sie sich mit diesem Szenario im Verein bereits auseinandergesetzt?
Nein, nein, dafür ist es definitiv noch zu früh (lacht). Damit beschäftigen wir uns, wenn es dann soweit sein sollte, doch die Chance ist doch ziemlich klein. Wir wären bereits wunschlos glücklich, wenn eine Mannschaft die Saison auf einem Aufstiegsplatz beenden würde – der Zeitpunkt des Aufstieges wäre kurz nach der Eröffnung unseres neuen Clubhauses schlicht perfekt.

12.09.2018

Josef Schmölzer

19.08.2014

Kecke Aufsteiger

27.05.2014

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