Aargauischer Fussballverband

Emilio Munera (FC Lenzburg)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

In der Vorrunde noch Co-Trainer von Niederwil und damit mitverantwortlich für den Aufschwung der Reusstaler, stand Emilio Munera zum Rückrunden-Auftakt auf der Gegenseite: Erst vor 2 Wochen beerbte der ehemalige Profi des FC Wettingen Igor Drmic beim FC Lenzburg und der Spielplan wollte es so, dass Munera gleich im ersten Spiel auf seinen Ex-Verein traf. Die Rückkehr auf die Riedmatt verlief dann auch durchaus erfolgreich; mit 3:0 siegten die Lenzburger. Nach dem emotionalen Wiedersehen stellte sich Munera den «drei ???»:

1. Emilio Munera, mit welchen Gefühlen gingen Sie ins Spiel gegen ihren Ex-Verein?
Es war für mich ehrlichgesagt nicht ganz einfach, denn ich durfte eine tolle Zeit in Niederwil verbringen. Beim Wiedersehen mit Gino (Saporito, Cheftrainer) und Ralf (Meier, Präsident) haben wir uns herzlich umarmt, doch letztendlich ging es auch in diesem Spiel um 3 Punkte und während den 90 Minuten konnte ich die ganzen Emotionen relativ gut ausblenden.

2. Das 3:0 lässt erahnen, dass sie Ihr Team gut auf die Ihnen bestens bekannten Gegenspieler eingestellt haben?
Für ein paar Situationen konnte ich meiner Mannschaft durchaus den einen oder anderen Input mitgeben, auch wenn auf unserer Stufe meist das nächste Spiel sowieso wieder komplett anders ist als das vorherige. Doch gerade auf die Standardsituationen gegen uns konnte ich meine Jungs gut einstellen, das ist richtig.

3. Eigentlich wollten Sie künftig Ihre Freizeit mehr mit Golfen verbringen. Weshalb haben Sie sich trotzdem für den FC Lenzburg entschieden?
Nachdem ich bereits einen Golf-Schnupperkurs absolviert hatte, wollte ich in naher Zukunft tatsächlich den Grundkurs besuchen. Als die Anfrage des FC Lenzburg kam, ging dann aber alles sehr schnell. Mir sagt die Vereinsführung und deren Philosophie zu und den Geruch von frischgemähtem Rasen vermisste ich nach kurzer Zeit bereits wieder, sodass ich zusagte – vorerst mal bis Ende Saison. Aber ich könnte mir auch ein längeres Engagement in Lenzburg durchaus vorstellen, dann müsste das Golfen halt nochmals ein wenig länger warten, aber wie sagt man so schön? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben (lacht).

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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