Aargauischer Fussballverband

Beat Dünki (FC Othmarsingen)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Als Suhr-Stürmer Ahmet Ceker 20 Minuten vor dem Ende das 4:2 gegen den FC Othmarsingen erzielte, schien der Mist auf der Hofstattmatten geführt gewesen zu sein. Doch dank 2 Joker-Toren in der Schlussphase entführte Othmarsingen doch noch einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt aus Suhr. Nach dem spektakulären Remis stellte sich FCO-Trainer und -Präsident Beat Dünki den «drei ???».

1. Beat Dünki, Hand aufs Herz, ab welchem Zeitpunkt haben Sie nicht mehr an einen Punktgewinn Ihrer Mannschaft geglaubt?
Ich habe eigentlich immer daran geglaubt, dass noch etwas machbar ist, wobei es nach jedem Gegentor natürlich noch etwas schwieriger wurde. Nach dem 2:4 nahm ich dann höchstes Risiko, was sich glücklicherweise letztendlich voll ausbezahlt hat.

2. Mit Kristjan Bushaj und Rinor Zukaj, der normalerweise in der 2. Mannschaft in der 4. Liga kickt, haben zwei Joker zum 3:4 und 4:4 getroffen. Sind Sie aufgrund Ihres «goldenen Händchens» auch ein wenig stolz auf sich selber?
Natürlich gibt einem das als Trainer ein gutes Gefühl. In erster Linie bin ich aber stolz auf die Mannschaft, dass sie noch ein positives Resultat erreichen konnte. Ich hatte in dieser Phase des Spiels schlicht ein gutes Gespür bei den Einwechslungen, aber deswegen klopfe ich mir sicher nicht selber auf die Schulter, das mache ich nie. Wenn man gewinnt, ist die Mannschaft dafür verantwortlich und wenn man verliert, ist der Trainer schuld (lacht). Erfreulich ist, dass Rinor Zukaj, der eigentlich Captain der 2. Mannschaft in der 4. Liga ist, der Ausgleich in der Nachspielzeit gelang. Er war schon ab und zu als «Notnagel» mit uns dabei und am Freitag hatte ich plötzlich das Gefühl, dass es Rinor nun brauche. Er verfügt über einen tollen Schuss und prompt war er 10 Minuten nach seiner Einwechslung aus der Ferne auf dem nassen Untergrund erfolgreich.

3. Nach nur einem Punkt aus den ersten 4 Saisonspielen lief es dem FC Othmarsingen jüngst deutlich besser. Wo sehen Sie die Gründe für die Leistungssteigerung?
Grundsätzlich spielten wir auch in diesen 4 Spielen zu Saisonbeginn stets gut, nur hat uns da oft das Wettkampfglück etwas gefehlt. Ich war immer felsenfest davon überzeugt, dass der Wind irgendwann drehen wird und hatte nie Angst, dass wir nicht aus dieser Mini-Krise herausfinden werden. Es ist natürlich zu hoffen, dass wir auch in der Rückrunde an unsere guten Leistungen anknüpfen können; mein Ziel Ende Saison ist eine Platzierung zwischen Rang 3 und 6. Weiter möchten wir im Cup möglichst weit kommen, wir stehen ja immerhin bereits im Viertelfinal und haben in diesem ein Heimspiel gegen Ligakonkurrent Gränichen. Ich stand bereits einmal mit Othmarsingen im Cupfinal, das war 2003 in Kölliken gegen den FC Brugg, leider gingen wir damals als Verlierer vom Platz. Mal schauen, wohin die Reise in dieser Cup-Kampagne geht.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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