Aargauischer Fussballverband

Luigi Saporito (FC Niederwil)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

5 Siege und 1 Remis aus den ersten 6 Runden – der FC Niederwil war fulminant in die erste 2.-Liga-Saison der Vereinsgeschichte gestartet. Und wer nach der Niederlage in Gränichen dachte, der Aufsteiger würde nun einbrechen, der irrte gewaltig: Im Spitzenkampf gegen 2.-Liga-inter-Absteiger Rothrist bewiesen die Niederwiler enorme Charakterstärke, siegten dank 3 Treffern in der letzten halben Stunde nach 0:2-Rückstand noch 3:2 und eroberten sich die Leaderposition von den Westaargauern zurück. Erfolgstrainer Luigi Saporito, seit 2013 Übungsleiter beim FCN, stellte sich nach dem Kraftakt seiner Truppe den «drei ???».

Luigi Saporito, was ging Ihnen durch den Kopf, als das zu diesem Zeitpunkt überlegene Rothrist nach einer Stunde auf 2:0 erhöhte?
Ganz ehrlich, ich habe nicht mehr wirklich mit einem Punktgewinn gerechnet. Dass es gegen die spielstarken Rothrister schwierig werden würde, war uns bereits im Vorfeld bewusst. Nach dem 0:2 habe ich mich innerlich schon mit unserer ersten Heimniederlage abgefunden, auch wenn natürlich der letzte Funken Hoffnung weiterhin loderte. In der Folge setzten wir alles auf eine Karte, was sich letztendlich bekanntlich ausbezahlt hat. Wir wussten und betonten auch fast schon gebetsmühlenartig, dass wir immer mindestens ein Tor erzielen werden. Nach dem postwendenden 1:2-Anschlusstreffer ging ein regelrechter Ruck durch die Mannschaft und auch die Auswechslungen bewirkten das, was wir uns von ihnen erhofft hatten.

Nach der Niederlage in Gränichen hat Ihre Mannschaft nun die Reifeprüfung gegen das Spitzenteam aus Rothrist bestanden. Träumen Sie insgeheim schon von Grösserem?
Das wir irgendwann kurzzeitig einbrechen werden, ist leider so sicher wie das Amen in der Kirche. Wir sammeln nun einfach die Punkte, die es benötigt, um so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wir peilen die in der 2. Liga AFV magische «30-Punkte-Marke» an, die für den Ligaerhalt reichen sollte. Wir geniessen aktuell einfach unseren Lauf, den wir haben und wir wollten unbedingt eine Reaktion auf die Niederlage in Gränichen zeigen, was uns gelungen ist.

Lassen Sie uns etwas an der Euphorie im Dorf teilhaben. Wie äussert sie sich?
Die ist in der Tat greifbar, ich wohne selber in Niederwil. Wenn ich im Dorf unterwegs bin, wird man oft angesprochen und man spürt: Die Niederwiler sind begeistert und stolz auf ihren FCN! Aber ich kann schon noch in Ruhe einkaufen gehen, so ist es dann doch nicht (lacht).

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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