Aargauischer Fussballverband

Olivier Häusermann (FC Aarau 2)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Was für ein Kämpferherz! Was für eine Moral! Was für Team-Spirit! Was der FC Aarau 2 in den letzten 10 Minuten beim Gastspiel in Suhr zeigte, war ganz grosser Sport. Auf der Hofstattmatten lag man scheinbar aussichtslos mit 0:4 hinten, doch dann drehten die Reserven des FCA derart auf, sodass die Zuschauer aus dem Staunen fast nicht herauskamen: Mit 4 Treffern in der Schlussphase sicherte sich die Truppe von Trainer Olivier Häusermann einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt. Häusermann stellte sich nach dem auf der eigenen Homepage als «Wunder von Suhr» titulierten Kraftakt den «drei ???».

1. Olivier Häusermann, ab welchem Zeitpunkt haben Sie Ihre Mannschaft abgeschrieben?
Wenn ich sie komplett abgeschrieben hätte, wäre ich kein guter Trainer. Aber klar, nach dem 0:4 machte sich natürlich eine gewisse Resignation breit. Bis in den Schlussminuten waren wir auch klar unterlegen und mussten bei Pfosten- und Lattentreffern das Glück enorm beanspruchen. Nichtsdestotrotz wusste ich, dass wir Rückstande aufholen können, dies ist uns ja bereits in Oftringen gelungen, wo wir nach einem 0:2-Rückstand noch ausgleichen konnten. Aber ein 0:4 war dann eigentlich schon eine etwas gar grosse Hypothek.

2. Wie erklären Sie sich dann die fast schon explosionsartige Leistungssteigerung Ihrer Jungs in der Schlussphase?
Ich möchte wirklich niemandem zu nahe treten, aber dass der Torwart von Suhr beim Stand von 1:4 versuchte, unseren Stürmer auszudribbeln, kam uns natürlich entgegen. Absolut identisch wie bei Frankreich-Hüter Hugo Lloris im WM-Final ging der Versuch gehörig schief und so witterten wir noch einmal Morgenluft. Unseren grossen Innenverteidiger schickte ich danach nach vorne und ging «all in», was sich ausbezahlt hat.

3. 6 Punkte aus 6 Spielen und Tabellenrang 7 – wie zufrieden sind Sie mit dem Saisonstart?
Unter dem Strich bin ich eigentlich zufrieden, wenn man bedenkt, woher diese Mannschaft kommt. Was viele nicht wissen: Wir sind nicht das ehemalige «Team Aargau U21», das letzte Saison noch in der 2. Liga interregional spielte, sondern wir bestehen zu über 80 Prozent aus Spielern, die letzte Saison noch in der 3. Liga kickten mit Jahrgang 1997 und jünger. Anhand all dieser Umstände kann das Ziel in dieser Saison nur der Ligaerhalt sein, alles andere wäre vermessen.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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