Aargauischer Fussballverband

Marco Wüst (FC Kölliken)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der FC Kölliken hat einen Start nach Mass in die noch junge 2.-Liga-Saison hingelegt: Nach dem 1:0-Sieg über 2.-Liga-interregional-Absteiger Rothrist sind die Westaargauer neben dem überraschenden Aufsteiger Niederwil das einzige Team, das noch keine Punkte abgegeben hat. Für die Offensive hat man Rückkehrer Albert Marku von den Eagles Aarau und Severin Dätwyler vom 1.-Liga-Promotion-Club Cham geholt, zudem wird Goran Antic vom FC Suhr die Kölliker bald hochkarätig verstärken und ein Transfer von Suhr Dario Dussin steht im Raum. Cheftrainer Marco Wüst, der die 3. Saison an der Seitenlinie steht, stellte sich nach dem perfekten Saisonstart den «drei ???».

1. Marco Wüst, 3 Spiele, 9 Punkte – hätten Sie vor der Saison von so einem Meisterschaftsstart zu träumen gewagt?

Wir haben es uns natürlich erhofft. Der Start ist oft ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Meisterschaft – dass dieser uns so gelingen würde, konnte man aufgrund der doch eher durchzogenen Vorbereitung nicht wirklich erwarten. Umso schöner, dass wir die ersten 3 Partien für uns entscheiden konnten.

2. Nach den Top-Zuzügen Albert Marku und Severin Dätwyler wird bald auch Stürmer Goran Antic nach abgesessener Sperre Ihr Team verstärken. Zudem möchte Dario Dussin zum FCK wechseln, ebenfalls ein Hochkaräter. Was erhoffen Sie sich von den beiden?
Der Transfer von Dario Dussin zu uns ist aktuell nichts weiter als ein Gerücht und noch lange nicht in trockenen Tüchern. Er hat sein Interesse jedoch deutlich signalisiert und auch ich würde ihn sehr gerne bei uns aufnehmen. Ich nehme grundsätzlich eigentlich jeden auf, der sich mit den Werten des FC Kölliken voll und ganz identifizieren kann und mit dem zufrieden ist, was wir bieten können.

3. Damit würde Ihre Mannschaft über noch mehr Qualität verfügen. Was ist für den FC Kölliken in dieser Saison möglich? Es kann ja auch gefährlich sein, eine funktionierende und erfolgreiche Mannschaft zu verändern.
Ich weiss, worauf Sie hinaus möchten. Dafür hat man gewisse Werte innerhalb eines Teams, die eingehalten und Tag für Tag gelebt werden müssen. Letztendlich ist das «Miteinander» zentral und ausschlaggebend, nur individuelle Klasse bringt uns nicht weiter. Offensiv haben wir jetzt aber deutlich mehr Optionen, was für den Trainer immer schön ist, wenn er die Qual der Wahl hat (schmunzelt).

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16.10.2019

Adis Kajtazovic (FC Entfelden)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Alle 3 bisherigen Runden im Axpo Aargauer Cup hat Drittligist Entfelden überstanden – und dabei dreimal einen Zweitligisten ausgeschaltet! Nach Oftringen und Titelverteidiger Mutschellen musste am Dienstagabend im Derby auch der FC Gränichen nach einem dramatischen Sieg inklusive Last-Minute-Ausgleich mit anschliessendem Elfmeterschiessen dran glauben. Der Trainer der «Riesentöter», Adis Kajtazovic, stellte sich nach dem abermaligen Coup seiner Mannschaft den «drei ???».

1. Adis Kajtazovic, wie war es während des Dramas gestern Abend gegen Gränichen um Ihre Nerven bestellt?
Nervlich war es in der Tat eine enorme Belastungsprobe. Bereits die beiden Cup-Spiele zuvor gingen zwar ins Elfmeterschiessen (Oftringen) beziehungsweise in die Verlängerung (Mutschellen), aber dieses Mal war es schon sehr speziell, zumal wir in der regulären Spielzeit die bessere Mannschaft waren und dann mit dem allerletzten Angriff inklusive stürmenden Torwart doch noch zum verdienten Ausgleich kamen. Der Sieg wurde natürlich ausgiebig gefeiert, ich für meinen Teil hatte vorsorglich heute Mittwochmorgen in quasi weiser Voraussicht frei genommen (schmunzelt).

2. Die «Rolle des David» scheint Ihnen und Ihrem Team zu liegen! Wie erklären sie es sich, dass sie nun dreimal in Folge einen Zweitligisten eliminiert haben?
Da muss ich etwas ausholen: Nach meiner Rückkehr nach Entfelden im vergangenen Winter spielten wir eine sensationelle Rückrunde, sodass wir uns für diese Saison sowohl in der Meisterschaft, als auch im Cup hohe Ziele steckten. In der Vorbereitung testeten wir bewusst gegen vier Zweitligisten, sodass wir uns an ein hohes Tempo gewöhnen konnten. Starke Gegner scheinen uns grundsätzlich zu behagen, haben wir in der Meisterschaft doch gegen höher eingeschätzte Teams gewonnen und alle drei Niederlagen gegen schwächere, tief stehende Teams bezogen. Dieses «Problem» ist definitiv im mentalen Bereich anzusiedeln und daran müssen wir arbeiten. Aber momentan geniessen wir unseren Höhenflug, auch für mich ist diese Cup-Kampagne in meinen über 15 Jahren Trainer beim FC Entfelden ein absolutes Highlight. Nachdem wir damals zweimal in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, trennten sich die Wege von mir und dem FC Entfelden, woraufhin es sportlich mit der 1. Mannschaft doch ziemlich bergab ging, sodass man mich wieder zurückholte. Dass es nun so gut läuft, ist auch für mich persönlich eine grosse Genugtuung. Sowohl als Spieler, wie auch als Trainer stand ich noch nie in einem Cupfinal. Stellen Sie sich vor, ich habe nicht einmal im Cup-Wettbewerb überwintert, spätestens im Achtelfinal war jeweils Schluss! Nachdem bereits so viele Zweitligisten gescheitert sind, bietet sich uns nun eine fast schon historische Chance, etwas ganz Grosses zu erreichen.

3. Nun stehen Sie bereits im Viertelfinal – wen wünschen Sie sich als Gegner?
Das ist eine ganz schwierige Frage. Eigentlich wünscht man sich ja jeweils einen Gegner aus der gleichen oder einer tieferen Liga. Doch wenn man bedenkt, dass wir bislang drei Zweitligisten ausgeschaltet haben, wäre es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, wenn wir noch einen vierten zugelost bekommen (lacht). Bei Ihrer Frage befinde ich mich etwas in einer Zwickmühle, aber nüchtern betrachtet wäre ein schwächerer Gegner schon mal schön (schmunzelt).

 

12.09.2018

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