Aargauischer Fussballverband

Roger Wehrli (FC Gränichen)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Eine Viertelstunde vor Schluss schien die Sache gegessen zu sein: Gränichen lag im Heimspiel gegen Lenzburg scheinbar vorentscheidend mit 1:3 zurück und hätte somit zur «Abstiegs-Finalissima» in Fislisbach antreten müssen. Doch dann rieben sich die fast 300 Zuschauer auf der ZehnderMatte verwundert die Augen, denn mit 3 Toren in der Schlussphase drehten die Gränicher die Partie doch noch zu ihren Gunsten und sicherten sich so eine Runde vor Schluss vorzeitig den Ligaerhalt. Roger Wehrli, ehemaliger Schweizer Nationalspieler und seit der Rückrunde FCG-Übungsleiter, stellte sich nach der nervenaufreibenden Partie den «drei ???».

1. Roger Wehrli, Hand aufs Herz, haben Sie eine Viertelstunde vor Schluss beim Stand von 1:3 noch an einen Sieg geglaubt?
Es fiel mir schon schwer, schliesslich hatte Lenzburg grosse Chancen zum 4:1 und 5:1, dann wäre der Mist natürlich sowieso geführt gewesen. Mein Sohn Marc erzielte danach zum Glück den für die Moral eminent wichtigen 2:3-Anschlusstreffer, dann kippte das Momentum auf unsere Seite. Lenzburg hat eine tolle Mannschaft, aus meiner Sicht spielerisch eine der besten in der 2. Liga, doch sie besteht aus vielen jungen Spielern, was in einer solchen Schlussphase wie am Mittwoch kein Vorteil ist. Letztendlich holten wir glücklich den Sieg, verdient wäre wohl ein Remis gewesen. Aber die 3 Punkte nehmen wir natürlich gerne (schmunzelt).

2. Wurde nach dem Spiel ausgiebig gefeiert? Oder steht die grosse «Ligaerhalt-Sause» erst noch bevor?
Wie ich gehört habe, hat die Mannschaft noch etwas die Korken knallen lassen, doch ich ging auf ziemlich direktem Wege nach Hause, ich war mental komplett kaputt. Von der Anspannung her waren die letzten 3 Monate die schlimmsten meiner Karriere. Ich persönlich konnte fast nur verlieren, denn bei einem Abstieg hätten all jene Recht bekommen, die im Winter gross posaunten: «Was holt man jetzt diesen ‘alten Cheib’?». Doch nun haben wir es geschafft und können gelassen ins letzte Saisonspiel gegen Fislisbach gehen. Eigentlich will ich ja gewinnen, schliesslich möchte ich den Abstiegskampf nicht beinflussen. Andererseits werden auch ein paar Spieler zum Zug kommen, die in dieser Rückrunde oft haben hinten anstehen müssen, das verdienten sie sich redlich und ich habe es ihnen versprochen.

3. Wo haben Sie den Hebel angesetzt, als Sie im Winter das Traineramt von Hansruedi Birrer übernommen haben?
Den musste ich dringend beim Teamgeist ansetzen, denn dieser war quasi gar nicht vorhanden. Ich bin ja eigentlich kein Pfarrer (lacht), doch mit verschiedenen Gesprächen gelang es mir nach und nach, dass das Team wieder näher zusammengerückt ist. Auch die taktischen Dinge wurden von Spiel zu Spiel von der Mannschaft besser umgesetzt, ich hatte mit nur 2 Wochen halt auch eine sehr kurze Vorbereitungszeit im Winter. Entscheidend war sicherlich auch, dass ein paar Spieler, die nach der Vorrunde eigentlich den Rücktritt gegeben hatten, zurückgekehrt sind und eine entscheidende Rolle im Abstiegskampf spielten. Aber generell blühte jeder Spieler auf, so zum Beispiel Remo Senn mit seinen 42 Jahren, da kann ich nur meinen Hut ziehen. Es spricht zwar nicht unbedingt fürs Kader, wenn ein 42-Jähriger noch spielen muss, aber nun gut (lacht). Im Spiel gegen Lenzburg war er an drei Treffern beteiligt, wobei ich ihn beim Stand von 1:3 eigentlich auswechseln und für den Samstag gegen Fislisbach schonen wollte – zum Glück habe ich es mir anders überlegt (lacht).

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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