Aargauischer Fussballverband

Igor Drmic (FC Lenzburg)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Manch’ einer dürfte sich verwundert die Augen gerieben oder an einen Meldungsfehler des Schiedsrichters gedacht haben, als er das Resultat der Partie Frick gegen Lenzburg sah: Gleich mit 9:0 fegte der FCL die Fricker von deren eigenem Platz und feierte so nach dem 11:0 der Eagles über Koblenz im vergangenen August den zweithöchsten Sieg der laufenden Saison überhaupt. Seit Winter 2017 an der Seitenlinie der Lenzburger steht Igor Drmic, der ältere Bruder von Nati-Stürmer und Gladbach-Söldner Josip Drmic. Dieser stellte sich nach dem beeindruckenden Kantersieg seiner Mannschaft den «drei ???».

1. Igor Drmic, in der Halbzeit stand es «nur» 2:0 für Ihr Team, danach lief dieses so richtig heiss – was haben sie den Jungs in den Pausentee getan?
Wir haben keinen Tee, sondern lediglich Wasser zu uns genommen, Ehrenwort (lacht). Ich forderte einfach, dass die Konzentration hochgehalten wird, denn wir haben es in der Vergangenheit ja schon mehrmals fertiggebracht, einen 2:0-Vorsprung noch aus der Hand zu geben. Das ist etwas unser Problem, dass wir das Gefühl haben, es läuft alles von alleine, wenn wir in Führung liegen, was ich dieses Mal unbedingt vermeiden wollte. Frick hat den fatalen Fehler gemacht, dass sie nach den Gegentoren jeweils weiterhin pressten und uns mal für mal ins offene Messer liefen, was wir eiskalt ausgenützt haben. Ich war schon etwas überrascht ob der Darbietung der Fricker, zumal ich weiss, wie Frick-Trainer Samuele Drakopulos arbeitet und wie fit seine Spieler eigentlich sind. Doch an diesem Tag war von alldem nichts zu sehen und die Kampfbereitschaft war nicht wirklich da – wir haben aber auch eine ausserordentlich gute Leistung an den Tag gelegt und es vor allem bis zum Ende durchgezogen. Das war wie erwähnt nicht immer so, im Cupspiel gegen Neuenhof oder auch in Fislisbach beispielsweise liessen wir uns nach gutem Start die Butter noch vom Brot nehmen. Gegen die sogenannt «Kleinen» haben wir leider immer etwas Mühe und wir haben das Gefühl, dass uns sowieso nichts passieren kann.

2. Vor Ihrem Engagement bei Lenzburg waren sie auch schon Cheftrainer in der 3. Liga – konnten Sie schon einmal einen so hohen Sieg bei den Aktiven feiern?
Nein, nur in den Junioren (schmunzelt). In der 3. Liga war der höchste Sieg glaube ich ein 6:0. Ich war wirklich überrascht, dass sich die Fricker so von uns abschlachten liessen. Gegen Ende wollten die Spieler unbedingt das «Stängeli» schaffen und ich liess mich von diesem Ehrgeiz auch etwas anstecken. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das wohl etwas respektlos rüberkam, wofür ich mich an dieser Stelle entschuldigen möchte, das macht man einfach nicht. Der Anstand ging kurzzeitig leider etwas verloren.  

3. Dank diesem Sieg und den Niederlagen der Eagles und von Gontenschwil sind Sie nun 3 Punkte näher an das Spitzen-Duo herangerückt – was wollen Sie diese Saison noch erreichen?
Wir möchten die Saison unbedingt unter den ersten 3 abschliessen. Der Cupfinal-Einzug wäre auch ein Ziel gewesen, dieses haben wir leider leichtfertig verpasst. Weiter möchten wir die Mannschaft über den Sommer so gut wie möglich zusammenhalten, auch wenn schon wieder das eine oder andere Angebot für Leistungsträger auf dem Tisch liegt. Mit punktuellen Verstärkungen und möglichst wenigen Abgängen wollen wir nächste Saison angreifen und die Rückkehr in die 2. Liga interregional bewerkstelligen. Wir planen ein langfristiges Projekt und möchten in Lenzburg etwas aufbauen.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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