Aargauischer Fussballverband

Luigi Saporito (FC Niederwil)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Bei allen 4 Viertelfinals des Axpo Aargauer Cup versuchte ein Drittligist, einem Zweitligisten ein Bein zu stellen. Mit Neuenhof (4:3-Sieg in Lenzburg) und Niederwil (2:1-Erfolg über Othmarsingen) gelang dies in der Hälfte der Fälle, wobei beiden Clubs der umjubelte Siegtreffer erst tief in der Nachspielzeit gelang. Der AFV erreichte einen überglücklichen Niederwil-Trainer Luigi Saporito im Kurz-Trainingslager in Alicante (Spanien), befragte ihn über den Coup seiner Mannschaft und wagte bereits einen Blick voraus.

1. Herr Saporito, wie gelang es Ihnen und Ihrem Team, den Favoriten aus Othmarsingen in die Knie zu zwingen, obwohl Sie über eine halbe Stunde in Unterzahl agieren mussten?

Nach der unglücklichen roten Karte ging ein regelrechter Ruck durch die Mannschaft und es entwickelte sich eine «Jetzt erst recht»-Stimmung. Danach ging wirklich jeder für den Anderen, da hat man als Trainer natürlich enorm Freude. Nach dem Siegtreffer in der Nachspielzeit brachen buchstäblich alle Dämme.

2. Wie zufrieden sind Sie mit Klingnau als Halbfinal-Gegner?
Wir sind bereits seit gestern in Spanien und haben gespannt die Auslosung live auf der AFV-Facebook-Seite mitverfolgt. Unser einziger Wunsch war, dass wir ein Heimspiel austragen dürfen, gegen wen, war uns egal. Dass dieser Wunsch nun in Erfüllung ging, ist natürlich wunderbar. Wir werden diesen Halbfinal geniessen, haben nichts zu verlieren und sind einfach glücklich, dass wir dieses Highlight erleben dürfen.

3. Der FC Niederwil führt die Tabelle der 3. Liga Gruppe 2 mit 3 Punkten vor Neuenhof, das ebenfalls im Halbfinal steht, an. Wenn Sie wählen könnten: Aufstieg oder Cupsieg?
Das ist jetzt aber eine ganz typische und gemeine Journalisten-Frage (lacht). Ich stand als Juniorentrainer zweimal mit dem FC Wohlen und einmal als Spieler der Senioren 40+ des FC Niederwil im Cupfinal. Ich kenne also die besondere Stimmung am Cupfinaltag und haben auch meinen Spielern gesagt, dass sie wenn überhaupt wohl nur einmal im Leben das Privileg haben werden, einen Cupfinal bestreiten zu dürfen. Genauso geniessen wir aber auch unsere Top-Ausgangslage in der Meisterschaft, ich kann mich zwischen den beiden Highlights «Aufstieg» und «Cupsieg» leider beim besten Willen nicht entscheiden, tut mir leid (lacht).

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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