Aargauischer Fussballverband

Domagoj Karadza (FC Neuenhof)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Es war nicht irgendein Gegner. Mit dem FC Eagles Aarau war im Achtelfinal des Axpo Aargauer Cup niemand geringeres als das aktuelle «Team der Stunde» der 2. Liga AFV (zuletzt 6 Pflichtspiel-Siege in Serie) beim Drittligisten FC Neuenhof zu Gast. Die Neuenhofer, die erst auf diese Saison hin in die 3. Liga aufgestiegen waren, stutzten den Adlern jedoch gehörig die Flügel und siegten gleich mit 4:1. Domagoj Karadza, seit Sommer 2016 und der Aufstiegssaison Übungsleiter beim FCN, stellte sich nach dem Coup seiner Mannschaft den «drei ???».

Domagoj Karadza, 4:1 gegen die Eagles! Weshalb ist Ihre Mannschaft so über sich hinausgewachsen?

Wir reden hier vom Cupwettbewerb, wo bekanntlich alles möglich ist und jeder jeden schlagen kann. Dabei ist die Einstellung fast das wichtigste, die hat bei uns gestern eindeutig gestimmt. Die Eagles sind technisch und taktisch eine sehr starke Mannschaft mit viel Disziplin, aber wir haben dagegengehalten. Unser Matchplan war hinten solide stehen und vorne auf Konter lauern, was voll aufgegangen ist. Weiter hatten wir auch etwas Glück, beim Stand von 1:0 für uns haben sie einen Elfmeter verschossen, wir hingegen haben unseren zur frühen Führung verwandeln können. Aber ohne Glück ist es als Unterklassiger fast nicht möglich, eine solche Sensation zu schaffen. Der Sieg ist aber wohl um 1 bis 2 Tore zu hoch ausgefallen.

In den ersten 11 Meisterschafts-Partien erzielten die Eagles im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel. Wie gelang es Ihnen, die hochgelobte Offensive der Aarauer auszuschalten?
Wir haben unsere Taktik etwas angepasst und sind deutlich defensiver gestanden als wir das normalerweise in der Meisterschaft tun. Vor allem unsere beiden Flügelspieler waren der Schlüssel zum Erfolg, indem sie teilweise den Job der Aussenverteidiger übernommen haben, ohne jedoch die Offensive zu vernachlässigen. Die beiden mussten wir quälen bis zum Umfallen, anders ging es nicht (lacht). Unsere Viererkette stand über 90 Minuten auf einer Linie und kompakt, ich hatte die Anweisung gegeben, dass keiner der Verteidiger rausrückt, sondern dass wir hinten wie eine Mauer stehen bleiben, sodass wir gegen die individuell sensationell bestückte Eagles-Offensive immer eine Überzahl haben kreieren können.

Nun wartet Ende März 2018 bereits der Viertelfinal im Axpo Aargauer Cup auf Sie und Ihre Mannschaft. Welchen Gegner wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir wiederum einen Zweitligisten als Gegner. Wenn wir diesen ausgeschaltet haben, treffen wir im Halbfinal ja vielleicht auf einen nominell schwächeren Gegner (lacht).
 

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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