Aargauischer Fussballverband

Andi Hediger (FC Beinwil am See)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Drittligist Beinwil am See ist der einzige Verein, der in den Sechzehntelfinals des Axpo Aargauer Cups einen Oberklassigen hat ausschalten können: Der formstarke FC Kölliken aus der 2. Liga wurde am Hallwilersee gleich mit 6:2 nach Hause geschickt. Im Rahmen der «drei ???» spricht Trainer Andy Hediger, seit dieser Saison Übungsleiter der Beinwiler, über den Coup seines Teams, dessen Ziele und seinen Ex-Club Kölliken, mit welchem er zweimal in Folge den Cup gewinnen konnte.

1. Andy Hediger, 6:2 gegen Kölliken! Was haben Sie Ihrem Team vor der Partie in die Trinkflaschen gefüllt?
Wir sind beim Wasser geblieben, versprochen (lacht). Abgesehen davon sind wir die Partie aber schon speziell angegangen, alleine die Ausgangslage mit meiner Vergangenheit mit Kölliken war schon aussergewöhnlich. Motivieren musste ich keinen meiner Spieler, diese war mit der Aussicht auf einen Coup gegen einen Zweitligisten bereits gross genug. Jedoch konnte ich dieses vielzitierte «Cup-Feeling» schon ein wenig rüberbringen. Der Cup war bereits seit Anfang Saison ein grosses Thema bei uns, wobei der Viertelfinal unser Minimalziel ist – der Weg ist also nicht mehr weit!

2. Über 8 Jahre standen Sie von 2002 bis 2010 beim Gegner Kölliken an der Seitenlinie und trafen mehrmals auf «Böju». Wie speziell war das Duell gegen Ihren Ex-Club?
Ich hatte wirklich extrem Freude an der Auslosung und vom ersten Moment an habe ich auf dieses Duell hin gefiebert. Damals gingen ich und die Kölliker absolut im Guten auseinander und ich pflege bis heute noch Freundschaften zu Spielern und Funktionären. Deshalb hatte ich ungemein «de Plausch», dass sie nach «Böju» kommen müssen. Auch die Cup-Vorgeschichte der beiden Vereine verlieh dem Duell noch ein wenig mehr Würze, es war wirklich von A bis Z speziell und einfach nur ein super Abend. Auf der Gegenseite standen zudem auch Spieler wie die Gebrüder Werthmüller, mit denen zusammen ich 2005 und 2006 sensationell zweimal in Folge den Cup gewonnen hatte. Man kannte sich also bestens (schmunzelt).

3. Ihr Team liegt in der 3. Liga Gruppe 1 nach 5 Partien auf Rang 4. Wo will der FC Beinwil am See diese Saison noch hin?
Unsere Saisonziele sind eigentlich ganz bescheiden: Wir wollen uns im vorderen Mittelfeld etablieren. Ein weiteres Ziel ist es aber, solche grossen Leistungen wie gestern zu vollbringen, es waren von der Frauen-Mannschaft bis zu den Senioren- und Juniorenteams, die uns am Spielfeldrand unterstützten, alle hell begeistert. Wenn wir solche Leistungen wiederholen können, sind wir absolut auf dem richtigen Weg. Ich geniesse wirklich jede einzelne Woche hier, Beinwil und ich, das passt einfach (lacht).

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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