Aargauischer Fussballverband

Sven Lüscher (FC Gontenschwil)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

In der Meisterschaft läuft es dem FC Gontenschwil derzeit rund; aus den ersten 5 Spielen holte man deren 12 Punkte und setzte sich in der Spitzengruppe fest. Massgeblichen Anteil am aktuellen Gontenschwiler Hoch hat Sommer-Königstransfer Sven Lüscher, der die Erfahrung aus 75 Super-League- und über 200 Challenge-League-Spielen mitbringt (54 Tore). Der ehemalige Profi von Aarau, Winterthur und YB erzielte in den ersten 5 Partien bereits 9 Treffer, liegt zusammen mit Köllikens Albert Marku an der Spitze des Torschützenklassements und stellte sich nach Sieg im Schlagerspiel beim FC Frick den «drei ???».

1. Sven Lüscher, 5 Spiele, 12 Punkte: Weshalb läuft es dem FCG derzeit so rund?
Ich denke, das ist einerseits auf die grosse Erfahrung im Team zurückzuführen, diese hilft uns vor allem in den entscheidenden Phasen der Partien. Weiter sind wir viele Kollegen im Team und kennen uns bereits eine halbe Ewigkeit. Vom Niveau der Liga bin ich übrigens durchaus positiv überrascht, jede Mannschaft hat gute Kicker in ihren Reihen und die Mannschaften sind vor allem im kämpferischen sowie offensiven Bereich sehr stark. Die Liga ist extrem ausgeglichen und spannend, jeder kann eigentlich jeden schlagen.

2. Letztes Jahr spielten Sie noch in der Challenge League, jetzt in der 2. Liga AFV. Weshalb dieses Engagement und wie kam es zustande?
Als ich im Sommer 2016 den Entschluss fasste, meine Profikarriere zu beenden, wollte ich noch nicht komplett mit dem Fussballspielen aufhören, denn das fehlte mir dann doch zu sehr (schmunzelt). Für den FC Gontenschwil entschied ich mich, da mit Dany Bolliger, Marc Zahnd und Dominic Hug drei meiner besten Kollegen da spielen, mit ihnen habe ich bereits bei den Junioren des FC Aarau zusammengespielt. Es ist jedoch so, dass ich wohl nicht jedes Spiel zur Verfügung stehen werde, denn meine Trainertätigkeit bei den U-15-Junioren des FC Aarau hat definitiv Priorität. Bis heute hat es aber glücklicherweise noch keine Überschneidungen gegeben.

3. Welche Ziele wollen Sie mit Gontenschwil in dieser Saison erreichen?
Der Cupsieg war insgeheim ein Ziel, dieses haben wir jedoch bekanntlich bereits wieder beerdigt (Cup-Out in der 1. Runde gegen Viertligist Turgi, Anm.d.Red.). Wir dachten uns dabei, dass unser Altersschnitt so hoch sei, da wäre die Doppelbelastung sowieso nicht optimal gewesen (lacht). Nein, Spass beiseite: In der Meisterschaft wollen wir möglichst lange vorne mitspielen, der Aufstieg hat aber nicht oberste Priorität. Wenn es jedoch klappen sollte, wäre es natürlich umso schöner.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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