Aargauischer Fussballverband

Stephan Zlotorowicz (FC Turgi)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der FC Turgi hat es wieder getan! Letzte Saison hatte der Viertligist im 1/16-Final den Zweitligisten Kölliken sensationell eliminieren können, nun gelang den Ostaargauern mit dem 1:0-Sieg über Gontenschwil, immerhin Aargauer Cupsieger von 2015 und wie Kölliken Zweitligist, ein solches Husarenstück dank eines späten Treffers bereits eine Runde früher. Vor Jahresfrist noch als Co-Trainer involviert, führte Stephan Zlotorowicz die Turgemer nun als Chefcoach zur Sensation. Am Morgen danach stellte sich der 42-Jährige voller Stolz den «drei ???»

1. Stephan Zlotorowicz, Sensationen gibt es im Cup immer wieder. Aber das ein Unterklassiger zweimal in Folge einen Oberklassigen eliminiert, ist doch eher selten. Haben die Turgemer das «Riesentöter-Gen»?
Es scheint ganz so, offenbar hat der Turgemer Zaubertrank erneut gewirkt (lacht). Nein, Spass beiseite, für den Unterklassigen sind solche Spiele immer einfach, für den oberklassigen Favoriten hingegen gibt es sehr viel zu verlieren. Es braucht den Glauben eines jeden einzelnen an die Sensation und eine grosse Solidarität innerhalb des Teams. Zu guter Letzt benötigt man auch eine Portion Glück, ohne diese wäre so ein Resultat unmöglich. Dieses hat sich die Mannschaft gestern hart erarbeitet und dadurch den Sieg auch verdient.

2. Gontenschwil ist mit 6 Punkten aus zwei Spielen perfekt in die neue Saison gestartet und hat mit Ex-Profi Sven Lüscher den überragenden Mann der ersten beiden Runden in seinen Reihen. Wie gelang es euch, ihn 90 Minuten aus dem Spiel zu nehmen?
Wir versuchten dies, als Mannschaft zu schaffen. Es ist aber immer heikel, sich jeweils nur auf einen einzelnen Spieler zu konzentrieren. Uns waren die Stärken von Gontenschwil als Team bekannt, wir wussten, dass sie über eine enorme individuelle Klasse verfügen. Gegen diese konnten wir nur als geschlossene Einheit mit Ordnung und Disziplin bestehen, was die Jungs gestern super gemacht haben, es ging alles auf. Wir haben die Räume extrem eng gemacht, was es dann auch für einzelne Spieler wie Sven Lüscher schwierig macht.

3. Das Cup-Abenteuer geht für den FC Turgi also weiter. Wen wünschen Sie sich in der nächsten Runde als Gegner?
Ein Derby gegen Brugg oder Windisch wäre sensationell, man kennt sich gegenseitig und es würde bestimmt auch einige Zuschauer zu uns auf die Steig locken. Ich wünsche mir einfach einen attraktiven, aber doch machbaren Gegner. Obwohl, machbar ist jeder Gegner, das hat man gestern mal wieder gesehen (schmunzelt).

Hier geht es zu den "drei ???", als Turgi den FC Kölliken im 1/16-Final des letztjahrigen Axpo Aargauer Cups ausschaltete.

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16.10.2019

Adis Kajtazovic (FC Entfelden)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Alle 3 bisherigen Runden im Axpo Aargauer Cup hat Drittligist Entfelden überstanden – und dabei dreimal einen Zweitligisten ausgeschaltet! Nach Oftringen und Titelverteidiger Mutschellen musste am Dienstagabend im Derby auch der FC Gränichen nach einem dramatischen Sieg inklusive Last-Minute-Ausgleich mit anschliessendem Elfmeterschiessen dran glauben. Der Trainer der «Riesentöter», Adis Kajtazovic, stellte sich nach dem abermaligen Coup seiner Mannschaft den «drei ???».

1. Adis Kajtazovic, wie war es während des Dramas gestern Abend gegen Gränichen um Ihre Nerven bestellt?
Nervlich war es in der Tat eine enorme Belastungsprobe. Bereits die beiden Cup-Spiele zuvor gingen zwar ins Elfmeterschiessen (Oftringen) beziehungsweise in die Verlängerung (Mutschellen), aber dieses Mal war es schon sehr speziell, zumal wir in der regulären Spielzeit die bessere Mannschaft waren und dann mit dem allerletzten Angriff inklusive stürmenden Torwart doch noch zum verdienten Ausgleich kamen. Der Sieg wurde natürlich ausgiebig gefeiert, ich für meinen Teil hatte vorsorglich heute Mittwochmorgen in quasi weiser Voraussicht frei genommen (schmunzelt).

2. Die «Rolle des David» scheint Ihnen und Ihrem Team zu liegen! Wie erklären sie es sich, dass sie nun dreimal in Folge einen Zweitligisten eliminiert haben?
Da muss ich etwas ausholen: Nach meiner Rückkehr nach Entfelden im vergangenen Winter spielten wir eine sensationelle Rückrunde, sodass wir uns für diese Saison sowohl in der Meisterschaft, als auch im Cup hohe Ziele steckten. In der Vorbereitung testeten wir bewusst gegen vier Zweitligisten, sodass wir uns an ein hohes Tempo gewöhnen konnten. Starke Gegner scheinen uns grundsätzlich zu behagen, haben wir in der Meisterschaft doch gegen höher eingeschätzte Teams gewonnen und alle drei Niederlagen gegen schwächere, tief stehende Teams bezogen. Dieses «Problem» ist definitiv im mentalen Bereich anzusiedeln und daran müssen wir arbeiten. Aber momentan geniessen wir unseren Höhenflug, auch für mich ist diese Cup-Kampagne in meinen über 15 Jahren Trainer beim FC Entfelden ein absolutes Highlight. Nachdem wir damals zweimal in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, trennten sich die Wege von mir und dem FC Entfelden, woraufhin es sportlich mit der 1. Mannschaft doch ziemlich bergab ging, sodass man mich wieder zurückholte. Dass es nun so gut läuft, ist auch für mich persönlich eine grosse Genugtuung. Sowohl als Spieler, wie auch als Trainer stand ich noch nie in einem Cupfinal. Stellen Sie sich vor, ich habe nicht einmal im Cup-Wettbewerb überwintert, spätestens im Achtelfinal war jeweils Schluss! Nachdem bereits so viele Zweitligisten gescheitert sind, bietet sich uns nun eine fast schon historische Chance, etwas ganz Grosses zu erreichen.

3. Nun stehen Sie bereits im Viertelfinal – wen wünschen Sie sich als Gegner?
Das ist eine ganz schwierige Frage. Eigentlich wünscht man sich ja jeweils einen Gegner aus der gleichen oder einer tieferen Liga. Doch wenn man bedenkt, dass wir bislang drei Zweitligisten ausgeschaltet haben, wäre es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, wenn wir noch einen vierten zugelost bekommen (lacht). Bei Ihrer Frage befinde ich mich etwas in einer Zwickmühle, aber nüchtern betrachtet wäre ein schwächerer Gegner schon mal schön (schmunzelt).

 

12.09.2018

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