Aargauischer Fussballverband

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Dem FC Klingnau, vielgenannter Mitfavorit auf den Aufstieg, ist der Auftakt in die neue 2.-Liga-Saison gelungen. Im Aaretal-Derby bezwang der Cupsieger von 2016 den FC Koblenz nach hartem Kampf mit 2:0. Gecoacht werden die Klingnauer seit der Rückrunde der vergangenen Spielzeit von Danijel Kovacevic, wobei der ehemalige Knipser des FC Baden seit dieser Saison nicht mehr als Spielertrainer, sondern «nur» noch als Chefcoach amtet. Nach dem Derbysieg hat sich der 36-Jährige den Fragen der «drei ???» gestellt.

1. Danijel Kovacevic, Sie sind in Koblenz wohnhaft – das Derby war wohl auch für Sie persönlich ein spezieller Auftakt?
Das ist in der Tat so. Ich bin in Koblenz aufgewachsen, habe meine gesamte Schullaufbahn dort verbracht und viele meiner damaligen Schulkollegen spielen heute beim FC Koblenz, das ist schon sehr speziell. Die Leistung meines Teams in diesem Derby war anprechend, die Koblenzer standen sehr tief und lauerten auf Konter, was es für uns nicht einfach gemacht hat.

2. Viele Experten sehen den FC Klingnau in der Endabrechnung ganz zuoberst – wie gehen Sie mit dieser Favoritenrolle um?
Was geredet wird, interessiert uns nicht wirklich. Wir konzentrieren uns nur auf uns und nehmen Spiel für Spiel. Unser Saisonziel ist eine Platzierung unter den ersten 4, wenn mehr dabei herauskommt, umso schöner. Es herrscht in Klingnau aber keinesfalls ein Zwang, unbedingt aufsteigen zu müssen.

3. Auf diese Saison hin sind sie vom Rasen an die Seitenlinie gewechselt. Wie kam es zu diesem Entscheid?
Ich habe mit dem Sportchef und dem Präsidenten über den Sommer das Kader auf 21 Spieler ausgeweitet, sodass ich bei ein paar Verletzungen nicht mehr gleich selber in die Hosen steigen muss, wie das vergangene Saison noch der Fall war. Von aussen hat man nun mal einfach einen besseren Überblick, als wenn man selber auf dem Platz steht. Eine Spielerlizenz habe ich aber nach wie vor gelöst und im Training kicke ich weiterhin mit, sodass ich für den Fall der Fälle vorbereitet bin (schmunzelt).

 

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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