Aargauischer Fussballverband

Jan Schenk (Schiedsrichter)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Ein letzter Pfiff, dann war Schluss – die letzte Runde in der 1. Liga Gruppe 2 war für den Aargauer Schiedsrichter Jan Schenk sein ganz persönlicher Schlusspfiff: Das Derby zwischen dem FC Muri und dem FC Baden sollte seine letzte Partie nach insgesamt 621 Einsätzen als Schiedsrichter, Assistent, 4. Offizieller und Inspizient sein. Im Jahr 2002 hatte der damals 17-jährige Schenk den Grundausbildungskurs im AFV absolviert, 15 Jahre später blickt der Entfelder im Rahmen der drei ??? zurück, aber auch voraus.

Jan Schenk, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie am vergangenen Samstag das Aargauer Derby zwischen Muri und Baden abgepfiffen hatten?
Es war ein äusserst intensives Spiel, in welchem es noch um einiges ging. Dementsprechend war ich auch ausgelaugt, es war sehr heiss, ich hatte noch einmal alles gegeben und wie ich finde eine gute Leistung gezeigt. Wehmut kam unmittelbar nach dem Schlusspfiff eigentlich keine auf, ich wusste ja bereits seit längerem, dass dies mein letztes Spiel sein wird, somit konnte ich mich auch mental darauf vorbereiten. Möglich, dass diese Wehmut in nächster Zeit oder zu Beginn der kommenden Saison aufkommen wird, wenn ich plötzlich nicht mehr auf, sondern neben dem Platz stehen werde.

15 Jahre Schiedsrichterei – was war Ihr persönliches Highlight und was würden Sie als Tiefpunkt bezeichnen?
Beim Highlight muss ich nicht lange überlegen: Das war zweifellos im Jahr 2011 mein erstes Aufstiegsspiel von der 1. Liga in die Challenge League zwischen dem FC Breitenrain und dem SC Brühl vor über 2000 Zuschauern. Aufstiegsspiele sind nicht nur für die Spieler, sondern auch für uns Schiedsrichter immer etwas Spezielles. Den Tiefpunkt hatte ich wohl 2009 erlebt, als es im Vorfeld der 1.-Liga-Partie zwischen den U21-Teams von St. Gallen und GC zu derart massiven Fan-Ausschreitungen gekommen war, sodass das Spiel gar nicht erst angepfiffen werden konnte. So etwas ist eine Schande für den Fussball und stimmt einem schon nachdenklich.

Weshalb haben Sie sich mit erst 32 Jahren zum Rücktritt entschieden und wie geht es nun weiter?
Ich habe nun über 8 Jahre auf Stufe 1. Liga arbitriert, wobei der Aufwand, den man betreibt, doch enorm ist. Man reist in der ganzen Schweiz umher und die Saison dauert sehr lange, inklusive Trainingspielen steht man quasi von Februar bis Dezember ohne wirkliche Sommerpause auf dem Platz. Vor Kurzem habe ich nun eine berufliche Weiterbildung begonnen, sodass mir in Zukunft schlicht die Zeit fehlen würde, um auf diesem Niveau weiter zu pfeifen. 8 Jahre und fast 200 1.-Liga-Spiele sind genug, ich habe viele schöne Dinge erlebt und für mich ist jetzt ein guter Moment, um einen Schlussstrich zu ziehen. Ich werde weiterhin meine Funktion als Talentchef in der Schiedsrichterkommission des AFV ausüben, das macht mir enorm Spass. Zudem werde ich neu ab Sommer als 1.-Liga-Coach fungieren, ich wechsle also quasi die Seite. Ab und zu werde ich jedoch als Schiedsrichter auf den Fussballplätzen der regionalen 2. Liga zu sehen sein, ganz lassen kann ich es dann doch nicht (schmunzelt).

Schiedsrichter Jan Schenk (Mitte) mit den Assistenten Belinda Brem (l.) und Serdar Sönmez nach seinem letzten Spiel.

Jan Schenk (r.) zusammen mit Luigi Ponte, Präsident der Schiedsrichterkommission AFV.

 

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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