Aargauischer Fussballverband

Imer Kryeziu (FC Eagles Aarau)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Es war zwar keine Sensation, aber doch die Überraschung des Rückrunden-Starts: Die Eagles Aarau bezwangen vor eigenem Anhang den von vielen als „Transfersieger des Winters“ titulierte FC Othmarsingen verdient mit 4:1 und konnten sich so von der Abstiegszone etwas absetzen. Seit vergangenem Sommer an der Seitenlinie der Eagles steht Trainer Imer Kryeziu, der sich den Fragen der „drei ???“ stellte.

1. Imer Kryeziu, so stellt man sich einen Start in die Rückrunde vor, oder?
Der Start ist uns in der Tat sehr gut gelungen (schmunzelt). Wir sind äusserst zufrieden mit unserer Leistung. Wenn ich der Mannschaft einen Vorwurf machen kann, dann wäre es die mangelnde Chancenverwertung. 

2. Haben Sie erwartet, dass Ihre Mannschaft so stark aufspielt und den doch favorisierten Gegner derart dominiert?
Unsere starke Leistung auf dem Platz war keinesfalls Zufall. Wir haben eine sehr gute und vor allem intensive Vorbereitung hinter uns – deshalb habe ich auch erwartet, dass wir stark aufspielen werden. Nach mittlerweile einem guten halben Jahr sind die Spieler langsam aber sicher in der Lage, meine Spielphilosophie auf dem Platz umzusetzen, das hat man teilweise auch schon im Spiel gegen Othmarsingen gesehen. Ich bin überzeugt, dass wir in der Rückrunde noch mehr solche tollen Partien erleben werden.  

3. Sie waren bis letzten Sommer noch Trainer in der zweithöchsten Liga in Schweden, Ihrem Heimatland. Wie kam der Kontakt zu den Eagles zustande und was möchten Sie mir dem Verein erreichen?
Aus familiären Gründen bin ich von Schweden in die Schweiz gezogen. Aus meinem Bekanntenkreis hatte ich gleich nach meiner Ankunft sehr viel Gutes über den FC Eagles Aarau gehört und habe mich daraufhin mit dem Verein in Verbindung gesetzt. Nach dem verpassten Sieg im Cupfinal letztes Jahr ist unser primäres Ziel, auch dieses Jahr im Endspiel zu stehen es dieses Mal hoffentlich auch zu gewinnen. In der Liga möchten wir eine gewisse Stabilität erreichen und meine Spielphilosophie weiter verinnerlichen. Wenn wir dies umsetzen können, bin ich überzeugt, dass wir am Ende der Saison im oberen Drittel der Tabelle stehen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden. 

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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