Aargauischer Fussballverband

Pierluigi Ghitti (FC Wettingen)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach dem überzeugenden 6:2-Heimsieg über Mellingen ist der FC Wettingen vorübergehend auf Tabellenplatz 2 geklettert. Nach eher verhaltenem Saisonstart ist das Altenburg-Team immer besser in Fahrt gekommen und hat aus den vergangenen 6 Partien 14 Punkte gesammelt. Der AFV erreichte den umtriebigen Präsidenten Pierluigi Ghitti, seit September 2014 im Amt, in dessen Urlaub auf Ibiza und befragte ihn im Rahmen der „drei ???“ zum aktuellen Lauf und den Ambitionen seiner Wettinger.

1. Pierluigi Ghitti, weshalb läuft es dem FC Wettingen zurzeit so rund?
Wir arbeiten nun schon seit geraumer Zeit zusammen und die Geduld, die wir mit Mannschaft und Trainer gehabt haben, scheint sich langsam aber sicher auszuzahlen. Der Saisonstart war alles andere als zufriedenstellend, doch nun wollen wir die Besten sein, mit Platz 2 kann sich niemand etwas kaufen. Der FC Wettingen verfügt über ein riesiges Potenzial, das wissen auch die Spieler, nur haben sie die ganze Sache in der Vergangenheit nicht immer so ganz ernst genommen. Doch seit einiger Zeit herrscht ein anderer „Groove“ im Verein, das spürt man. Letzte Saison stiegen unsere 2. und 3. Mannschaft auf und nun scheint endlich auch unser Fanionteam seine Leistung langsam aber sicher vollumfänglich abrufen zu können. Jeder bewegt sich und möchte vorwärts kommen, wir sind eine homogene Truppe, der es aktuell einfach rund läuft. Das Spiel vom Samstag habe ich zwar nicht live verfolgen können, war aber in Ibiza via Smartphone stets über die Geschehnisse auf der Altenburg informiert.

2. Der FC Wettingen ist ein Verein mit grosser Tradition – welche Ambitionen und Visionen haben Sie als Präsident?
Der FC Wettingen ist mit seiner Infrastruktur, seinem Einzugsgebiet und seinen Möglichkeiten ganz klar ein 1.-Liga-Verein – dort wollen wir mittel- und langfristig hin, das ist meine Vision. Wir haben bewusst grosse Ziele vor Augen, denn ohne Ziele gibt es auch keinen Weg. Doch wir möchten diese Ziele als „Büezer-Verein“ erreichen, ich bin selber ein bodenständiger Typ und davon überzeugt, dass man in der 1. Liga auch mit einem vernünftigen Budget, das nicht gerade jeden Rahmen sprengt, bestehen kann.

3. Wettingen steht im Axpo Aargauer Cup im Achtelfinal. Wenn Sie die Wahl hätten: Cupsieg oder Aufstieg?
Priorität hat der Aufstieg, das ist klar. Aber eigentlich möchte ich nicht wählen, ich will beides! Was ich noch sagen möchte: Nach der 2:3-Niederlage in Gränichen am 2. Spieltag war ich derart sauer auf die Mannschaft, dass ich ihr unmittelbar nach Schlusspfiff mitteilte, ich würde solange nicht mehr mit ihr sprechen, bis sie auf Rang 1 stehe. Dies habe ich bis zum heutigen Tag durchgezogen und halte mich bewusst im Hintergrund, scheinbar scheint es zu nützen und ich kann ja vielleicht bald wieder mit dem Team sprechen (schmunzelt). Wir haben die beste Mannschaft in der 2. Liga, das wissen die Spieler, doch es hat in den ersten Partien einfach an der Einstellung gemangelt. Die Spieler haben es gut bei mir, ich gebe ihnen viel und bin wie ein Vater zu ihnen, doch mit ihrem Auftreten zu Saisonbeginn haben sie mich wirklich massiv verärgert. Nun scheinen wir uns aber auf dem richtigen Weg zu befinden, um unser Ziel zu erreichen: Die Besten zu sein!

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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