Aargauischer Fussballverband

Detlef Bruckhoff (FC Koblenz)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Dank einer bärenstarken Schlussphase hat der FC Koblenz im Aaretal-Derby gegen Klingnau einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg gedreht und grüsst als Aufsteiger aus dem gesicherten Mittelfeld. Auf die vergangene Saison hin hat der aktuelle Trainer Detlef Bruckhoff die Nordaargauer übernommen und stieg sogleich in die 2. Liga auf. Nach dem aufwühlenden Derby stellte sich der 58-jährige Deutsche den „drei ???“

1. Detlef Bruckhoff, wie haben Sie die letzten 20 Minuten gegen Klingnau erlebt?
Das ist schwer zu beantworten. Wir waren eigentlich über die gesamte Spieldauer überlegen, Klingnau machte mir persönlich einen müden Eindruck. Dass wir die Partie noch drehen können, daran habe ich immer geglaubt, wir haben mehrheitlich die Zweikämpfe gewonnen und vor allem in der letzten halben Stunde kriegten wir deutlich Oberwasser. Zudem wurden wir von den zahlreichen Zuschauern gepusht, so viele Fans hatten wir wohl noch nie bei uns oben. Es hat einfach alles gestimmt, es war ein richtig geiles Derby! Viele Spieler der beiden Teams kennen sich untereinander, ich habe mir sagen lassen, dass ein paar am Freitag noch zusammen am Winzerfest waren. Diesen kam wohl entgegen, dass der Anpfiff erst um 19 Uhr erfolgte (schmunzelt).

2. 14 Punkte aus den ersten 9 Spielen und Rang 6 – sie dürften mit dem Saisonstart ganz zufrieden sein, oder?
Ich bin sogar sehr zufrieden, damit konnte niemand rechnen, zumal wir uns in der Vorsaison ja lediglich als Dritter unserer Gruppe erst im Aufstiegsspiel gegen Entfelden durchsetzen konnten. Nun haben wir uns einen genug grossen Kader geschaffen, mit welchem wir auch den einen oder anderen Abwesenden kompensieren können. Wir haben relativ schnell in der 2. Liga Fuss gefasst und uns nach der 0:5-Niederlage zum Auftakt in Mellingen rasch wieder aufgerafft. Bei unserem wenig einladenden Sportplatz ist es logisch, dass keine Spieler einfach so zu uns kommen, sondern es sind wirklich alles Koblenzer mit Leib und Seele.

3. War es für Sie von Anfang an klar, dass sie den FC Koblenz nach dem Aufstieg auch in der 2. Liga betreuen werden?
Ganz klar nicht, nein. Ich bin nach dem geschafftem Aufstieg lange mit der Vereinsführung zusammengesessen, wobei es meine Forderung war, dass der Kader deutlich vergrössert wird, in der 3. Liga hatten wir teilweise lediglich zwei Spieler auf der Bank. Nun haben wir einen Kader von 26 Spielern – wäre dem nicht so, wäre ich heute sicherlich nicht mehr Koblenz-Trainer. Doch der Verein hat dies hervorragend hingekriegt, an dieser Stelle möchte ich ihm ein grosses Kompliment aussprechen.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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