Aargauischer Fussballverband

Alfons Schibli (FC Klingnau)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Als beim Gastspiel in Othmarsingen kurz vor der Pause bereits der zweite Spieler des FC Klingnau vom Platz gestellt wurde, standen die Zeichen für die Nordaargauer alles andere als auf Sieg. Doch kurz vor dem Ende traf Stürmer Danijel Kovacevic doch noch zum viel umjubelten Siegtor. Trainerfuchs Alfons „Radi“ Schibli spricht in den „drei ???“ über das Husarenstück seiner Mannschaft.  

1. Alfons Schibli, haben Sie etwas Vergleichbares wie am vergangen Spieltag in Othmarsingen in Ihrer langen Trainerkarriere schon einmal erlebt?
Nein, das war in der Tat auch für mich ein absolutes Novum. Es kam ein paarmal vor, dass meine Mannschaften eine Halbzeit lang mit zehn Mann auskommen mussten. Aber gleich zu neunt? Niemals – dass wir diese Partie dann noch für uns entscheiden konnten, ist natürlich sensationell.

2. Was gaben Sie ihren 9 verbliebenen Spielern in der Pause mit auf den Weg?
Zuerst habe ich sie mal ausschnaufen lassen und ihnen gleichzeitig den Glauben daran, das scheinbar Unmögliche zu schaffen, eingebläut. Ich sagte meinen Spielern, dass wir jederzeit in der Lage seien, zu Null zu spielen. Othmarsingen werde zwar mehrheitlich in Ballbesitz sein, wir werden aber den Raum für uns beanspruchen. In Tat und Wahrheit kamen die Othmarsinger in der 2. Halbzeit lediglich zu einer reellen Torchance, wir hingegen zu deren drei, wobei wir eine nutzen konnten. Weiter habe ich in der Halbzeitpause auch an den Stolz der Spieler appelliert, wir wollten unsere Ungeschlagenheit 2016 im Aargau unbedingt wahren, dafür mussten wir leidenschaftlich verteidigen und kompakt stehen, was wir auch taten. Ich liess mit zwei Viererketten ohne Stürmer spielen, wobei immer jener, der noch genug „Schnauf“ hatte, jeweils in die Spitze preschte. Jeder ging für den anderen und meine Mannschaft ist wahrlich über sich hinausgewachsen.

3. 2 Spiele, 6 Punkte – was ist diese Saison mit dem FC Klingnau noch alles möglich?
Mit dem FC Klingnau ist diese Saison alles möglich. Eine Rangierung unter den ersten 4 war vorgängig das Saisonziel sowie im Cup zu überwintern. Wenn wir uns im oberen Tabellendrittel etablieren können, ist gegen vorne immer alles möglich.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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