Aargauischer Fussballverband

Marcel Meier (FC Aarau 1902)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Dank eines 3:1-Sieges bei Mellingen 1b ist der FC Aarau 1902 als erstes Team in die 2. Liga aufgestiegen. 2003 nach der Gründung der AG wurde der FC Aarau in einen Leistungssport- und einen Breitensportbereich aufgegliedert, wobei der FC Aarau 1902 seither im Breitesportbereich integriert ist. Nun hat der Verein erstmals seit dieser Aufgliederung die Promotion in die 2. Liga geschafft. Nach diesem grossen Erfolg hat sich Präsident Marcel Meier den „drei ???“ gestellt.

1. Marcel Meier, „FC Aarau“ ist ein grosser Name – muss sich die regionale 2. Liga nun in Acht nehmen?
Selbstverständlich ja (schmunzelt). Nein, Spass beiseite; vor ungefähr sieben, acht Jahren entschieden wir, wieder eine Aktivmannschaft bei den Herren zu gründen, dessen langfristiges Ziel es sein sollte, sich in der 2. Liga zu etablieren. Wir erachteten das Gefäss „2. Liga“ als ideal. Auch das soziale Engagement haben wir uns gross auf die Fahne geschrieben. Sportlich wollen wir dieses Abenteuer ganz pragmatisch angehen wie wir es immer machen, nach den Sternen greifen wollen wir nicht, der Unterschied von der 3. zur 2. Liga ist doch ziemlich gross. Deshalb müssen wir noch etwas aufrüsten, damit dann auch wirklich die Angst im Aargau umgeht (lacht).

2. War der Aufstieg bereits zu Beginn der Saison das Ziel?
Seit der Gründung dieser Mannschaft nehmen wir Saison für Saison. Bereits in der letzten Spielzeit waren wir sportlich vor allem in der Hinrunde in einem Hoch, welches in der Rückserie zwar etwas abflaute, doch die Mannschaft wusste, das etwas möglich ist. In dieser Saison wurde dieses Gefühl mit jedem Sieg noch stärker, bis wir es schliesslich geschafft haben.

3. Was waren aus Ihrer Sicht dafür die ausschlaggebenden Gründe?
Viel Spass, wenig Druck, grosse Kameradschaft, Disziplin und ein starkes, motiviertes Kader. Der Zusammenhalt wurde stets gross geschrieben, was in der Vergangenheit aufgrund der ständigen Wechsel innerhalb des Teams nicht immer der Fall war. Dieses besteht aktuell aus vielen Ur-Aarauern, die zusammen etwas bewegen wollen. Dieses Credo möchten wir auch in Zukunft leben, nur so können wir miteinander Erfolg haben.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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