Aargauischer Fussballverband

Livio Buchser (FC Gränichen)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Mit seinem parierten Elfmeter von Schöftland-Stürmer Gezim Zeqiraj sicherte Gränichen-Hüter Livio Buchser seinem Team die 3 Punkte im Spitzenspiel und damit die Tabellenführung. Im Rahmen der „drei ???“ spricht der 29-jährige Ex-Schöftler über die mitentscheidende Szene, die neue Rollenverteilung im Aufstiegsrennen und das Restprogramm.

1. Livio Buchser, können Sie die Szene Ihres gehaltenen Elfmeters etwas im Detail beschreiben?
Das Handspiel, das zum Elfmeter führte, habe ich ehrlichgesagt nicht wahrgenommen. Als ich dann bemerkt habe, wer gegen mich antritt, erinnerte mich an das gleiche Duell beim Gastspiel in Schöftland in der Vorrunde. Ich wählte dieselbe Ecke und im Gegensatz zum letzten Mal, als mir der Ball noch unglücklich durch die Hände glitt, konnte ich ihn gestern parieren. Alles in allem will ich meine Leistung aber nicht hervorheben – wir haben eine äusserst starke Mannschaftsleistung gezeigt und verdient gewonnen.

2. Wie fühlt es sich an, neuerdings der Gejagte und nicht mehr der Jäger zu sein?
Wir waren nun praktisch über die gesamte Saison der Jäger. Dass wir nun den Rückstand von zwischenzeitlich 5 Punkten wettmachen konnten, gibt uns vor allem mental ein gutes Gefühl. Und trotzdem will ich hier betonen, dass wir noch immer etwas unserem Ziel „Cupfinal“ nachtrauern, denn vor der Saison war der Aufstieg nicht unsere erste Priorität. Wir müssen im Gegensatz zu Schöftland nicht um jeden Preis aufsteigen, das hat man denke ich gestern im Spiel auch gespürt. Selbstverständlich wollen wir am 4. Juni nach der letzten Runde ganz zuoberst stehen, doch der Druck liegt weiterhin klar beim SC Schöftland.

3. Der FC Gränichen liegt in der Tabelle neu einen Punkt vor dem SCS und hat den Aufstieg somit in den eigenen Füssen. Schöftland empfängt noch Brugg und muss nach Fislisbach, Gränichen gastiert in Spreitenbach und fordert Suhr – Ihr Kommentar zum Restprogramm?
Ich bin überzeugt, dass Brugg-Trainer Roland Leiss mit seiner Truppe alles geben wird, um uns zu helfen. Viele aus unserem Team kennen Spieler von Brugg und auch ich pflege noch einige Kontakte aus meiner Zeit beim FCB. Spreitenbach wird gegen uns nach den zwei Niederlagen in Meisterschaft und Cup wohl um keinen Preis ein drittes Mal verlieren wollen, das macht die Aufgabe äusserst delikat. Unser letzter Gegner Suhr wird wohl noch das Messer am Hals haben und gegen eine Mannschaft zu spielen, die noch voll im Abstiegskampf steckt, ist immer schwierig. Es wird wohl bis zum Schluss ultra-spannend bleiben, was für unsere regionale 2. Liga natürlich genial ist.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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