Aargauischer Fussballverband

Roland Leiss (FC Brugg)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Trotz der schmerzhaften Derby-Heimniederlage gegen Windisch ist der FC Brugg mit 7 Punkten aus 4 Partien durchaus erfreulich in die Rückrunde gestartet und hat sich damit den ärgsten Abstiegssorgen vorerst entledigt. Nach dem respektablen 2:2 gegen den Zweitplatzierten aus Gränichen hat sich Trainer Roland Leiss den „drei ???“ gestellt und zeigt sich durchaus selbstbewusst.

1. Roland Leiss, 7 Punkte aus 4 Spielen – mit dem Rückrunden-Start dürften Sie ganz zufrieden sein, oder?
Ich bin in der Tat durchaus zufrieden, auch wenn die Niederlage gegen Windisch natürlich schmerzte, an dieser hatten wir noch ziemlich lange zu beissen. Unsere steigende Tendenz ist für mich aber keinesfalls überraschend, die Entwicklung der Mannschaft war bereits in der Hinrunde positiv – bis zur Niederlage gegen die Eagles im Cup-Viertelfinal, danach gerieten wir etwas aus dem Tritt. Doch ich war immer von der Qualität des Teams überzeugt.

2. Gegen Favorit Gränichen hat man nach einer 2:0-Führung 2:2 gespielt – ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte?
Man kann es so oder so sehen. Zum einen bin ich zufrieden, beide Teams spielten stark und hatten ihre Chancen. Bei einer 2:0-Führung sind es aber eigentlich schon zwei verlorene Punkte, zumal die beiden Gegentore mit einem Elfmeter und einem Rückpass auf Gränichens Goalgetter Kiybar sehr ärgerlich waren. Allgemein war es eine Partie auf äusserst hohem Niveau und das Fairplay wurde auf beiden Seiten gross geschrieben, was mich sehr erfreute. Ein Unentschieden vor dem Spiel hätte ich nicht unterschrieben, da wir jeden Gegner in dieser Liga schlagen können. Ausser vielleicht Schöftland, dieses spielt auf einem etwas höheren Level als alle anderen, weshalb ich auch glaube, dass es schlussendlich den Aufstieg schaffen wird.

3. Ihre Mannschaft liegt aktuell auf Rang 5 – richten Sie ihren Blick eher nach vorne oder nach hinten?
Wir schauen immer nur nach vorne. Dieses Credo habe ich auch meiner Mannschaft eingebläut. Die Entwicklung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, letzte Saison schlossen wir auf dem 9. Rang ab, diese Saison lautet das Ziel Platz 3, auch wenn wir aktuell noch 7 Punkte Rückstand auf Spreitenbach haben. Was den Abstiegskampf betrifft, haben wir definitiv die Klasse, nicht mehr in diesen hineinzugeraten.

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16.10.2019

Adis Kajtazovic (FC Entfelden)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Alle 3 bisherigen Runden im Axpo Aargauer Cup hat Drittligist Entfelden überstanden – und dabei dreimal einen Zweitligisten ausgeschaltet! Nach Oftringen und Titelverteidiger Mutschellen musste am Dienstagabend im Derby auch der FC Gränichen nach einem dramatischen Sieg inklusive Last-Minute-Ausgleich mit anschliessendem Elfmeterschiessen dran glauben. Der Trainer der «Riesentöter», Adis Kajtazovic, stellte sich nach dem abermaligen Coup seiner Mannschaft den «drei ???».

1. Adis Kajtazovic, wie war es während des Dramas gestern Abend gegen Gränichen um Ihre Nerven bestellt?
Nervlich war es in der Tat eine enorme Belastungsprobe. Bereits die beiden Cup-Spiele zuvor gingen zwar ins Elfmeterschiessen (Oftringen) beziehungsweise in die Verlängerung (Mutschellen), aber dieses Mal war es schon sehr speziell, zumal wir in der regulären Spielzeit die bessere Mannschaft waren und dann mit dem allerletzten Angriff inklusive stürmenden Torwart doch noch zum verdienten Ausgleich kamen. Der Sieg wurde natürlich ausgiebig gefeiert, ich für meinen Teil hatte vorsorglich heute Mittwochmorgen in quasi weiser Voraussicht frei genommen (schmunzelt).

2. Die «Rolle des David» scheint Ihnen und Ihrem Team zu liegen! Wie erklären sie es sich, dass sie nun dreimal in Folge einen Zweitligisten eliminiert haben?
Da muss ich etwas ausholen: Nach meiner Rückkehr nach Entfelden im vergangenen Winter spielten wir eine sensationelle Rückrunde, sodass wir uns für diese Saison sowohl in der Meisterschaft, als auch im Cup hohe Ziele steckten. In der Vorbereitung testeten wir bewusst gegen vier Zweitligisten, sodass wir uns an ein hohes Tempo gewöhnen konnten. Starke Gegner scheinen uns grundsätzlich zu behagen, haben wir in der Meisterschaft doch gegen höher eingeschätzte Teams gewonnen und alle drei Niederlagen gegen schwächere, tief stehende Teams bezogen. Dieses «Problem» ist definitiv im mentalen Bereich anzusiedeln und daran müssen wir arbeiten. Aber momentan geniessen wir unseren Höhenflug, auch für mich ist diese Cup-Kampagne in meinen über 15 Jahren Trainer beim FC Entfelden ein absolutes Highlight. Nachdem wir damals zweimal in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, trennten sich die Wege von mir und dem FC Entfelden, woraufhin es sportlich mit der 1. Mannschaft doch ziemlich bergab ging, sodass man mich wieder zurückholte. Dass es nun so gut läuft, ist auch für mich persönlich eine grosse Genugtuung. Sowohl als Spieler, wie auch als Trainer stand ich noch nie in einem Cupfinal. Stellen Sie sich vor, ich habe nicht einmal im Cup-Wettbewerb überwintert, spätestens im Achtelfinal war jeweils Schluss! Nachdem bereits so viele Zweitligisten gescheitert sind, bietet sich uns nun eine fast schon historische Chance, etwas ganz Grosses zu erreichen.

3. Nun stehen Sie bereits im Viertelfinal – wen wünschen Sie sich als Gegner?
Das ist eine ganz schwierige Frage. Eigentlich wünscht man sich ja jeweils einen Gegner aus der gleichen oder einer tieferen Liga. Doch wenn man bedenkt, dass wir bislang drei Zweitligisten ausgeschaltet haben, wäre es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, wenn wir noch einen vierten zugelost bekommen (lacht). Bei Ihrer Frage befinde ich mich etwas in einer Zwickmühle, aber nüchtern betrachtet wäre ein schwächerer Gegner schon mal schön (schmunzelt).

 

12.09.2018

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