Aargauischer Fussballverband

Safet Ajeti (FC Spreitenbach)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

8 Spiele, 13 Punkte – dem FC Spreitenbach ist der Auftakt in die neue 2.-Liga-Saison durchaus geglückt. Gleich in der ersten Spielzeit nach seiner Amtsübernahme im Sommer 2013 hat Trainer Safet Ajeti die Spreitenbacher nach 13-jähriger Abwesenheit zurück in Aargaus höchste regionale Spielklasse geführt und sie dort etabliert. Nach dem 1:0 bei den Eagles Aarau am Samstag und dem insgesamt 4. Saisonsieg hat sich Ajeti den „drei ???“ gestellt.  

1. Safet Ajeti, Sie sind mit Ihrem Team gut aus den Startlöchern gekommen – was hat sich beim FC Spreitenbach über den Sommer verändert?
Abgesehen davon, dass wir drei gewichtige Abgänge zu beklagen hatten, haben sich meine Spieler sicherlich besser an den hohen Rhythmus der 2. Liga gewöhnt. Dies gilt natürlich vor allem für diejenigen, die vorher keine 2.-Liga-Erfahrung vorweisen konnten – eine solche haben nämlich gerade mal deren 3 Spieler im Kader, alle anderen spielten zuvor erst in der 3. Liga, 4. Liga oder gar den A-Junioren. Ich habe erst kürzlich gezählt: Unter mir haben über 12 Spieler in der 2. Liga debütiert, da braucht es natürlich seine Zeit, bis sich diese eingewöhnt haben.

2. Bei einem Torverhältnis von 8:10 fällt auf, dass bei Ihren Spielen zusammen mit Othmarsingen am wenigsten Tore in der Liga fallen. Was sind die Gründe dafür?
Da würde ich gerne etwas ausholen: In der Aufstiegssaison 2013/2014 haben wir in 26 Spielen unglaubliche 103 Treffer erzielt. Viele Spieler von damals sind auch heute noch dabei und denen musste ich einbläuen, dass wir ein Spiel wie am Samstag auch mal „nur“ 1:0 gewinnen oder mit einem 0:0 zufrieden sein können. In den letzten beiden Saisons haben wir in 52 Partien lediglich fünfmal unentschieden gespielt, bei uns galt meist „Top oder Flop“. Von diesem Denken mussten wir uns lösen, es ist auch ein Lernprozess, den die Mannschaft durchlebt und welcher auch noch nicht abgeschlossen ist. Denn wie sagt man so schön? Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften.

3. Was haben Sie sich für ein Ziel in der laufenden Saison gesetzt?
Im Cup wollen wir so weit wie möglich kommen, zumal wir, das gebe ich offen zu, nun dreimal nacheinander mit einem 4.-Ligisten als Gegner ziemlich Losglück hatten. In der Meisterschaft möchten wir uns besser klassieren als in der Vorsaison (10. Schlussrang, Anm. d. Red.), auch wenn es nicht einfach wird. Aber ich hoffe, dass wir uns möglichst früh aus dem Abstiegskampf verabschieden können und nicht bis zuletzt zittern müssen.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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