Aargauischer Fussballverband

Faton Gashi (FC Eagles Aarau)

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

1. Faton Gashi, im Herbst 2012 wurde der FC Eagles Aarau gegründet und ist bislang in jeder Saison aufgestiegen – hätten Sie anfangs an eine solche Erfolgsstory geglaubt?
Daran geglaubt haben wir schon immer, aber es war nicht unser vorrangiges Ziel. Dieses war es, eine tolle Gemeinschaft zu sein und den Zusammenhalt untereinander zu fördern. Man muss dazu sagen, dass der Grossteil der Spieler, der damals 2012 in der 5. Liga angefangen hatte, immer noch dabei ist. Da es mit diesen Serienaufstiegen aber doch geklappt hat, ist die Freude bei uns natürlich umso grösser. Für die kommende 2.-Liga-Saison setzen wir uns zum Ziel, im oberen Drittel mitzuspielen – einen erneuten Aufstieg zu verlangen wäre absolut vermessen, denn in unserer 2. Liga im Aargau hat es extrem starke Mannschaften dabei

2. Seid ihr auf und neben dem Platz schon mit Vorurteilen konfrontiert worden und falls ja, wie wollt ihr denen entgegenwirken?
Ehrlichgesagt wurden wir von Anfang an damit konfrontiert, auch wenn es mittlerweile seit dem Aufstieg in die 3. Liga etwas nachgelassen hat. Aber damals in der 5. Liga kann ich mich erinnern, hatten wir, bevor wir überhaupt in die Saison starteten, wir Schwierigkeiten mit den ganzen Formalitäten bezüglich Neuanmeldung – doch der AFV hat uns dabei toll unterstützt. Wo wir aber vor allem mit Vorurteilen konfrontiert wurden, war bei den Schiedsrichtern, die uns beispielsweise sofort mit Karten abzuschrecken versuchten. Und trotzdem hatten wir dreimal nacheinander in jeder Liga am zweitwenigsten Strafpunkte in unseren Gruppen. Wir waren von Anfang an bestrebt, uns von anderen „Ausländermannschaften“ zu unterscheiden, indem wir umso mehr zeigen wollen, dass wir auf und neben dem Platz absolut fair und anständig sind. Ich möchte diese Vorurteile auch nicht dramatisieren, denn sie haben sich wie bereits erwähnt nun in der 3. Liga stark reduziert. Man kann durchaus sagen, dass wir uns die mittlerweile erhöhte Akzeptanz hart erarbeitet haben. Die Leute haben gemerkt, dass wir keine dieser Truppen sind, die vorwiegend Probleme machen, sondern, dass wir wirklich anständige Männer sind und durch sportliche Resultate glänzen möchten.

3. Sie stellen momentan noch kein Junioren-Team, das für die Teilnahme an der 2.-Liga-Meisterschaft jedoch Pflicht ist – wie ist diesbezüglich der Stand der Dinge?
Wir haben nun A-Junioren angemeldet, das Couvert sollte heute oder sonst spätestens morgen beim AFV eintreffen (schmunzelt). Wir haben erfreulicherweise bereits über 20 Spieler zusammen, wobei wir nicht einmal gross Werbung machen mussten, es lief vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda praktisch von alleine.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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