Aargauischer Fussballverband

Die drei ???: Willy Neuenschwander (FC Rothrist)


von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Kurz vor dem Rückrundenstart vom Wochenende des 21./22.3. wurde bekannt, dass Rothrists Erfolgstrainer Willy Neuenschwander im Sommer seinen Hut nehmen wird. Der 67-Jährige, der künftig den Erstligisten Wangen bei Olten coacht und die Rothrister seit Mitte 2013 trainiert, hat sich den Fragen des neuen AFV-Interviews „Die drei ???“ gestellt.

1. Herr Neuenschwander, was hat Sie zum Wechsel von Rothrist zu Wangen bei Olten im Sommer bewogen und wann haben Sie ihren Entschluss gefällt?
Den Entschluss fällte ich eine Woche vor Rückrunden-Start. Ausschlaggebend war für mich zweifellos, dass ich noch einmal die Möglichkeit erhalte, eine 1.-Liga-Mannschaft zu trainieren. Auch wenn Wangen kein einfaches Pflaster ist, freue ich mich auf diese Herausforderung und möchte etwas bewegen. Selbstverständlich tut es mir für den FC Rothrist ungemein leid – aber wie gesagt, Wangen wird wohl meine letzte Chance sein, auf höherem Niveau zu trainieren.

2. Was möchten Sie vor ihrem Abschied mit dem FC Rothrist noch erreichen?
Zuerst möchte ich betonen, dass mein Entscheid nichts an meinem Engagement für den FC Rothrist bis im Sommer ändern wird. Wir wollen den Cuptitel verteidigen und in die 2. Liga interregional aufsteigen. Natürlich birgt die frühe Bekanntgabe meines Entscheids gewisse Risiken, aber es ist auch eine Charaktersache und die Mannschaft hat am Samstag eine gute Antwort in Oftringen (3:0) gegeben.

3. Was haben Sie für Zukunftspläne beziehungsweise wie lange möchten Sie noch Trainer bleiben?
Rein altersmässig müsste ich etwas zurückschrauben. Doch solange ich noch Spass an der Trainertätigkeit habe, sehe ich keinen Grund dafür. Die Leidenschaft für den Fussball verfolgt mich seit Kindesbeinen. Aber wer weiss, vielleicht kommt der Zeitpunkt des Aufhörens ja urplötzlich, das weiss man nie.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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