Aargauischer Fussballverband

Rothrist wie Bayern?

von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Am vergangenen Samstag wurde mit der 13. Runde in der 2. Liga die Hinrunde abgeschlossen. Dabei zieht der FC Rothrist mit ganzen sieben Punkten Vorsprung vor Gontenschwil und Wettingen, acht vor Othmarsingen und Windisch sowie neun vor Suhr an der Spitze relativ einsam seine Kreise. Droht die Spannung, wer am Ende in die 2. Liga interregional aufsteigt, vorzeitig zu verpuffen?

 

Zu hoffen ist es natürlich nicht. Zumal ein Blick auf die vergangene Saison dem neutralen Beobachter etwas Mut macht: Da hatte der spätere Aufsteiger Lenzburg zwischenzeitlich auch ein mehr als beruhigendes Polster auf seinen ärgsten Verfolger aus Rothrist, ehe es beim Saisonendspurt im Frühling nach drei Unentschieden doch noch etwas zittern musste. Entsprechend dürften die Rothrister selber gewarnt sein, die Zügel auch nach der Winterpause nicht schleifen zu lassen.

 

Bleibt die aktuelle Tabellenkonstellation auch in der ersten Hälfte der Rückrunde mehr oder weniger so bestehen, dürfte sich die Meisterschaft zwischen Mitte und Ende Mai entscheiden. Dann trifft Rothrist nämlich nacheinander auf Gontenschwil (momentan 2.), Windisch (5.), Wettingen (3.) und Othmarsingen (4.). Bleibt aus neutraler Sicht zu hoffen, dass die Mannschaft von Trainer Willy Neuenschwander sich nicht schon vorher bereits vorentscheidend absetzt – für die Spannung der Liga wäre es zumindest fatal.

 

Dann nämlich könnte Ähnliches wie der deutschen Bundesliga in der vergangenen Saison drohen: die grosse Langeweile. Bereits im März stand der FC Bayern München nach dem 28. von insgesamt 34 Spieltagen als frühester deutscher Meister der Bundesligageschichte fest – mit schlussendlich galaktischen 25 (!) Punkten Vorsprung auf „Verfolger“ Borussia Dortmund (http://www.youtube.com/watch?v=cwI7Qb81tg4).

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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