Aargauischer Fussballverband

Zu Besuch in der Wohlfühloase

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von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Es war schon fast ein „Schweizer Treffen“ am vergangen Samstag, als der SC Freiburg den VFL Wolfsburg in der deutschen Bundesliga empfing. Auf der Seite des Heimklubs Torhüter Roman Bürki und Stürmer Admir Mehmedi, bei den „Wölfen“ Timm Klose (auf der Bank), Aussenverteidiger Ricardo Rodriguez sowie der Ex-Nati-Hüter und gebürtige Spreitenbacher Diego Benaglio zwischen den Pfosten.

 

Grund genug für den AFV-Kolumnist, sich dieses „Klassentreffen“ nicht entgehen zu lassen. Schliesslich dauert die Fahrt von Aarau in die deutsche Studentenstadt lediglich eineinhalb Stunden, ein wahrer Katzensprung also dafür, dass man Bundesliga-Fussball und eine einzigartige Stimmung geniessen kann.

 

Diese einzigartige Stimmung muss noch etwas detaillierter beschrieben werden: Im Vergleich zu anderen Bundesliga-Stadien und vor allem auch zu der Ambiance bei uns in der Schweiz ist Freiburg anders. Freiburg ist weltoffen, Freiburg ist tolerant, Freiburg ist freundlich. Dies bemerkt man bereits auf dem Weg zum Stadion; das Einsteigen in die Trams verläuft absolut geordnet, älteren Damen wird ein Platz angeboten, die Stimmung ist absolut friedlich.

 

Ähnlich wie das Aarauer Brügglifeld ist das „Schwarzwald Stadion“ des SC Freiburg eingebettet in ein Wohnquartier. Zu Tausenden strömen die Matchbesucher vorbei an gepflegten Gärtchen vor schönen Einfamilienhäusern. Von Gehässigkeiten und Vandalismus, wie es in der Schweiz an Spieltagen immer mal wieder vorkommt, keine Spur. Auch die Einlasskontrolle verblüfft: Sie existiert gar nicht. Dem AFV-Kolumnist wird beim Einlass nicht mal seine gut sichtbare 1.5-Liter-Petflasche abgenommen, die er in seinem Rucksack schlicht vergessen hatte. In der Schweiz unvorstellbar.

 

Vor dem Stadion seinen Sektor suchend, traut der AFV-Kolumnist seinen Augen nicht: Der Mannschaftbus des Gegners aus Wolfsburg ist inmitten der Massen geparkt, ganz ohne Sicherheitspersonal. Doch die Anhänger des SC Freiburg scheinen das Gefährt gar nicht richtig wahrzunehmen, dieser erstrahlt bis nach Spielschluss weiter in seinem grünen Glanz.

 

Auch während des Spiels staunt man ob der stets fairen Stimmung unter den SC-Fans. Keine Gehässigkeiten gegen den Gegner, kaum Pfiffe, kaum Kritik am Schiedsrichter – und dies trotz frühem 0:2-Rückstand. Ein Beispiel: Daniel Caligiuri, bis 2013 fast 10 Jahre beim SC Freiburg unter Vertrag, schnürt seine Schuhe seit der vergangenen Saison für den Gegner aus Wolfsburg. Doch weder bei den Mannschaftsaufstellungen, noch bei seinen beiden Toren, mit welchen er den SC Freiburg quasi im Alleingang erledigt, wird Caliguri ausgepfiffen oder gar als „Judas“ beschimpft, wie das bei anderen Vereinen wohl der Fall wäre. Ihm wird von den Rängen warm zugeklatscht, man ist in Freiburg stolz auf ihn, das spürt man.

 

Auch nach dem Spiel hält sich der Frust der SC-Anhänger ob der 1:2-Niederlage gegen die Wolfsburger in Grenzen. „Gewinnen sie halt das nächste Spiel“, meint ein älterer Herr mit einem Lächeln, nimmt seine Gattin an die Hand und schlendert an diesem lauen Herbstabend in die malerische Freiburger Altstadt.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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19.08.2014

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27.05.2014

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