Aargauischer Fussballverband

Goalie-Geschichten fürs Geschichtsbuch

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von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Der FC Oftringen ist um seine momentane Situation nicht zu beneiden: In der Meisterschaft mit sechs Punkten aus den ersten sieben Partien wenig erfolgreich gestartet, resultierte am vergangenen Wochenende beim Aufsteiger und Schlusslicht Menzo Reinach lediglich ein 1:1, wobei man den Ausgleichstreffer erst zehn Minuten vor dem Ende kassierte. Als wären dies nicht bereits „bad news“ genug, erreichte Trainer Luca Iodice nach dem Schlusspfiff am Samstag die nächste Hiobsbotschaft: In der kommenden Partie gegen den Tabellennachbarn aus Küttigen werden dem ehemaligen Spitzenfussballer aufgrund von Verletzungen und Ferienabsenzen weder die beiden etatmässigen Torhüter der 1. Mannschaft noch der Schlussmann der 2. Mannschaft zur Verfügung stehen.

Nach dieser Hiobsbotschaft am Samstag wirkte Iodice äusserst frustriert; er zog anfänglich gar in Erwägung, einen Feldspieler gegen Küttigen ins Tor zu stellen, auch wenn er den Torhüter der B-Junioren oder jenen der 3. Mannschaft aus der 5. Liga einsetzen könnte. „Das hat er bestimmt auch etwas aufgrund der Enttäuschung über die zwei verlorenen Punkte gegen Menzo Reinach gesagt“, relativiert Oftringen-Präsident Rolf Weber. „Doch wer weiss, vielleicht hat er einen Spieler im Kader, den er zwischen den Pfosten stärker einschätzt als die anderen beiden möglichen Keeper.“ Ausschliessen könne man einen solch unorthodoxen Entscheid jedenfalls nicht, so Weber weiter. Man müsse nun die Trainingswoche abwarten und die bestmögliche Lösung finden.

Dass die Massnahme, einen Feldspieler (gezwungenermassen) ins Tor zu stellen, nicht unbedingt ein Nachteil sein muss und spektakuläre Geschichten schreiben kann, zeigt ein Blick in die jüngste Vergangenheit. Da war zum einen ein gewisser Mladen Petric vom FC Basel, der gegen Nancy 2006 im damaligen UEFA-Cup für den in der Nachspielzeit vom Platz gestellten Stammkeeper Franco Costanzo ins Tor musste, da der FCB bereits dreimal gewechselt hatte. Beim Stand vom 2:2 parierte der gebürtige Neuenhofer den fälligen Elfmeter mirakulös (http://www.youtube.com/watch?v=tQ633FfTD6Q&sns=em).

 

Und auch in der eben erst abgelaufenen Champions-League-Qualifikation sorgte ein Feldspieler zwischen den Pfosten für Aufsehen: Beim Spiel gegen Steaua Bukarest kassierte der Torhüter des bulgarischen Aussenseiters Ludogorets Razgrad eine Minute vor Schluss der Verlängerung beim Stand von 1:1 die rote Karte. Und da die Bulgaren bereits dreimal gewechselt hatten, musste sich Verteidiger Cosmin Moti das Torwartleibchen überstreifen. Moti verwandelte im darauffolgenden Elfmeterschiessen den ersten Versuch für sein Team solgleich selbst, parierte deren zwei der Gegner aus Rumänien und führte seinen Verein damit erstmals in dessen Klubgeschichte in die Champions-League-Gruppenphase (http://youtu.be/GA0nqKsO9mI). Zwei Beispiele also, die den Oftringern Mut machen sollten.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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