Aargauischer Fussballverband

Ein Blick in die grosse, weite Fussballwelt: Spanien

In einer «Mini-Serie» schaut der AFV über den Aargauer Tellerrand hinaus und bittet Aargauer Korrespondenten, die immer noch oder bis vor kurzem im Ausland lebten, um ein Essay zum Regionalfussball und zu den aktuellen Ereignissen im entsprechenden Land. Zum Auftakt sagen wir «Hola España»!

Ein Heimspiel von Unificacio Ciutat Meridiana CE aus der "2a catalana infantil" ist in vollem Gange.

Von Jonathan Frey aus Madrid/ Aarau
Noch so gerne erinnert sich der Fussballromantiker an die glorreichen Tage der spanischen Nationalmannschaft im neuen Jahrtausend zurück. Nachdem „La Furia Roja“ zwischen 1986 und 2006 wiederholt an EM und WM im Viertelfinal ausschied, folgte im Jahr 2008 endlich der erlösende Gewinn des Europameistertitels. Spanien mit Grössen wie Xavi, Iniesta, Pique, Ramos, Casillas, Torres, Villa, Silva – um nur einige zu nennen – prägte den internationalen Fussball in den Folgejahren wie kaum eine andere Nationalmannschaft. Mit dem Weltmeistertitel 2010 und der Titelverteidigung 2012 an der EM schienen die Spanier für lange Zeit nahezu unbesiegbar.

Auch auf Clubebene begann sich die Entwicklung des spanischen Ballbesitzfussballs in Erfolge umzumünzen. Die Clubs aus der «LaLiga Santander» (bis 2016 «LaLiga BBVA») dominierten die europäischen Wettbewerbe im vergangenen Jahrzehnt. Nicht selten durfte sich ein Team aus der spanischen Liga als Sieger eines europäischen Wettbewerbs krönen lassen. Demnach ist es wenig überraschend, dass Spanien die 5-Jahreswertung der UEFA nach wie vor anführt.

Es ist aber nicht nur der Profifussball, welcher dem Land in Südwesteuropa den Titel «Fussballnation» beschert, sondern auch das grosse Interesse am Breitenfussball. Im spanischen Fussball folgen auf die zwei Profiligen zwei weitere interregionale Ligen, welche auf der vierten Ligaebene (vergleichbar mit der 2. Liga interregional) aus bis zu 18 Gruppen im ganzen Land besteht. Nach diesen interregionalen Gruppen folgen, analog zur Schweiz, die sogenannten «Divisiones Regionales», welche den 19 Regionalverbänden der jeweiligen autonomen Gemeinschaften unterstehen. Je nach Grösse der Region folgen in einem Regionalverband bis zu 5 weitere Ligen (5. bis 9. Ebene).

Der Grundstein für die internationalen Erfolge haben die spanischen Verbände schon vor Jahren geschaffen, besonders dank den Regionalverbänden. Bereits 1995 begannen Verbände, die Zusammenarbeit zwischen Regionalverbänden und dem nationalen Fussballverband zu intensivieren und die Förderung von Talenten zu standardisieren. Besondere Versprechen für die Zukunft wurden demnach schon früh gemeldet und national erfasst, was dem Verband einen stetigen Überblick über die aktuellen Nachwuchstalente gab und eine einheitliche Förderung der Fussballphilosophie ermöglichte.

Persönliche Optik:

Als fussballbegeisterter Austauschstudent darf der Fussball für mich natürlich auch in Spanien nicht zu kurz kommen. Madrid, die Hauptstadt und einwohnerreichste Stadt des Landes, lässt diesbezüglich keine Wünsche offen. So werden auf diversen Sportanlagen in verschiedensten Stadtteilen, meist Kunstrasenplätze, täglich Fussballspiele organisiert, die für jedermann zugänglich sind. Hinzu kommt, dass die Metropolregion von Madrid zurzeit gleich mit vier Mannschaften in der höchsten Spielklasse Spaniens vertreten ist: Real Madrid, Atlético Madrid, Getafe CF und Leganes CD. Die logische Schlussfolgerung, dass man an einem Wochenende mit Ligabetrieb sicherlich ein Heimspiel eines madrilenischen Clubs besuchen kann, liegt auf der Hand. Auch die vielen Bars und Restaurants sind standardmässig mit einem Fernseher ausgestattet und zeigen die Spiele live.

Als eines der am schwersten betroffenen Gebieten weltweit leidet die Stadt Madrid und auch das Land Spanien besonders unter der aktuellen Corona-Pandemie. Der Alltag und die Wirtschaft sind beinahe zum Stillstand gekommen, nichts erinnert mehr an die lebhaften Szenen in den sonst so belebten Städten. In den Städten wurden alle Parks und Sportanlagen geschlossen und der Fussballbetrieb dementsprechend eingestellt.

Es ist zu hoffen und wünschenswert, dass Spanien sich bald erholt und die bekannte Lebensfreude wiederentdecken und ohne Einschränkungen ausleben darf.

zurück

Teste dich jetzt:

30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

12.09.2018

Josef Schmölzer

19.08.2014

Kecke Aufsteiger

27.05.2014

Penalty-Poker

Facebook-Stream

Football-Pool