Aargauischer Fussballverband

«Corona-Pause»: So sieht der Tag eines Fussball-Profis aus

FCA-Spieler Kevin Spadanuda gibt Einblicke in den neuen Fussballer-Alltag.

Das hinterlistige Corona-Virus stellt das Leben der kompletten Gesellschaft auf den Kopf, auch die Profis des FC Aarau sind davon betroffen. Normalerweise ist das Miteinander auf dem Trainingsplatz Alltag, jetzt sind die Teamsportler bei der Aufgabe, sich fit zu halten, auf sich alleine gestellt. Für den AFV berichtet Flügelspieler Kevin Spadanuda (23) exklusiv aus dem Home-Office.

Der Aargauer Shootingstar sagt: «Natürlich fehlen einem das Training und noch viel mehr die Spiele. Gerade jetzt, wo die Sonne scheint und es Frühling wird, ist es fast surreal, morgens nicht zum Brügglifeld aufzubrechen.» Aber: «Wie alle anderen auch tragen wir natürlich Verantwortung, damit sich das Virus nicht weiterverbreitet – und halten uns an die Vorgaben vom Bundesrat. Wir warten einfach ab, halten uns individuell fit und hoffen, dass diese komische Zeit möglichst schnell vorbei ist.»

Keiner weiss momentan, wann die Schweizer Ligen wieder starten. Doch Spadanuda & Co. haben einen individuellen Trainingsplan mit nach Hause bekommen, damit der Substanzverlust nicht so gross ist und der Wiedereinstieg im Fall der Fälle schnell gelingt.

Der Tagesablauf: Physio und Training am Vormittag
Nach einem gesunden Müesli zum Frühstück hält Spadanuda seine tägliche Routine ein. «Ich absolviere meine Einheiten am Vormittag», sagt der ehemalige Spieler von Schinznach-Bad, Schöftland und Baden. Spadanuda hat aufgrund einer kleinen Entzündung im Knie täglich Physiotherapie verordnet bekommen. «Für mich ist diese Zeit gerade gut, damit ich alles auskurieren kann.» Nach der rund einstündigen Therapie im «med&motion» in Aarau wechselt der Modell-Athlet in den Kraftraum gleich nebenan. Spadanuda absolviert jeden Tag eine 60- bis 90-minütige Trainingseinheit mit Warm-up (20 Minuten auf dem Hometrainer) sowie diversen Kraftübungen für den Rücken, die Brust und die Beine. Anschliessend rundet eine «Cardio-Session» auf dem Hometrainer zum Erhalt der Ausdauer den Trainingstag ab.  

Kevin Spadanuda schuftet im med&motion, wo er als Physio-Patient beinahe exklusiven Zugang hat. Er will bereit sein, wenn es auf dem Rasen weitergeht.
FOTO: Hannes Hurter.


Garten am Nachmittag, Netflix am Abend
Danach werden die Reserven beim Mittagessen aufgefüllt. «Ich achte extrem auf meine Ernährung, muss deshalb auch nichts umstellen», sagt Spadanuda. Auf dem Teller, den er meist selber zubereitet, liegen Poulet mit Reis. Dazu trinkt Spadanuda drei bis vier Liter Wasser pro Tag.

Am Nachmittag nutzt der Profi das Frühlingswetter, um den Garten auf Vordermann zu bringen. «Das macht man ja sonst nie, aber jetzt hat man dafür mal Zeit.» In der zweiten Tageshälfte verbringt Spadanuda auch viel Zeit mit Mama Teresa, Schwester Anna Clea und dem Chihuahua-Hündchen «Mymy». Mit «Mymy» ist Spadanuda auch oft in Schinznach-Bad beim Spazieren unterwegs. Ein- bis zweimal in der Woche geht Spadanuda zur Erholung zu einem Kollegen in die Sauna.

Abends wird es sich dann vor dem Fernseher gemütlich gemacht, auf Netflix gibt es für ihn die Serie „Vis à vis“. Trotz des ausgefüllten Tages beschleicht Spadanuda – wie so vielen anderen Fussball-Fans auch – oft etwas Wehmut: «Champions League zu schauen vermisse ich sehr! Ich kann es kaum erwarten, bis diese Zeit vorbei ist, das reguläre Leben wieder seinen Lauf nimmt und wir wieder auf dem Platz stehen und Vollgas geben können.» (HHU)

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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