Aargauischer Fussballverband

Spitzenteams mit Mini-Siegen

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss – dieses Sprichwort traf am Wochenende auf Leader Lenzburg und Verfolger Suhr zu, welche beide ihre Partien knapp mit 1:0 gewannen. Bereits am Donnerstag konnte derweil der FC Niederwil gegen Fislisbach seinen 1. Saisonsieg überhaupt bejubeln.

Den goldenen Treffer in Lenzburg erzielte Radovan Radevic in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit. Der keck aufspielende Aufsteiger Schönenwerd-Niedergösgen kam in der Folge zu guten Ausgleichschancen, musste aber auch einiges an Glück beanspruchen, als ein Schuss von FCL-Stürmer Mehmet Chupi zuerst am linken und dann am rechten Torpfosten abprallte. Doch auch so brachten die Lenzburger die 3 Punkte letztlich ins Trockene und untermauerten ihre Leaderposition.

Mit demselben Resultat siegte Lenzburgs erster Verfolger Suhr im Derby beim FC Gränichen. Bis zur 89. Minute musste man sich jedoch gedulden, ehe Ahmet Ceker die Suhrer mit einem präzisen Schuss aus 18 Metern quasi aus dem Stand doch noch jubeln liess. Zuvor hatte FCG-Schlussmann Manuel Fries seine Farben vor einem früheren Rückstand bewahrt, als er kurz vor dem Pausentee einen selbst verschuldeten Elfmeter entschärfen konnte. Nach diesem Sieg liegt Suhr bei einem Spiel weniger weiter 5 Punkte hinter Spitzenreiter Lenzburg.

Einen Zähler hinter Suhr auf Rang 3 liegt der FC Rothrist. Die Westaargauer bekundeten beim Gastspiel in Othmarsingen keine grösseren Probleme und siegten mit 3:0 – Tiago Fernandes (21.), Volkan Karaboga (56.) und Dejan Skopljak (76.) waren für die Tore besorgt. Damit ist der FC Othmarsingen, bei dem Goalgetter Gezim Zeqiraj einen Elfmeter verschoss, weiter auf einem Abstiegsplatz klassiert und holte aus den vergangenen 6 Partien lediglich einen Punkt.  

Der FC Gontenschwil siegte in der torreichsten Partie der Runde beim FC Kölliken mit 3:2, obwohl man kurz nach der Pause durch einen Treffer von Güven Polat mit 0:2 in Rückstand geraten war. Doch Peter Bolliger und Lino Zobrist glichen die Partie mit einem Doppelschlag innert 3 Minuten umgehend wieder aus, ehe Tobias Bucher in der Schlussphase das Siegestor gelang.

Altmeister Alain Schultz war die grosse Figur beim 2:1-Derbysieg seines FC Wohlen auf dem Mutschellen. Der Spielertrainer erzielte in der Nachspielzeit das entscheidende 2:1, nachdem zuvor Loris Eberhard kurz vor Ablauf einer Stunde die Mutscheller Führung durch Vincenzo Merendino hatte egalisieren können. Nach dem eher harzigen Saisonstart kommen die Wohler immer besser in Fahrt, wohingegen Mutschellen nach zuletzt durchzogenen Leistungen den Anschluss an die Spitze zu verlieren droht.

Den ersten Sieg im 11. Saisonspiel konnte der FC Niederwil bejubeln. Im Heimspiel gegen Fislisbach konnte man sich sogar den Luxus leisten, durch Raphael Schertenleib in der 2. Minute einen Elfmeter zu verschiessen. In einer kampfbetonten Partie ging der FCN in der Folge noch vor der Pause durch Damien Wüthrich in Führung und nachdem Christian Gasane für Fislisbach vom Elfmeterpunkt hatte ausgleichen können, sorgte Raphael Peterhans mittels direkt verwandeltem Freistoss für Niederwiler Begeisterungsstürme.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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