Aargauischer Fussballverband

Lenzburg mit Kantersieg – Mutschellen nur mit Remis

Dank eines klaren 6:0-Erfolgs über Wohlen 2 hat Leader Lenzburg in der gestrigen Vollrunde seinen Vorsprung auf 4 Punkte ausgebaut – dies, weil Verfolger Mutschellen in Kölliken nicht über ein 3:3-Untenschieden hinauskam. Der FC Gränichen derweil ist nach dem 3:1-Derbysieg über Gontenschwil seit nunmehr 5 Pflichtspielen ungeschlagen und grüsst neu von Rang 3.

Zwei Zwischenspurts reichten dem FC Lenzburg, um dem FC Wohlen 2 eine empfindliche Kanterniederlage zuzufügen. In Halbzeit 1 sorgten Fidan Tafa, Kristian Ndau und Ardit Gashi innert 19 Minuten für die komfortable 3:0-Pausenführung. Nach dem Seitenwechsel benötigten wiederum Tafa mit seinem 8. Saisontor, Tomislav Bajo und Simone Mezzancella für das klare 6:0-Endresultat gar nur 16 Minuten. Seit der bisher einzigen Saisonniederlage Ende August in Sarmenstorf holte das Team von Trainer Emilio Munera aus den darauffolgenden 6 Meisterschafts-Partien beeindruckende 16 von 18 möglichen Punkten – nur im Spitzenkampf beim FC Mutschellen vergangenen Samstag liess man Punkte liegen.

Ein wahres Spektakel bekamen die Zuschauer der Partie Kölliken – Mutschellen geboten. Zwischen der 62. und 73. Minute stellte der FC Mutschellen dank Toren von Nico Stadelmann, Kevin Kempter per Penalty und Vincenzo Merendino von 0:2 auf 3:2, nachdem Güven Polat das Heimteam früh mit 2 Längen in Front geschossen hatte. Und es war wiederum Polat, der in der Schlussphase für die Kölliker zum 3:3 ausgleichen konnte – dabei blieb es.

Im Wynentaler Derby zwischen Gränichen und Gontenschwil behielt das Heimteam das bessere Ende für sich. Nachdem Khaled Assoussi und Ramon Egli Gränichen bis zur Minute 40 2:0 in Führung gebracht hatten, konnte Lino Zobrist für Gontenschwil noch vor dem Pausentee den Anschlusstreffer erzielen. Kurz vor Schluss machte Dominik Trost mit dem 3:1 aber den Deckel drauf, sodass Gränichen dank diesem Sieg den FC Gontenschwil in der Tabelle überholt und neu auf Rang 3 liegt.

Einen Rang hinter Gränichen liegt der FC Rothrist, der beim Gastspiel in Niederwil keine Mühe bekundete und souverän mit 4:0 gewann. Und wieder einmal konnten sich die Westaargauer auf ihren Topskorer Volkan Karaboga verlassen, der mit seinen Saisontoren 11, 12 und 13 Niederwil quasi im Alleingang erledigte. Dennis Emmenegger war nach einer guten Stunde schliesslich für den 4:0-Endstand besorgt.

Nahe am ersten Punktgewinn der Saison war Schlusslicht Oftringen im Duell mit dem FC Fislisbach. Nach der frühen FCF-Führung durch Manuel Schneider drehte Dominik Sieber die Partie mit zwei Treffern kurzzeitig, doch Fislisbachs Christian Maier konnte noch vor der Pause ausgleichen. In der Folge gelang dem FCF eine Viertelstunde vor Schluss zu zehnt durch Christian Gasane das 3:2-Siegtor per Penalty.

Keinen Sieger gab es im Duell Othmarsingen – Schönenwerd-Niedergösgen. Zuerst hatte FCO-Stürmer Hajrullah Murati das Heimteam mit einer sehenswerten Einzelleistung in Führung gebracht. Diese Führung hatte zwar bis zur Pause verdientermassen Bestand, doch nach dem Seitenwechsel drehte «Schöni» merklich auf und kam nach einer guten Stunde durch Simon Bürge zum Ausgleich, was eine letztlich gerechte Punkteteilung zur Folge hatte. Ebenfalls Remis endete die Partie zwischen Sarmenstorf und Suhr – 2:2 hiess es am Ende.

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16.10.2019

Adis Kajtazovic (FC Entfelden)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Alle 3 bisherigen Runden im Axpo Aargauer Cup hat Drittligist Entfelden überstanden – und dabei dreimal einen Zweitligisten ausgeschaltet! Nach Oftringen und Titelverteidiger Mutschellen musste am Dienstagabend im Derby auch der FC Gränichen nach einem dramatischen Sieg inklusive Last-Minute-Ausgleich mit anschliessendem Elfmeterschiessen dran glauben. Der Trainer der «Riesentöter», Adis Kajtazovic, stellte sich nach dem abermaligen Coup seiner Mannschaft den «drei ???».

1. Adis Kajtazovic, wie war es während des Dramas gestern Abend gegen Gränichen um Ihre Nerven bestellt?
Nervlich war es in der Tat eine enorme Belastungsprobe. Bereits die beiden Cup-Spiele zuvor gingen zwar ins Elfmeterschiessen (Oftringen) beziehungsweise in die Verlängerung (Mutschellen), aber dieses Mal war es schon sehr speziell, zumal wir in der regulären Spielzeit die bessere Mannschaft waren und dann mit dem allerletzten Angriff inklusive stürmenden Torwart doch noch zum verdienten Ausgleich kamen. Der Sieg wurde natürlich ausgiebig gefeiert, ich für meinen Teil hatte vorsorglich heute Mittwochmorgen in quasi weiser Voraussicht frei genommen (schmunzelt).

2. Die «Rolle des David» scheint Ihnen und Ihrem Team zu liegen! Wie erklären sie es sich, dass sie nun dreimal in Folge einen Zweitligisten eliminiert haben?
Da muss ich etwas ausholen: Nach meiner Rückkehr nach Entfelden im vergangenen Winter spielten wir eine sensationelle Rückrunde, sodass wir uns für diese Saison sowohl in der Meisterschaft, als auch im Cup hohe Ziele steckten. In der Vorbereitung testeten wir bewusst gegen vier Zweitligisten, sodass wir uns an ein hohes Tempo gewöhnen konnten. Starke Gegner scheinen uns grundsätzlich zu behagen, haben wir in der Meisterschaft doch gegen höher eingeschätzte Teams gewonnen und alle drei Niederlagen gegen schwächere, tief stehende Teams bezogen. Dieses «Problem» ist definitiv im mentalen Bereich anzusiedeln und daran müssen wir arbeiten. Aber momentan geniessen wir unseren Höhenflug, auch für mich ist diese Cup-Kampagne in meinen über 15 Jahren Trainer beim FC Entfelden ein absolutes Highlight. Nachdem wir damals zweimal in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, trennten sich die Wege von mir und dem FC Entfelden, woraufhin es sportlich mit der 1. Mannschaft doch ziemlich bergab ging, sodass man mich wieder zurückholte. Dass es nun so gut läuft, ist auch für mich persönlich eine grosse Genugtuung. Sowohl als Spieler, wie auch als Trainer stand ich noch nie in einem Cupfinal. Stellen Sie sich vor, ich habe nicht einmal im Cup-Wettbewerb überwintert, spätestens im Achtelfinal war jeweils Schluss! Nachdem bereits so viele Zweitligisten gescheitert sind, bietet sich uns nun eine fast schon historische Chance, etwas ganz Grosses zu erreichen.

3. Nun stehen Sie bereits im Viertelfinal – wen wünschen Sie sich als Gegner?
Das ist eine ganz schwierige Frage. Eigentlich wünscht man sich ja jeweils einen Gegner aus der gleichen oder einer tieferen Liga. Doch wenn man bedenkt, dass wir bislang drei Zweitligisten ausgeschaltet haben, wäre es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, wenn wir noch einen vierten zugelost bekommen (lacht). Bei Ihrer Frage befinde ich mich etwas in einer Zwickmühle, aber nüchtern betrachtet wäre ein schwächerer Gegner schon mal schön (schmunzelt).

 

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