Aargauischer Fussballverband

Kein Sieger in animiertem Spitzenkampf

Leader Lenzburg und Verfolger Mutschellen haben sich im Spitzenkampf 1:1-Unentschieden getrennt, wobei Mutschellen sich vor allem bei seinem Torwart Fabian Riesen für den Punktgewinn bedanken konnte. Bereits am Mittwoch sorgte Gontenschwils Sommer-Neuzugang Peter Bolliger für das wohl schnellste Tor der jüngeren 2.-Liga-Geschichte.

Der Spitzenkampf in der 2. Liga AFV bot Spannung und Spektakel: In einem intensiven Topspiel ging Leader Lenzburg dank Fidan Tafas Foulpenalty in Führung (31.), Kevin Kempter sorgte kurz vor dem Halbzeitpfiff für den schmeichelhaften Mutscheller Ausgleich (1:1/45.). Auch nach dem Seitenwechsel war Lenzburg die spielbestimmende Mannschaft, die jedoch Mal für Mal am fantastisch aufgelegten Mutschellen-Keeper Fabian Riesen oder am Aluminium scheiterte. Erst gegen Spielende kam das Heimteam noch zweimal gefährlich vor das Lenzburger Tor, so dass beide Teams wohl mit der Punkteteilung leben können.

Bemerkenswertes trug sich am Mittwochabend beim Spiel des neu drittplatzierten FC Gontenschwil gegen Othmarsingen zu zu: Direkt nach dem Anspiel schlug FCG-Spielertrainer Dany Bolliger den Ball weit in die gegnerische Platzhälfte. Als erstes war ein Othmarsinger Innenverteidiger am Ball, der ihn aber nicht wunschgemäss befreien konnte. Sommer-Neuzugang Peter Bolliger gewann den zweiten Ball, dribbelte sich in den Strafraum und markierte nach 13 (!) Sekunden das 1. Tor für seine neuen Farben. Nach einem weiteren Treffer Bolligers und einem Othmarsinger Eigentor lagen die Wynentaler bereits vor Ablauf einer Stunde mit 3:0 in Führung. Albert Pjetri und Gezim Zeqiraj schafften zwar früh den 2:3-Anschluss, zu mehr reichte es dem FCO jedoch nicht.

Ziemlich spät – zu spät – drehte Oftringen im Derby beim FC Rothrist auf. Nach gut 70 Minuten nutzte Raphael Bühler ein Missverständnis in der Rothrister Abwehr zum ersten Treffer der Gäste, die zu diesem Zeitpunkt mit 0:3 in Rückstand lagen. In den Schlussminuten kam noch einmal Hektik auf: Nach einem Auskick von FCO-Goalie Murat Kücüker brauchte es in der 92. Minute zwei Stationen, ehe erneut Raphael Bühler die Abwehr des Heimteams überraschte und auf 2:3 stellte, einen Punkt konnte sich das Schlusslicht, das immer noch auf den ersten Punktgewinn wartet, aber nicht erkämpfen. Die drei Tore für Rothrist erzielten Nikos Giannoudis (21.), Lauret Popaj (23.) und Emrah Karaboga (50.). Insgesamt hatten die Gastgeber zudem fünf (!) Knaller an die Latte oder an den Pfosten zu beklagen.

Einen späten Sieg konnte der FC Fislisbach gegen Kölliken feiern. Nachdem Albert Marku die Gäste aus dem Westaargau früh in Führung gebracht und Christian Gasane per Penalty den Ausgleich markiert hatte, schlug die grosse Stunde von Yannic Frei: Der FCF-Stürmer zimmerte kurz vor Schluss einen Freistoss aus über 30 Metern zum umjubelten 2:1 in die Maschen und sicherte somit seinen Farben nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge die drei Punkte.

Im Duell der formstarken FC Wohlen 2 und FC Gränichen gab es keinen Sieger. Betim Morina hatte die Freiämter in Führung gebracht (24.), Ramon Egli konnte noch vor der Pause für den FCG ausgleichen – dabei blieb es. Keine Tore bekamen die Zuschauer des Aufsteiger-Duells zwischen Schönenwerd-Niedergösgen und Sarmenstorf zu sehen. Sarmenstorf-Hüter Patrick Schmidt parierte dabei nach einer guten Stunde einen Elfmeter.

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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