Aargauischer Fussballverband

Lenzburg neuer Leader – 10 Tore in Othmarsingen

Leaderwechsel in der 2. Liga AFV! Der FC Lenzburg bezwingt vor eigenem Anhang den FC Kölliken, profitiert von der gleichzeitigen Niederlage von Mutschellen beim FC Gränichen und setzt sich somit an die Spitze. Ein wahres Spektakel bekamen die Zuschauer derweil beim Duell Othmarsingen gegen Wohlen 2 geboten.

► Der FC Lenzburg ist in Form! Das 2:1 gegen Kölliken war der 4. Sieg in Folge, der die Mannschaft von Trainer Emilio Munera an die Spitze der 2. Liga AFV hievt. Mehmet Chupi und Radovan Radevic brachten den FCL in der ersten halben Stunde mit 2:0 in Führung, Goran Antic brachte mit seinem Anschlusstreffer kurz vor dem Pausentee die Hoffnung aufseiten der Kölliker kurzzeitig zurück. In der 2. Halbzeit beklagten die Westaargauer nach einer guten Stunde beim Pfostenschuss von Albert Marku grosses Pech, der Ausgleich wollte auch in der Folge nicht mehr gelingen.

► Lenzburg konnte somit den Ausrutscher des bisherigen Leaders FC Mutschellen ausnutzen: In Gränichen unterlag der amtierende Cupsieger, der unter der Woche als Titelverteidiger überraschend beim Drittligisten Entfelden ausgeschieden war, mit 0:2, wobei Rafed Bayazi und Khaled Assoussi in der Schlussphase die Tore erzielten. Gränichen konnte damit innert Wochenfrist nach dem Derbysieg in Kölliken den zweiten 2:0-Erfolg de suite feiern und klettert auf Rang 4.

► Eine verrückte Partie entwickelte sich zwischen Othmarsingen und Wohlen 2. Nachdem Hajrullah Murati die Hausherren früh in Führung gebrachte hatte, zogen die Wohler in der Folge unter anderem dank einer Doublette von Spielertrainer Alain Schultz (13./17.) bis zur Pause scheinbar vorentscheidend auf 4:1 davon. Doch damit weit gefehlt! Der FCO drehte nach dem Seitenwechsel auf und erzielte bis zur 75. Minute doch tatsächlich das 4:4. Loris Eberhard und Kerem Kursun sicherten in der Schlussphase den Wohlern aber dann doch noch den Sieg. Nach 3 Niederlagen zum Saison-Auftakt kommen die Freiämter immer besser in Fahrt und holten aus den vergangenen 4 Partien 10 Punkte.
Im Mittelfeldduell zwischen dem FC Rothrist und dem FC Fislisbach behielten die Westaargauer das bessere Ende für sich und überholten somit den FCF in der Tabelle. Beim 4:2-Sieg führte Rothrist in der Schlussphase dank Toren von Volkan Karaboga und Nikos Giannoudis die Entscheidung herbei, nachdem Fislisbach zuvor 2 Mal hatte in Führung gehen können. Keinen Sieger gab es in der Partie Niederwil gegen Schönenwerd-Niedergösgen, wobei die Solothurner erst in der Nachspielzeit durch Jennys Hügi zum Ausgleich gekommen waren.

► Der FC Sarmenstorf konnte dank eines 3:0-Erfolges gegen Gontenschwil über den Strich klettern, wobei alles 3 Treffer im 2. Durchgang fielen. Denis Dubler hatte kurz nach dem Seitenwechsel das Skore für «Sarmi» eröffnet, ehe in der Schlussphase innert 4 Minuten durch ein Gontenschwiler Eigentor und Philipp Strebel per Elfmeter die Vorentscheidung herbeigeführt wurde.

 

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16.10.2019

Adis Kajtazovic (FC Entfelden)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Alle 3 bisherigen Runden im Axpo Aargauer Cup hat Drittligist Entfelden überstanden – und dabei dreimal einen Zweitligisten ausgeschaltet! Nach Oftringen und Titelverteidiger Mutschellen musste am Dienstagabend im Derby auch der FC Gränichen nach einem dramatischen Sieg inklusive Last-Minute-Ausgleich mit anschliessendem Elfmeterschiessen dran glauben. Der Trainer der «Riesentöter», Adis Kajtazovic, stellte sich nach dem abermaligen Coup seiner Mannschaft den «drei ???».

1. Adis Kajtazovic, wie war es während des Dramas gestern Abend gegen Gränichen um Ihre Nerven bestellt?
Nervlich war es in der Tat eine enorme Belastungsprobe. Bereits die beiden Cup-Spiele zuvor gingen zwar ins Elfmeterschiessen (Oftringen) beziehungsweise in die Verlängerung (Mutschellen), aber dieses Mal war es schon sehr speziell, zumal wir in der regulären Spielzeit die bessere Mannschaft waren und dann mit dem allerletzten Angriff inklusive stürmenden Torwart doch noch zum verdienten Ausgleich kamen. Der Sieg wurde natürlich ausgiebig gefeiert, ich für meinen Teil hatte vorsorglich heute Mittwochmorgen in quasi weiser Voraussicht frei genommen (schmunzelt).

2. Die «Rolle des David» scheint Ihnen und Ihrem Team zu liegen! Wie erklären sie es sich, dass sie nun dreimal in Folge einen Zweitligisten eliminiert haben?
Da muss ich etwas ausholen: Nach meiner Rückkehr nach Entfelden im vergangenen Winter spielten wir eine sensationelle Rückrunde, sodass wir uns für diese Saison sowohl in der Meisterschaft, als auch im Cup hohe Ziele steckten. In der Vorbereitung testeten wir bewusst gegen vier Zweitligisten, sodass wir uns an ein hohes Tempo gewöhnen konnten. Starke Gegner scheinen uns grundsätzlich zu behagen, haben wir in der Meisterschaft doch gegen höher eingeschätzte Teams gewonnen und alle drei Niederlagen gegen schwächere, tief stehende Teams bezogen. Dieses «Problem» ist definitiv im mentalen Bereich anzusiedeln und daran müssen wir arbeiten. Aber momentan geniessen wir unseren Höhenflug, auch für mich ist diese Cup-Kampagne in meinen über 15 Jahren Trainer beim FC Entfelden ein absolutes Highlight. Nachdem wir damals zweimal in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, trennten sich die Wege von mir und dem FC Entfelden, woraufhin es sportlich mit der 1. Mannschaft doch ziemlich bergab ging, sodass man mich wieder zurückholte. Dass es nun so gut läuft, ist auch für mich persönlich eine grosse Genugtuung. Sowohl als Spieler, wie auch als Trainer stand ich noch nie in einem Cupfinal. Stellen Sie sich vor, ich habe nicht einmal im Cup-Wettbewerb überwintert, spätestens im Achtelfinal war jeweils Schluss! Nachdem bereits so viele Zweitligisten gescheitert sind, bietet sich uns nun eine fast schon historische Chance, etwas ganz Grosses zu erreichen.

3. Nun stehen Sie bereits im Viertelfinal – wen wünschen Sie sich als Gegner?
Das ist eine ganz schwierige Frage. Eigentlich wünscht man sich ja jeweils einen Gegner aus der gleichen oder einer tieferen Liga. Doch wenn man bedenkt, dass wir bislang drei Zweitligisten ausgeschaltet haben, wäre es vielleicht gar nicht mal so verkehrt, wenn wir noch einen vierten zugelost bekommen (lacht). Bei Ihrer Frage befinde ich mich etwas in einer Zwickmühle, aber nüchtern betrachtet wäre ein schwächerer Gegner schon mal schön (schmunzelt).

 

12.09.2018

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