Aargauischer Fussballverband

Gontenschwil siegt zum Auftakt spektakulär

Schöne Kombinationen, packende Zweikämpfe und ein veritables Traumtor. Im traditionellen Kickoff-Spiel verlangten sich Gontenschwil und Fislisbach alles ab, wobei sich die Gastgeber aus den Wynental letztlich etwas glücklich mit 4:2 durchsetzten.

Der Ball wurde länger und länger. Ungläubiges Raunen machte sich unter den zahlreich erschienenen Zuschauern auf dem Gontenschwiler Neumättli breit, ehe sich der Ball schliesslich hinter Fislisbach-Hüter Dominic Nussbaumer in die Maschen senkte. FCG-Spielertrainer Dany Bolliger hatte sich aus gut und gerne 50 Metern ein Herz gefasst und traf mit einem Sonntagsschuss am Freitagabend zum 3:2 und damit zur Vorentscheidung – es sollte der Genickbruch für den zuvor äusserst keck aufspielenden Aufsteiger aus Fislisbach sein. «Ich sah, dass der Torwart etwas zu weit vor dem Tor stand und hielt einfach mal drauf», konstatierte Bolliger nach Spielschluss. «So ein Tor ist mir seit mindestens 10 Jahren nicht mehr gelungen.»

Sandro Burki führt symbolischen Kickoff aus
Doch Bolliger fand vor allem auch lobende Worte für seine Antipoden aus dem Ostaargau: «Die Fislisbacher machten es wirklich gut und stellten uns immer wieder vor grössere Probleme. Vor allem in Halbzeit 1 waren sie besser.» Nachdem FC-Aarau-Sportchef Sandro Burki den symbolischen Kickoff ausgeführt hatte, erwischte der Aufsteiger in der Tat einen Traumstart in die Saison; allen voran Neuzugang Justin Comas, der in der Sommerpause von Lenzburg zu den Blau-Weissen gewechselt war. Flügelflitzer Patrick Meier tankte sich auf der linken Seite sehenswert durch und passte mustergültig zur Mitte, wo Comas zur frühen Führung nur noch einschieben musste.

«Wir wollen offensiv spielen und offensiv denken, und zwar zu jedem Zeitpunkt», betonte FCF-Trainer Christian Jäggi, der das Traineramt im Sommer übernommen hatte, nachdem er zuvor vorwiegend im Frauen- und Juniorinnen-Spitzenfussball tätig gewesen war. «Weiter ist unser Spiel grundlegend auf Ballbesitz ausgelegt, ich möchte so viele Pässe wie möglich sehen.» Über 300 Pässe habe er während dem Spiel selber per Klick gezählt. «Doch das stellt mich noch lange nicht zufrieden, mir schweben 400 bis 500 Pässe vor.» Zufrieden sei er aber durchaus mit der Leistung seiner Truppe, doch mit Eigenfehler habe man sich das Leben selber schwer gemacht.

«Der Gegner hatte aus dem Spiel kaum Chancen»
Einer dieser Eigenfehler ereignete sich nur 10 Minuten nach Comas’ Führungstreffer, als ein schnell ausgeführter Eckball die FCF-Defensive überraschte und Bolliger die Hereingabe eiskalt verwerten konnte. Doch Fislisbach hatte nur kurz darauf die passende Antwort parat: Nachdem Tobias Schneider seinen Gegenspieler nach allen Regeln der Kunst vernascht hatte, fand seine mustergültige Flanke den heranbrausenden Ryan Allmann, der aus kürzester Distanz zur erneuten Führung traf. Keine 5 Minuten später war es aber wieder ein Standard, der Gontenschwil das 2:2 bescherte; Ivo Della Rossa nickte einen scharf getretenen Eckball von Rückkehrer Lino Zobrist ein. «Der Gegner hatte aus dem Spiel heraus kaum Chancen», betonte Jäggi, «dabei habe ich vor dem Spiel extra noch auf ihre Stärken bei Standards hingewiesen. So ärgert es mich umso mehr, dass wir 2 Tore nach Standards kassierten.»

Eine besondere Motivationsspritze erhielten Jäggi und sein Team ein paar Stunden vor dem Anpfiff. «Nachdem wir heute Morgen in der Aargauer Zeitung gelesen hatten, dass man uns in der 2. Liga auf den letzten Rang tippt, wollten wir es natürlich allen zeigen.» Können die Fislisbacher die Leistung aus den ersten 45 Minuten über ein gesamtes Spiel konstant durchziehen, dürften sie eine gute Rolle in dieser 2.-Liga-Saison spielen. Doch in Halbzeit 2 schwanden die Kräfte beim Aufsteiger zusehends und nach Bolligers Traumtor war die Luft etwas draussen – Michael Meier erhöhte in der Schlussphase gar noch zum 4:2-Endstand. «Wir haben in der Halbzeit zurecht vermutet, dass Fislisbach dieses Tempo nicht über 90 Minuten gehen kann», erklärte Bolliger, um dann schmunzelnd anzufügen: «Viele unserer Akteure waren über 10 Jahre älter als ihre direkten Gegenspieler, da ist es nur logisch, dass wir tempomässig nicht ganz mithalten können. Gerade bei meinem Tor zum 3:2 fehlte mir schlicht die Luft, um den Ball noch weiter zu treiben – zum Glück!»

 

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18.09.2019

Hans Reimann (FC Frick)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Es läuft beim FC Frick, und zwar so richtig! Sowohl das „1a“, das vergangenen Saison aus der 2. Liga AFV abgestiegen war, wie auch das „1b“, im Sommer aufgestiegen aus der 4. Liga, belegen in ihren 3.-Liga-Gruppen den 1. Rang. Eine wohl historische Momentaufnahme! Ein spürbar stolzer Hans Reimann, Vereinspräsident seit Anfang 2019, gab ihm Rahmen der „drei ???“ Auskunft zum Höhenflug seines FC Frick.

1. Hans Reimann, der Blick auf die beiden 3.-Liga-Tabellen dürfte Ihnen momentan helle Freude bereiten, oder?
Das tut der Fricker Seele vor allem nach dem Abstieg der 1. Mannschaft aus der 2. Liga AFV vergangene Saison natürlich enorm gut. Dass gleich beide Mannschaften so gut aus den Startlöchern kommen, konnte man nicht erwarten. Natürlich ist es unser Anspruch, dass das 1a den direkten Wiederaufstieg bewerkstelligen kann. Beim 1b geht es aber eigentlich primär mal darum, dass es so viele Punkte wie möglich sammelt und nichts mit dem Abstieg zu tun hat.

2. Wie erklären Sie sich den momentanen Höhenflug beider Teams?
Das 1a ist trotz Abstieg bis auf Durim Ibrahimi, der im Sommer zu den Eagles Aarau wechselte, grossmehrheitlich zusammengeblieben. Auch unser 1b ist eine eingespielte Truppe, die sich seit vielen Jahren bestens kennt, einige gingen sogar bereits zusammen zur Schule. Zudem hat das Team dank dem neuen Trainerduo, das im vergangenen Winter übernommen hatte, noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Ein weiterer Faktor ist aus meiner Sicht bestimmt auch unsere Top-Infrastruktur, die sich stetig verbessert; wir verfügen über einen Kunstrasen, einen wunderbaren Hauptplatz und bekommen, wenn alles nach Plan läuft, Anfang März 2020 ein neues, schmuckes Clubhaus. An dessen Errichtung beteiligen sich viele Spieler unserer Aktiv-Mannschaften ehrenamtlich und sie merken, dass bei uns in Frick etwas entsteht. Dieser Fakt scheint zu beflügeln und man spürt förmlich, dass die täglich sichtbaren Veränderungen eine Euphorie im gesamten Verein auslösen.

3. Würde sich an der momentanen Tabellensituation bis zum Schluss nichts mehr ändern, wäre laut Reglement nur eine Mannschaft aufstiegsberechtigt. Haben Sie sich mit diesem Szenario im Verein bereits auseinandergesetzt?
Nein, nein, dafür ist es definitiv noch zu früh (lacht). Damit beschäftigen wir uns, wenn es dann soweit sein sollte, doch die Chance ist doch ziemlich klein. Wir wären bereits wunschlos glücklich, wenn eine Mannschaft die Saison auf einem Aufstiegsplatz beenden würde – der Zeitpunkt des Aufstieges wäre kurz nach der Eröffnung unseres neuen Clubhauses schlicht perfekt.

12.09.2018

Josef Schmölzer

19.08.2014

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27.05.2014

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