Aargauischer Fussballverband

Niederwil gelingt Befreiungsschlag – Kölliken siegt im Spitzenkampf

Einen einzigen Punkt hatte der FC Niederwil in den ersten 7 Rückrunden-Partien geholt, bevor beim Gastspiel in Rothrist der unerwartete Befreiungsschlag gelang. Mit 3:2 siegte der Aufsteiger und konnte so den Negativtrend der vergangenen Wochen abrupt stoppen. Leader Kölliken konnte derweil Verfolger Mutschellen mit 4:2 bezwingen.

Nach der sensationellen Vorrunde wagte manch einer bei Aufsteiger Niederwil von ganz Grossem zu träumen. Doch im Jahr 2019 landete man hart auf dem Boden der Realität, indem man in 7 Partien nur einen Punkt holte – notabene gegen das aktuelle Schlusslicht Aarau 2. Mit wenig Kredit ging der FCN dann auch ins Spiel beim favorisierten Rothrist, doch bereits nach 9 Minuten brachte Andreas Habegger seine Farben in Führung. Nach 2 Gegentreffern musste man für die Niederwiler zwar bereits wieder das Schlimmste befürchten, doch Alain Baumann glich Sekunden vor dem Pausenpiff zum 2:2 aus. Und nach dem Seitenwechsel war es wiederum Habegger, der mit seinem zweiten Treffer des Abends kurz nach Ablauf einer Stunde zum Siegtorschützen und Matchwinner avancierte. Damit hat sich Niederwil wohl endgültig allen Abstiegssorgen entledigt, 10 Punkte beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone. Rothrist seinerseits erlitt einen herben Rückschlag im Kampf um den Aufstieg.

5 Punkte Rückstand weisen die Rothrister auf den FC Kölliken auf. Der Leader bezwang im Spitzenspiel der Runde den FC Mutschellen mit 4:2, wobei der Gast aus Mutschellen die Partie mit einem Doppelschlag von Vincenzo Merendino und Roger Pfyl nach einer guten halben Stunde kurzzeitig drehen konnte, nachdem Dario Dussin das Heimteam früh in Führung gebracht hatte. Doch Dario Picciolo glich für seine Farben noch vor der Pause aus, ehe Pal Qeta eine Viertelstunde vor dem Ende für die Vorentscheidung besorgt war. In der Nachspielzeit machte dann Ivan Almeida mit dem Tor zum 4:2-Endstand alles klar.

Einen Punkt hinter Kölliken liegt der FC Klingnau. Die Aaretaler siegten beim formstarken FC Oftringen mit 3:1, wobei sie bereits in der 1. Minute durch ein Oftringer Eigentor den Grundstein zum Sieg legten. Polat Günes und Shqiprim Thaqaj für den FCK sowie Dominik Sieber für Oftringen trafen allesamt noch vor dem Pausentee, im 2. Durchgang fielen keine Tore mehr. Neu auf Rang 3 liegt der FC Suhr, der beim abstiegsbedrohten FC Frick mit 2:1 siegte. Noaim Bayazi und Ahmet Ceker mit einem Doppelschlag drehten die Partie zugunsten der Suhrer kurz nach dem Seitewechsel, nachdem Roger Herzog Frick zuvor in Minute 25 in Führung gebracht hatte. Während Suhr nach oben schielen darf, beträgt der Rückstand von Frick aufs rettende Ufer weiterhin 4 Punkte.

Endlich mal wieder jubeln durfte der FC Mellingen. Nach zuletzt 6 Niederlagen in Serie wurde Cupfinalist Othmarsingen vor eigenem Anhang mit 4:2 besiegt. Ramon Heldner war mit 2 Treffern der gefeierte Mann auf Mellinger Seite, Philipp Müller traf nach einer Stunde zum vorentscheidenden 3:2 für seine Farben, nachdem zuvor Gezim Zeqiraj (36.) und Manuel Bürgisser (47.) die Partie kurzzeitig drehten. Trotz dieses Sieges beträgt der Rückstand auf Rang 12 und den FC Oftringen 5 Runden vor Schluss noch immer satte 12 Punkte.

Die rote Laterne konnte der FC Mellingen an Aarau 2 abtreten. Die Kantonshauptstädter unterlagen zuhause dem FC Lenzburg mit 2:4, obwohl man bis zur 72. Minute noch mit 2:1 in Front gelegen war. Doch dann drehte der FCL auf und brachte den Sieg dank Toren von Enis Yavuzcan (72.), Fabio Sommer (82.) und Shahin Adwa in der Nachspielzeit doch noch in trockene Tücher. Im Wynentaler-Derby zwischen Gontenschwil und Gränichen siegten die Gontenschwiler ungefährdet mit 4:1 – Michael Meier konnte sich dank 2 Treffern als "Derbyheld" feiern lassen. Der FCG-Captain schnürte nach einer guten Stunde innert nur drei Zeigerumdrehungen den Doppelpack und schoss sein Team damit mit 3:0 vorentscheidend in Front.

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21.05.2019

Danijel Kovacevic (FC Klingnau)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Nach durchzogener Vorrunde war auch der Start ins Jahr 2019 mit 2 Meisterschafts-Niederlagen und dem Cup-Out als Titelverteidiger im Viertelfinal beim Drittligisten Sarmenstorf für den FC Klingnau alles andere als berauschend. Dann aber drehten die Aaretaler so richtig auf, blieben in den darauffolgenden 7 Spielen ungeschlagen und holten deren 19 von 21 möglichen Punkten! Dieses Hoch gipfelte nun am vergangenen Spieltag mit dem Erklimmen der Tabellenspitze auf Kosten von Langzeit-Leader Kölliken. Können die Klingnauer Ihren Lauf bis zum Ende durchziehen? Wir haben FCK-Trainer Danijel Kovacevic im Rahmen der «drei ???» zur aktuellen Lage befragt.

1. Danijel Kovacevic, seit dem Cup-Out und den 2 Niederlagen zum Rückrunden-Start läuft es Ihrem Team richtig rund, zum Auftakt Ihrer Serie fügten sie dem damaligen Leader Kölliken am 18. Spieltag die erste Saison-Niederlage überhaupt zu. Worauf gründet diese markante Leistungssteigerung?
In der Wintervorbereitung standen viele unserer Leistungsträger aufgrund von Verletzungen und sonstigen Abwesenheiten nicht zur Verfügung. Wenn man nicht aus dem Vollen schöpfen kann, ist es normal, dass die ersten Rückrunden-Spiele sich als schwierig gestalten, damit mussten wir rechnen. Ich möchte aber festhalten, dass das Mannschaftsklima bei uns stets hervorragend war und wir uns auch nach Niederlagen nie aus der Ruhe bringen liessen.

2. Vor rund einem Monat betrug Ihr Rückstand auf Rang 1 noch 8 Punkte, nun grüsst der FC Klingnau von der Tabellenspitze. Welche Rolle behagt Ihnen besser? Jene des Jägers oder jene des Gejagten?
Die aktuelle Tabelle ist zwar nur eine Momentaufnahme, aber als Jäger verspürt man deutlich weniger Druck, als wenn man von der Konkurrenz gejagt wird. Jeder möchte den Leader bezwingen, dies macht die Aufgabe bestimmt nicht einfacher. Die Nerven in einer solchen Situation unter Kontrolle zu halten gestaltet sich oft als extrem schwierig. Wir befinden uns nun erstmals in dieser Saison in dieser Situation, doch wir nehmen Spiel für Spiel, das nächste am kommenden Samstag in Rothrist wird ein echter Härtetest. Für sie wird es wohl die letzte Chance sein, noch ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitzureden.

3. Vor Kurzem gab der FC Klingnau bekannt, dass Sie Ihren im Sommer auslaufenden Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen nicht verlängern werden. Was waren die Gründe für die Trennung?
In erster Linie waren sich alle Beteiligten einig, dass eine Veränderung der Mannschaft gut tun würde; ich bin nun seit dreieinhalb Jahren in Klingnau. Mittlerweile habe ich beim VfB Waldshut in der deutschen Bezirksliga unterschrieben, vom Niveau her würde ich sagen bewegt man sich da zwischen der 2. und 3. Liga in der Schweiz. Mir schwebte bereits im Winter ein «Tapetenwechsel» vor und als ich das Angebot von Waldshut erhielt, setzte ich mich mit der Vereinsführung zusammen. Dabei kamen wir gemeinsam zum Schluss, dass es an der Zeit ist, getrennte Wege einzuschlagen. Der Aufstieg und der Aargauer Meistertitel wäre natürlich ein perfektes Abschiedsgeschenk (schmunzelt).

12.09.2018

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