Aargauischer Fussballverband

Hochspannung und Dramatik: Verfolger rücken an Kölliken heran

Welch eine Dramatik! Der frischgebackene Cupfinalist Othmarsingen bezwingt Leader Kölliken dank 2 Toren in der Nachspielzeit mit 3:2 und sorgt damit dafür, dass der Vorsprung des FCK auf die Verfolger mehr und mehr schmilzt.

Dank einem Doppelschlag von Goran Antic und Armin Mujanovic innert 10 Minuten drehte der FC Kölliken die Partie in Othmarsingen zwischenzeitlich und konnte so mit einer 2:1-Führung in die Pause gehen. Auch in Halbzeit 2 sahen die Westaargauer lange Zeit wie der sichere Sieger aus, ehe FCO-Goalgetter Gezim Zeqiraj in Minute 90 den Ausgleich markierte. Doch damit nicht genug! Tief in der Nachspielzeit gelang Selim Kul der umjubelte Siegtreffer für den frischgebackenen Cupfinalisten!

Damit beträgt der Vorsprung von Kölliken auf das zweitplatzierte Klingnau lediglich noch einen Punkt. Im Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten FC Aarau 2 bekundeten die Aaretaler jedoch mehr Mühe als erwartet: Polat Günes war mit seinem 2 Treffern der gefeierte Mann auf Klingnauer Seite, zweimal hatte Aarau die Führung des Heimteams wieder ausgleichen können, ehe Günes eine Viertelstunde vor Schluss den 3:2-Siegtreffer erzielte. Für die Aarauer wird damit die Lage immer bedrohlicher: 6 Runden vor Schluss beträgt der Rückstand aufs rettende Ufer bereits 13 Punkte.

Die Chance, noch näher an Kölliken heranzurücken verpasst hat der FC Mutschellen. Der Cupfinal-Gegner von Othmarsingen kam vor eigenem Anhang gegen Gontenschwil nicht über ein 1:1 hinaus, wobei Ivo Della Rossa die Mutscheller Führung aus Halbzeit 1 hatte ausgleichen können. Damit beträgt Mutschellens Rückstand auf Spitzenreiter Kölliken noch 3 Punkte.

Nach Verlustpunkten ist der FC Rothrist, der ein Spiel weniger ausgetragen hat, zu Kölliken aufgeschlossen. Beim 4:2-Heimsieg über Frick war Goalgetter Volkan Karaboga mit seinen 3 Treffern der gefeierte Mann bei Rothrist, der Sieg der Westaargauer war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Nach der Fricker Niederlage einen «Big Point» im Abstiegskampf landen konnte der FC Oftringen. Die Mannschaft von Trainer Giuseppe Aversa siegte beim Gastspiel in Suhr gleich mit 6:2. Bereits zur Pause lag man vorentscheidend mit 4:0 in Front, Dominic Sieber hatte den FCO nach einer Viertelstunde mit 2 Längen in Front geschossen. Die Suhrer kamen im 2. Durchgang nach Toren von Ahmet Ceker und Güven Polat zwar nochmals auf 2:4 heran, in der Schlussphase sorgten aber Bozo Milicevic und Marc Leuppi für das letztlich klare Verdikt. Somit beträgt der Vorsprung von Oftringen auf die Abstiegszone und den FC Frick auf Rang 12 nun 3 Punkte.

Wie für Aarau 2 ist auch die Lage für Schlusslicht Mellingen nahezu aussichtlos, auch beim 0:4 in Lenzburg blieb die Mannschaft des auf die kommende Saison abtretenden Trainer Kurt Etter chancenlos und hat in nunmehr 7 Rückrunden-Partien weiterhin lediglich einen Treffer erzielt. Der Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze beträgt 6 Spieltage vor Schluss 14 Zähler. Lenzburg hingegen verbleibt nach diesem Sieg im gesicherten Mittelfeld.
 

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30.10.2019

Armando Granzotto (Präsident Wettspielkommission AFV)

Von Jonas Manouk, stv. Medienchef AFV
manouk.jonas@football.ch

Die Aargauer Fussballfans bekamen in der abgelaufenen Hinrunde auf den hiesigen Sportplätzen wiederum packende Duelle, spektakuläre Spielzüge und schöne Tore geboten. In den 91 Hinrunden-Partien zappelte der Ball insgesamt 354 Mal im Netz, was im Schnitt fast 4 Treffer pro Spiel bedeutet. Die 2. Liga AFV ist aber nicht nur spektakulär – auch an Spannung mangelt es ihr bei Weitem nicht. An der Spitze der Tabelle konnte sich der FC Lenzburg zwar mit 6 Punkten Vorsprung etwas absetzen, dahinter befinden aber ein paar Teams in Lauerstellung! Weiter konnten die 3 Aufsteiger Fislisbach (6.), Schönenwerd-Niedergösgen (8.) und Sarmenstorf (11.) überzeugen und befinden sich allesamt über dem Strich. Im Rahmen der «drei ???» zieht Armando Granzotto, Wettspielkommissionspräsident des AFV, Bilanz zur Hinrunde.

1. Armando Granzotto, Sie wohnten wohl in jeder Runde mindestens einem 2.-Liga-Spiel bei – wie fällt Ihre persönliche Bilanz zur abgelaufenen Hinrunde aus?
Ich habe tatsächlich mindestens ein 2.-Liga-Spiel pro Runde gesehen, oft waren es 2, ab und zu sogar 3! Meine persönliche Bilanz fällt sportlich gesehen durchwegs positiv aus. Ich habe in dieser Vorrunde viele Partien gesehen, welche spielerisch auf einem hohen Niveau waren. Auch aus Sicht der Kontroll- und Disziplinarkommission macht die 2. Liga AFV momentan grosse Freude. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir in unserer höchsten Liga die wenigstens Probleme in Sachen Unsportlichkeit haben. Dies spricht aber auch für die Schiedsrichter und deren Assistenten. Etwas aussergewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass sich im Axpo Aargauer Cup unter den letzten 8 Vereinen nur noch drei 2.-Ligisten befinden.

2. Wer zählt für Sie zu den positiven Überraschungen?
Zu den positiven Überraschungen zählt für mich ganz klar der FC Fislisbach. Obwohl das Kickoff-Spiel verloren ging, war für mich schon damals klar, dass diese Mannschaft eine gute Saison spielen wird. Mit Rang 6 als bester Aufsteiger hat sie meine Vorahnung in der Vorrunde dann auch bestätigt. Zudem ist für viele sicherlich der FC Sarmenstorf eine kleine Überraschung, nicht jedoch für mich. Trainer Michael Winsauer hat offensichtlich neuen Schwung in die Mannschaft bringen können und es ist extrem schwierig, im Bühlmoos gegen diese Truppe zu spielen. Sie spielen aggressiv und oft am Limit, aber immer im Rahmen des Erlaubten. Zudem verfügen sie mit Patrick Schmidt über einen sehr starken Torwart, was im Kampf gegen den Abstieg ein sehr grosses Plus sein kann. Dass der FC Lenzburg als Leader überwintert ist für mich die Folge von kontinuierlicher Arbeit im Verein. Die Mannschaft wirkt unter Trainer Emilio Munera sehr ausgeglichen und ich glaube, sie ist nicht von einzelnen Spielern abhängig, was ein grosser Vorteil ist. Trotzdem bin ich der Meinung, dass der FC Rothrist dem FC Lenzburg bis zum Schluss den Titel wird streitig machen können, auch wenn er am Dienstag beim FC Gränichen einen kleinen Dämpfer erlitt.

3. Wenn Sie sich etwas für die kommende Rückrunde wünschen könnten, was wäre das?
Ich wünsche mir für die Rückrunde eigentlich dasselbe wie vor jeder Saison, nämlich, dass sich möglichst wenig Spieler verletzen und sich alle, nicht nur die Spieler, sondern auch Trainer, Zuschauer und Funktionäre an die Regeln und Weisungen halten. Eigentlich wünschte ich mir zudem, dass jeder Trainer mit seiner Mannschaft die gesteckten Ziele erreicht. Da dies bekanntlich nicht möglich ist und es im Sport auch Verlierer geben muss, möchte ich an folgendes Zitat aus der Mongolei erinnern: "Der Sieger hat viele Freunde, der Verlierer hat gute Freunde!"
 

 

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