Laurent Prince: «Ein Trainingslager unserer Trainer» (1/2)

  • 23.06.2017

Die SFV-Nachwuchstrainer und die Ressortchefs verbrachten ein viertägiges Seminar im Umfeld der U-21-EM in Polen. Laurent Prince (46), der Technische Direktor, zieht nach dem Aufenthalt in Krakau eine positive Bilanz.

Laurent Prince, was macht eine elfköpfige Delegation des SFV während vier Tagen in Polen?
Wir treffen wir uns im Halbjahres-Rhythmus zu einem Seminar. Diesmal bot sich die günstige Gelegenheit, das im Rahmen der U-21-EM zu tun. Wir fuhren zu Spielen und nutzten die Zeit daneben, um ausgiebig über Spielausbildungsphilosophie zu diskutieren und um Ausbildungsziele zu definieren: Was wollen wir in der U-15 erreichen? Was ist uns in der U-16 wichtig, worauf legen wir bei der U-17 das Augenmerk und so weiter. Und wir haben auch auf organisatorischer Ebene die neue Saison vorbereitet.

Das heisst konkret?
Es ging um die Verteilung diverser Aufgaben: Wer ist wann und wo im Einsatz im Bereich der Nachwuchsförderung, wie organisieren wir die Partnerschaftsbetreuung, wer ist an welchem Diplom-Lehrgang vertreten? Und überdies dienten die vier Tage einem Quartett auch als idealer Start bei uns: Sascha Stauch (Verantwortlicher für die Spielentwicklung und Spielanalyse), Mauro Lustrinelli (U-16-Coach), Francesco Gabriele (U-19) und Pablo Iglesias (U-20) sind neu zu unserem Team gestossen. 

Wieso war es für Sie von Bedeutung, das Seminar im Rahmen des U-21-Turniers abzuhalten?
Weil es auch ein Signal sein sollte: Wir Schweizer wären gerne mit unserer Mannschaft dabei. Ich halte es für sehr wichtig, dass unsere Trainer mit eigenen Augen mitbekommen, auf welchem Niveau sich die EM abspielt. Und dass wir uns alle bewusst werden: Da möchten wir mit unserer Auswahl so schnell wie möglich auch wieder dabei sein.

Sie verwendeten vorhin den Begriff «Team». Legen Sie Wert darauf, dass die verschiedenen SFV-Nachwuchstrainer wie Spieler auf dem Platz als Einheit funktionieren?
Absolut! Der Kitt untereinander ist mir enorm wichtig. Was wir in Polen machten, war so etwas wie ein Trainingslager unserer Trainer: Wir schauten viel Fussball, diskutieren auch durchaus kontrovers darüber, und nach dem Feierabend nahmen wir uns die Zeit, miteinander zusammenzusitzen. In unserem Team muss sich jeder auf den anderen verlassen können – das sehe ich für ein Land wie die Schweiz als grossen Trumpf. Ausserdem sollten wir nicht ausser Acht lassen, dass es sich bei diesen Leuten um jene handelt, die den Schweizer Fussball entwickeln, die zu den Clubs gehen, für Nationalmannschaften im Einsatz oder andere Trainer ausbilden. Es geht nicht um Prince oder Heinz Moser oder Yves Débonnaire, sondern um die Gruppe, die sich ein Ziel verinnerlichen muss: dass alle, die für den SFV arbeiten, in dieselbe Richtung ziehen.

(MvA/SFV)

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