«Cup-sensationell!»

football.ch berichtet in der Rubrik «Cup – sensationell!» über grosse Überraschungen in der Geschichte des Schweizer Cups.

 

Die erfolgreichsten Zweitligisten

Drei 2-Liga -Klubs schafften in der Geschichte des Schweizer Cups den grossen Coup. Alle drei Amateurvereine warfen im Sechzehntelfinal einen Gegner aus der höchsten Spielklasse (NLA oder Super League) aus dem Rennen. 1942 bodigte der SV Schaffhausen (2.Liga) den FC St. Gallen (Nationalliga A) 3:1 nach Verlängerung. 15 Jahre später erwischte es den FC Winterthur auf heimischem Terrain: Im Wiederholungsspiel setzte sich das kleine FC Brunnen (2.Liga) gegen den Klub aus der Nationalliga A mit 1:0 durch. Schliesslich dauerte es fast 50 Jahre bis ein Zweitligist nachschob. Wieder beim FC St. Gallen. Nun war es der FC Küssnacht, der den Ostschweizern mit einem 2:0 das frühe Cup-Aus bescherte.

 

Schweizer Cup 1/16-Finals 1957: Brunnen - Winterthur 1:0. (Archivbild, Quelle: Keystone)

 

Der höchste Sieg

Ganze 70 Jahre dauerte es, bis der höchste Sieg in der Geschichte des Schweizer Cups überboten werden konnte.1947 bodigte der damalige NLA-Klub FC Grenchen das unterklassige Tavannes mit 18:0-Toren in der ersten Cup-Hauptrunde. Im August 2017 übertraf Neuchâtel Xamax das historische Resultat um drei Tore: Ebenfalls im 1/32-Final fegte der Westschweizer Challenge-League-Verein den Fünftligisten Montfaucon mit einem 21:0 vom Platz.

 

Die zehn höchsten Siege in der Geschichte des Schweizer Cups:

▶ 2017/18    Neuchâtel Xamax (ChL) - FC Montfaucon (5.)                                     21:0

▶ 1947/48    FC Grenchen (NLA) - FC Tavannes (3.)                                               18:0

▶ 1972/73    FC Luzern (NLB) - FC Glarus (3.)                                                         18:1

▶ 1927/28    Grasshopper-Club (Serie A) - FC Arbon (Promotion)                            17:0

▶ 1925/26    Nordstern Basel (Serie A) - FC Frauenfeld (Serie B)                            17:1

▶ 1925/26    Concordia Basel (Serie A) - FC Kreuzlingen-Emmishofen (Serie B)     17:1

▶ 1931/32     FC La Chaux-de-Fonds (Nationalliga) - Stade Lausanne (1.)              17:2

▶ 1932/33    Servette FC, Genève (Nationalliga) - SC Burgdorf (3.)                         16:0

▶ 2019/20    FC Eschholzmatt-Marbach (4.Liga) - FC Bavois (PL)                           14:0

▶ 2016/17    FC Malley LS (2.) - FC Stade-Lausanne-Ouchy (PL)                            0:14*

 

* Es gibt in der Geschichte der zehn höchsten Siege noch drei weitere 14:0-Siege

(Foto: Keystone)
 

Das verrückteste Corner-Debakel

Im Schweizer Cup Viertelfinale von 1982 dominierte das NLA-Team Neuchâtel Xamax den 1.Liga-Verein Delémont zwar klar, verlor dann aber trotzdem 0:1. Neuchâtel Xamax (NLA) führte im Viertelfinal des Schweizer Cups die Corner-Bilanz mit einem Verhältnis von 17:2 deutlich an. Trotzdem gelang es den Neuenburgern nicht, ihre Eckbälle ins Tor zu bringen. Im Gegenteil: Der Favorit verlor gegen den Erstligisten Delémont überraschend 0:1: Bezüglich Effizienz erteilte der Unterklassige dem Oberklassigen eine Lektion. Für die Bernjurassier erzielte René Moritz in der 81. Minute das «goldene» und entscheidende Tor. Der Halbfinal-Einzug ist einer der grössten Erfolge in der Clubgeschichte von Delémont. Im Halbfinal war dann aber auch für diesen Endstation: Delémont scheiterte am FC Basel (NLA) mit 0:3.

 

 

 

(Foto: Teddy Nussbaumer)

 

Die aufwühlendste Halbfinal-Partie

Im März 2004 gelang GC ein legendäres Cup-Halbfinale gegen Stadtrivale FCZ. Die Grasshoppers holten einen 2:5 - Rückstand in den letzten Spielminuten auf und erkämpften sich in der Verlängerung den Einzug ins Finale. Es war eines der verrücktesten Cup-Spiele der Geschichte: Den mit 2:5 im Rückstand liegenden Grasshoppers gelang ab der 83. Minute mit zwei Toren von Eduardo und einem Treffer von Mladen Petric eine sensationelle Aufholjagd. GC rettete sich so in die Verlängerung und bezwang den FCZ schliesslich völlig überraschend und unerwartet mit 6:5 (Tor durch Richard Nunez). Für GC im Einsatz standen damals auch Stephan Lichtsteiner und Reto Ziegler. Im Final scheiterten die Grasshoppers dann allerdings an Aussenseiter Wil mit 2:3.    

 

(Foto: Keystone)

 

Die grössten Überraschungen im Finale

In der Geschichte des Schweizer Cups kam es in den Finalspielen immer wieder zu grossen Überraschungen. Eine davon war der Auftritt des FC Wil, der im 79. Cupfinal im April 2004 zum ersten Mal in seiner Geschichte im Finale stand. Als Aussenseiter - die St. Galler belegten damals Platz 10 in der Meisterschaft  - schlugen die Wiler im Basler St. Jakob-Park überraschend das favorisierte GC mit 3:2.

Dass der Mythos Sion einmal gebrochen werden konnte, war in der Geschichte des Schweizer Cups kaum denkbar. Jedesmal, wenn die Walliser im Final standen, kehrten sie auch mit dem Pokal in ihre Heimat zurück. Doch nach 13 Finalteilnahmen und 13 Siegen erfolgte die Zäsur: Im Cupfinal 2017 kassierte Sion die erste Cupfinalniederlage in seiner Geschichte. Die Walliser verloren 0:3 gegen Basel.

Dass der Cup seine ganz eigenen Gesetze haben kann, musste auch Lausanne Sports erfahren. Im Final von 1935 wurden die Waadtländer frenetisch von ihren Fans gefeiert: Lausanne realisierte mit dem 10:0 - Kantersieg gegen den FC Nordstern Basel den damals höchsten Sieg in der Geschichte des Schweizer Cups. Zwei Jahre später allerdings ging Lausanne im Finalspiel gegen GC mit dem exakt gleichen Schlussresultat regelrecht unter und verliess nun als Verlierer den Platz. Es sind die beiden Spiele mit den höchsten Cupfinal-Resultaten aller Zeiten. Willy Jaeggi  - 1935 im Einsatz für Lausanne Sports - erzielte bis heute als einziger Spieler fünf Treffern in einem Cupfinal.

 

Bild: Lausanne Sports als Cupsieger im Jahr 1935 (Foto: Keystone)

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