Der SFV-Präsident im Interview zum Verbandsjubiläum

SFV-Präsident Dominique Blanc spricht im kurzen Interview zum 125-Jahr-Jubiläum am 7. April unter anderem über den Einfluss des Coronavirus auf die geplanten Feierlichkeiten und über die Gründungsväter des Schweizerischen Fussballverbands.

Dominique Blanc, weltweit kämpfen Menschen gegen das Coronavirus. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben steht fast still und Fussball wird weltweit auch kaum noch irgendwo gespielt. Den 125. Geburtstag des Schweizerischen Fussballverbands haben Sie sich vermutlich anders vorgestellt.

Natürlich. Wer hätte sich jemals vorstellen können, was wir im Moment erleben. Es ist, als wären wir Teil eines schlechten Science-Fiction-Films, aber leider ist es Realität. Die Veranstaltungen, die wir zum Jubiläum geplant hatten, sind verschoben oder annulliert. Aber angesichts der immensen Probleme, welche die Gesellschaft zur Zeit lösen muss, ist das nur eine kleine Randnotiz. Allerhöchste Priorität ist das Gemeinwohl und die Gesundheit jeder und jedes Einzelnen. In diesem Sinne hat der Schweizerische Fussballverband seit Bekanntgabe der ersten Massnahmen des Bundesrats im Kampf gegen Covid-19 gezeigt, dass der Schutz der Bürgerinnen und Bürger im Zentrum all unserer Werte steht. Alles andere kann und soll jetzt warten..

Was plant der SFV nun an diesem 125. Geburtstag in dieser aussergewöhnlichen Zeit und was tun sie persönlich am 7. April 2020?

In Zusammenarbeit mit der Schweizer Post und der Kommunikationsagentur by the way hat der SFV eine Jubiläums-Briefmarke erstellen lassen, die bereits im Umlauf ist. Für den 7. April planten wir einen Galaabend mit einer Filmpremiere in Bern. Der 45 Minuten lange Film zeigt die Geschichte des Fussballs in der Schweiz. Wir haben die Veranstaltung auf den 10. Dezember 2020 verschoben. Zudem wurde das für den 31. Mai vorgesehene Länderspiel in Basel gegen Deutschland, zu dem unter anderem alle Schweizer Clubs eingeladen waren, auf den nächsten Sommer verlegt. Es ist nicht die Zeit zum Feiern, sondern um sich gegenseitig zu unterstützen. Ich lade alle Menschen, welche selber Fussball spielen oder dem Fussball irgendwie verbunden sind ein, an unserem Geburtstag am 7. April, an all jene zu denken, welche in dieser Zeit der Pandemie schwere Schicksale erleben und leiden müssen. Für mich persönlich endet nach meiner Corona-Erkrankung die Zeit der Isolation und ich hoffe, dass ich den Tag mit meinen Liebsten verbringen darf. Aber natürlich im Kreis von nicht mehr als fünf Leuten.

Am 7. April vor 125 Jahren haben im Bahnhofbuffet von Olten elf Mitglieder von Schweizer Clubs den Schweizerischen Fussballverband gegründet. Wie dankbar sind Sie diesen Menschen und was haben diese im historischen Kontext für die Schweiz geleistet?

Diese Pioniere verdienen vollste Anerkennung und Respekt. Trotz enormer schwieriger Umstände beim Organisieren von Wettbewerben - man stelle sich nur die Komplexität der Reisen in jener Zeit vor - haben sie Grossartiges geleistet. Zudem war der Schweizerische Fussballverband schon sehr schnell auch international tätig. Er ist Gründungsmitglied der UEFA und der FIFA und sein Einfluss in der Welt des Fussballs ist heute nicht zu unterschätzen. Es ist kein Zufall, dass die FIFA und die UEFA ihren Sitz in Zürich respektive in Nyon haben. Wir profitieren noch heute vom visionären Geist und Mut unserer Gründer. Und wir müssen uns weiterhin täglich von diesem Geist inspirieren lassen.

(SFV/Bild: Keystone-SDA)

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