Nach fast 20 Jahren: Wenger und die Jäggy-Brüder treten ab

  • 02.12.2019

Für Reto Wenger, Moritz Jäggy und Valentin Jäggy bedeutet die WM 2019 gleichzeitig einen Schlussstrich. Drei prägende Figuren des Schweizer Beachsoccers ziehen sich nach fast zwei Jahrzehnten zurück.

Reto Wenger, 2001 zusammen mit Nationaltrainer Angelo Schirinzi der Gründer von Swiss Beach Soccer, war während 18 Jahren als CEO tätig. Durch akribische Arbeit und viel Durchaltevermögen hat Wenger Beach Soccer, das erst seit 2016 dem SFV untersteht, in der Schweiz salonfähig gemacht. Unter seiner 508 Spielen lang währender Führung feierte die Schweiz Erfolge wie den EM-Titel 2005, WM-Silber 2009, oder Bronze an den European Games 2019. Das Nationalteam ist seit Jahren Stammgast an der WM und unter den Top-10 der Weltrangliste.

Wenger über die Entwicklung der Sportart: "Als wir begonnen haben, kannte niemand die Sportart. Die WM ist inzwischen ein bedeutendes Event, das weltweit im TV ausgestrahlt wird. Es ist ein grosser Erfolg, dass wir als Binnenland und mit vgl. wenig finanziellen Resourcen in der Weltspitze mitspielen können"

Wenger über seine persönlichen Höhepunkte: "Der EM-Titel und die Vize-Weltmeisterschaft sind natürlich unvergesslich. Aber jedes Jahr hatte Highlights parat. Wir haben neue Länder und Kulturen kennengelernt, es hat grossen Spass gemacht, sich für diese Sportart einzusetzen. Es macht mich zudem stolz, dass wir in der Schweiz über 250 Events ausgetragen haben und die Menschen begeistern konnten.

Nationaltrainer Angelo Schirinzi über das Engagement von Reto Wenger: "Er hat sein Leben in den Aufbau von Swiss Beach Soccer investiert. Wir haben uns der Sache täglich gewidmet, haben unser Projekt an Unternehmen vorgestellt. Wir sind grosses Risiko eingegangen, haben aber immer an uns geglaubt. Aufbau, Organisation, Finanzierung - all das haben wir Wengers unermüdlichem Einsatz zu verdanken!



Zusammen mit Wenger beenden auch die Jäggy-Brüder Moritz und Valentin ihre Länderspiel-Karriere. Sie standen seit 2003, resp. 2005, im Nationalteam-Kader und kommen gemeinsam auf 676 Einsätze.

Kapitän Moritz ging dabei rund 13 Jahre lang als Kapitän voraus und krönte seine Karriere mit zwei ebenso spektakulären, wie wichtigen Treffern an der WM (zum 5:4 gegen Paraguay und zum 3:1 gegen Italien).
Schirinzi über Moritz: "Er ist ein ehrlicher, loyaler und zielstrebiger Mensch, der immer Vollgas gegeben hat, aber stets fair geblieben ist - deshalb wurde er auch stets vom Gegner geschätzt. Ein top Captain, aber vor allem ein top Mensch!"

Valentin hat den Platz im Tor inzwischen dem jüngeren Eliott Mounoud überlassen, leistete aber dennoch seinen Beitrag an dieser WM - so zum Beispiel, als er gegen die USA spät mit einer Glanzparade das 8:6 festhielt.
"Ich habe in diesen 15 Jahren extrem viel erlebt, wir haben fast alle Kontinente bereist. Das waren zeitaufwendige, aber grandiose Momente! Vor allem der EM-Titel 2005 und WM-Silber 2009 sind meine Highlights. Spieler sind in diesen 15 Jahren gekommen und gegangen, wir hatten aber immer eine super Stimmung auf und neben dem Platz; ich werde "die Siechä" sicher vermissen".

(SFV / Fotos: Giuseppe Esposito)

zurück