Die acht NLA-Klubs im Hinrunden-Check

  • 21.12.2019

Die spannungsgeladene Hinrunde der National League A 2019/20 ist zu Ende. Zeit, um mit acht Direktbeteiligten das sportliche Geschehen aufzuarbeiten und zu resümieren.

FC Basel 1893

Tabellenrang: 3
Punkte: 24
Bilanz: 7 Siege – 3 Unentschieden – 3 Niederlagen
Beste Torschützin: Kristina Sundov (9 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Verteidigerin Jana Brunner:

Brunner: «Wir waren immer wieder für Überraschungen gut und konnten teilweise innert Minuten ein Spiel drehen oder Rückstände aufholen, beispielsweise gegen Luzern oder St.Gallen. Gegen Ende der Vorrunde haben wir leider auch ein paar Spiele eingezogen, in denen wir nur phasenweise unsere gewohnten Leistungen abrufen konnten. Wir verpassten so wichtige Punkte.»
 

Schlüsselmoment: Das Saison-Eröffnungsspiel gegen den FC Luzern (3:3)

Brunner: «Das Spiel hat uns gezeigt, was alles möglich ist, wenn man fest an sich glaubt und bis zum Schluss kämpft. Wir haben innerhalb von 15 Minuten einen 0:3-Rückstand aufgeholt.»
 

Fazit: ein Überraschungspaket

 

Grasshopper Club Zürich

Tabellenrang: 6
Punkte: 12
Bilanz: 4 Siege – 0 Unentschieden – 9 Niederlagen
Beste Torschützin: Caroline Müller (6 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Mittelfeldspielerin Malin Gut:

Gut: «Wir sind in der Vorrunde unter den Erwartungen geblieben. Die aktuelle Tabellensituation entspricht nicht unserer Zielsetzung, zu den Top 3 zu gehören.»
 

Schlüsselmoment: Der Cup-Achtelfinal gegen Luzern (2:0-Sieg)

Gut: «Der Achtelfinal im Schweizer Cup war ein wichtiger Erfolg für uns. Der Sieg war ein erster Befreiungsschlag, auch für die Meisterschaft.»
 

Fazit: es gibt Luft nach oben

 

Lugano Femminile

Tabellenrang: 8
Punkte: 4
Bilanz: 1 Sieg – 1 Unentschieden – 11 Niederlagen       
Beste Torschützin: Allison Pantuso (2 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Verteidigerin Sara Tonelli:

Tonelli: «Auf unserem Weg gab es doch einige Hindernisse, angefangen bei der Konkurrenz, die jedes Jahr besser gewappnet ist. Sportlich wurden wir durch die Geschehnisse auf Vereinsebene zurückgebunden.»
 

Schlüsselmoment: der Verlust der Spielerinnen aus dem Ausland

Nach einer Intervention des Bundesamtes für Migration, musste Lugano für acht Hinrunden-Partien ohne seine Ausländerinnen auskommen. Die Tessinerinnen können sich im Winter wieder verstärken.
 

Fazit: ein steiniger Weg

 

FC Luzern

Tabellenrang: 4
Punkte: 19
Bilanz: 6 Siege – 1 Unentschieden – 6 Niederlagen
Beste Torschützin: Irina Pando (14 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Stürmerin Irina Pando:

Pando: «In der Vorrunde gab es viele Überraschungsmomente, die teilweise zu unseren Gunsten, teilweise aber auch gegen uns ausgefallen sind. Zum Beispiel gaben wir gegen Basel im Eröffnungsspiel einen 3:0-Vorsprung preis oder Lugano war mit der zweiten Mannschaft und Spielerinnen aus dem Nachwuchs zu Gast. Auch wir als Team haben immer wieder mit neuen Formationen, Aufstellungen und Varianten überrascht.»
 

Schlüsselmoment: das zweite Spiel gegen YB

Pando: «Wir hatten einige Spiele in Folge verloren und waren auf drei Punkte angewiesen. Wir starteten zunächst schlecht und mussten einem Rückstand hinterherrennen, drehten dann aber die Partie und überwintern auch dank diesem Sieg auf Platz 4.»
 

Fazit: überraschend, im Positiven wie im Negativen

 

Servette FCCF

Tabellenrang: 1
Punkte: 34
Bilanz: 11 Siege – 1 Unentschieden – 1 Niederlage
Beste Torschützin: Léonie Fleury (7 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Verteidigerin Caroline Abbé:

Abbé: «Wir haben konstant gute Leistungen gebracht und von Spiel zu Spiel unsere Automatismen gefunden. Es ist uns aber auch bewusst, dass die Meisterschaft noch sehr lange dauert. Wir nehmen Spiel für Spiel.»
 

Schlüsselmoment: die 0:1-Niederlage zum Saisonauftakt gegen YB

Abbé: «Uns wurde aufgezeigt, dass wir von Anfang an bereit sein müssen. Die 0:1-Niederlage hat uns im Nachhinein gut getan. Nach diesem Spiel wussten wir, dass uns niemand Geschenke machen würde. Auch das letzte Vorrunden-Spiel gegen Basel war wichtig für uns. Wir lagen zwei Mal im Rückstand und haben Charakter gezeigt.»
 

Fazit: ein Überflieger mit Bodenständigkeit

 

St.Gallen-Staad

Tabellenrang: 7
Punkte: 11
Bilanz: 3 Siege – 2 Unentschieden – 8 Niederlagen
Beste Torschützinnen: Géraldine Ess, Lena Göppel, Simea Hefti, Serena Li Puma (je 2 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Mittelfeldspielerin Jennifer Wyss:

Wyss: «Am Anfang hatten wir Mühe, uns in die NLA hinein zu kämpfen. Wie auf einer Welle gelang es uns dann, erste Siege und Punkte zu holen. Gegen Ende der Vorrunde konnten wir dann die Leistungen nicht mehr gleich abrufen.»
 

Schlüsselmoment: der erste Saisonsieg zu Hause gegen Luzern (2:0)

Wyss: «In diesem Spiel haben wir als Team gespürt, dass wir, wenn wirklich jede für jede geht, alle Gegner schlagen können. Der erste Sieg und die ersten drei Punkte in der NLA waren unglaublich.»
 

Fazit: die Welle des Aufsteigers

 

Young Boys

Tabellenrang: 5
Punkte: 16
Bilanz: 5 Siege – 1 Unentschieden – 7 Niederlagen
Beste Torschützin: Marilena Widmer (6 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Mittelfeldspielerin Marilena Widmer:

Widmer: «Unsere Hinrunde war geprägt von vielen Ups and Downs. Gute Leistungen wechselten sich mit schlechten Leistungen ab. Obwohl wir eine sehr junge Mannschaft haben, können 16 Punkte aus 13 Spielen unseren Ansprüchen nicht genügen.»
 

Schlüsselmoment: der 1:0-Sieg im ersten Saisonspiel gegen Servette

Widmer: «Es war eine sehr kampfbetonte und physisch intensive Partie. Wir hatten zwar weniger Spielanteile, konnten aber mit einer geschlossenen Mannschafts- und Defensivleistung überzeugen. In der zweiten Halbzeit konnte ich dann mit einem Distanzschuss das 1:0 erzielen.»
 

Fazit: durchzogene Hinrunde

 

FC Zürich Frauen

Tabellenrang: 2
Punkte: 31
Bilanz: 10 Siege – 1 Unentschieden – 2 Niederlagen
Beste Torschützin: Fabienne Humm (14 Tore)
 

Die Hinrunde aus Sicht von Mittelfeldspielerin Martina Moser:

Moser: «Nach den vielen Abgängen mussten wir erst einmal als Team zusammenfinden, junge Spielerinnen integrieren und die Ideen des neuen Trainers (Ivan dal Santo) umsetzen. Wir haben zwei Schlüsselspiele verloren, in denen wir Lehrgeld bezahlen mussten. Hinzu kommt ein unnötiger Punktverlust gegen YB. Das sind Situationen, die es in der letzten Saison nicht gab. Wir mussten erst wieder lernen, damit umzugehen und haben bewiesen, dass wir ein gutes Team sind, das um den Titel spielen kann.»
 

Schlüsselmoment: die 1:5-Niederlage gegen Servette

Moser: «Die ersten 14 Minuten im zweiten Aufeinandertreffen zu Hause mit Servette waren ein Schlüsselmoment. Nach den ersten drei Schüssen lagen wir im Spitzenkampf mit 0:3 hinten. In meiner Karriere habe ich so etwas noch nie erlebt. Alles lief gegen uns, aber das schlechtere Team waren wir nicht.»
 

Fazit: in lehrreicher Lauerstellung

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